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kein Pferd zum Reiten habe. ‐ Der Fuhrmann, der uns herauf fuhr, 

war ein Neger. Er sprach gut deutsch. Ich fragte ihn, wo er Deutsch 

gelernt habe. Er sagte: „Ich war früher Sklave hier bei einem deut‐

schen Landwirt.“ Ich: „Ach so, da sind Sie wohl vor einem Jahr frei 

geworden, als die Sklaverei hier aufgehoben wurde.“ ‐ Er: „Nein ich 

bin schon länger frei; ich habe mich früher frei gekauft durch Geld, 

das ich mir am Feierabend und sonst nebenbei verdiente. Das Ge‐

setz erlaubt das.“ ‐ Ich: „Haben Sie es denn gut gehabt bei Ihrem 

deutschen Herrn?“ ‐ Er: „O Pater, ich habe mehr Schläge bekom‐

men wie mein Maulesel!“ ‐ Im ganzen sagt man jedoch, die Sklaven 

hätten es nicht gerade schlimm gehabt bei den Deutschen, seien 

gehalten worden wie Knechte und Mägde bei den deutschen Bau‐

ern. Da Knechte und Mägde in Brasilien nicht zu haben waren, so 

hatten die deutschen Kolonisten sich Sklaven gekauft. Trotz allem, 

was dagegen gesagt wurde in Brasilien, halte ich doch die Aufhe‐

bung der Sklaverei für ein eminent gutes Werk. Ganz abgesehen 

von den Negern, meine ich, sei es auch besser für die Deutschen 

dort. Wie viele sittliche Vergehen wurden möglich durch die Skla‐

verei, die dann den Frieden und das Glück des Hauses untergra‐

ben, den Vater vielleicht verächtlich machen beim Sohn, den Sohn 

zu Ausschweifungen Veranlassung und Gelegenheit geben und 

schließlich den ganzen Stamm entnerven.  

Von Schwenninger aus fuhren wir am nächsten Tage fast stets 

bergauf nach dem Ort meiner Bestimmung, nach Caxias (sprich 

Kaschias). Von den Deutschen wurde dieser Ort „der Bugerkamp“ 

genannt, weil 12 Jahre früher noch die dortigen Eingeborenen, die 

Bugros (Art Indianer) am Platz, wo Caxias steht, ihre Stammesver‐

sammlungen abhielten. Sie sind Nomaden, ohne feste Wohnsitze, 

kamen aber von Zeit zu Zeit dort, wo Caxias steht, zusammen. 

Caxias hatte etwa 3 bis 4 Straßen in der Breite und etwa ¾ Stunde 

in der Länge. Die Straßen nun, das waren Naturstraßen, hier und 

da stand noch ein dicker Baumstumpf ½ Meter hoch da und in den 

Nebenstraßen lagen noch manche Bäume, meist Pinien, quer über 

die Straße, um allmählich zu verfaulen. Wenn so ein Baum, meist 

Baumriese, quer über der Straße lag, dann hatte man, um beim 

Gehen nicht gehemmt zu sein, ein Stück von etwa ein Meter her‐

ausgehauen und neben dran gerollt. Die Häuser waren teils aus 

Stein, meist aber aus Brettern. Die Kirche ‐ ach die Kirche ‐ war ein 

Ding wie eine Bretterscheune. Ziemlich groß war sie ja, aber sonst 

nichts Besonderes daran, als dass man sich durch die Fugen der 

Bretterwände stellenweise wohl ein Gebetbuch konnte herausrei‐