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er schlug sich ehrlich durch und sparte, um nach Deutschland zu‐
rückkehren zu können. ‐
In religiöser Hinsicht sah es nicht gerade glänzend aus. Der Pfarrer,
ein Monsignore, war übrigens gut. Um seinen Pfarrkindern ad oc‐
culos zu zeigen, dass man beichten müsse, hat er bei Anwesenheit
des Bischofs, sonntags vor dem Hochamt den Bischof in den
Beichtstuhl geschickt, als die Gemeinde schon in der Kirche war. Er
selbst ist dann in den Beichtstuhl gegangen und hat beim Bischof
gebeichtet und dann das Hochamt gehalten. Man sagt exempla
trahunt, doch schien das Beispiel des Pfarrers noch nicht genug
gezogen zu haben. ‐
Allerhand Existenzen fanden sich dort. Ein Ingenieur, der mit mir
zum selben Gasthof kam und Wein trank, wollte am nächsten
Morgen schnell verduften, als ihn der Wirt noch in der Haustür
abfasste. Eine alte Schachtel, wohl 60 Jahre alt, kam auch mit uns
dort an, mit 2 Töchtern, wie es schien, suchte sie Männer für die‐
selben. Sie hatte sich gekleidet wie ein junges Mädchen und be‐
tonte am Tisch, dass sie ihr Bierglas schneller ausgetrunken habe,
als ein neben ihr sitzender Berliner und Wiener, obschon sie
„eine
alte Dame“
sei. ‐ Der Wirt erzählte uns von einem österreichischen
Grafen, der im vorigen Jahr mit feinster Ausstattung bei ihm ein‐
traf. Goldene Uhr und Zwicker und Manschettenknöpfe, tadelloser
Anzug und Reiseeffekten etc. ‐ Er fuhr weiter, kam aber nach ein
paar Monaten wieder zu Fuß bei ihm an, als hungriger Habenichts.
Goldene Uhr und Ketten etc. waren verschwunden. Der Wirt woll‐
te ihn nicht behalten, doch da er sich nicht vertreiben ließ, musste
er Pfähle in die Erde rammen, um die Wäscheleinen daran auszu‐
spannen, da sie nicht in einer schnurgeraden Linie zu stehen ge‐
kommen waren, wurde er vom Wirt arg ausgeschimpft. Am fol‐
genden Morgen ging er zur Wirtin und bat dieselbe, ihm Arbeit in
der Küche zu geben, mit ihrem Mann könne er nicht auskommen.
Die Wirtin beauftragte ihn, die (Abtritt) Grube auszuleeren und per
Schubkarre und Fass in den Garten zu fahren. Doch da sei er auf‐
gebraust „Was, wissen Sie nicht, dass ich ein Graf bin, wie können
Sie wagen, mir derlei zuzumuten.“ ‐ Doch es war ihm wirklich zu
arg geworden; da eine Kellnerin seinen Heiratsantrag auch noch
abwies (weil sie dem Kerl nur noch das Essen mitverdienen müsse),
suchte und fand er als Schiffsjunge Rückfahrt nach Österreich.
Doch manchen Hieb wird er noch erhalten haben, bis er dort an‐
kam. Hoffentlich hat ihm die Lehre gut getan für die ganze Lebens‐




