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Das Vaterhaus 

Es ist eine geschichtlich denkwürdige Stätte, wo Bischof Vieter 

seine Jugendjahre verlebt hat; geschichtlich denkwürdig und zu‐

gleich durch die Spuren großer Männer geheiligt.  

Nördlich von der Stadt Lünen in Westfalen, auf der von herrlichen 

Buchen bestandenen Höhe, wo heute das Schloss und die Pfarrkir‐

che von Cappenberg steht, erhob sich schon vor mehr als elfhun‐

dert Jahren die feste Burg des Sachsenherzogs Widukind (gestor‐

ben 810), der erst nach langem trotzigem Widerstand gegen die 

Macht Karls des Großen seinen stolzen Nacken vor dem Kreuze 

beugte. Seinen tapferen Nachkommen verblieb die Burg bis zum 

Tode des deutschen Kaisers Heinrich I., der, ebenso wie seine zwei‐

te Gemahlin, die hl. Mathilde, dem Geschlechte Widukinds ent‐

sprossen war.  

Nach ihm wurden für kaum hundert Jahre die Billunger Herren von 

Cappenberg. Dann folgten in der ersten Hälfte des 11. Jahrhun‐

derts die Grafen von Niederlothringen, die den Billungern ver‐

wandt waren. Gottfried, der fünfte und letzte Besitzer Cappen‐

bergs aus dieser Familie, dessen Ehe mit Jutta, der Tochter des 

Grafen von Arnsberg, kinderlos war, entsagte der Welt und über‐

gab die Burg dem heiligen Norbert, dem Stifter des Prämonstra‐

tenser Ordens, um sie in ein Kloster umzuwandeln.  

Am Feste Mariä Himmelfahrt 1122 wurde das Kloster durch den 

Bischof von Münster feierlich eingeweiht. Im folgenden Jahre er‐

hielt die Gründung die Bestätigung des Kaisers. Unter Norberts 

Leitung wurde auf dem weiten Burghof, der bis dahin vom Getrap‐

pel der Pferde und den Schritten gepanzerter Ritter widerhallte, 

eine prächtige Klosterkirche erbaut (zwischen 1122 und 1130). 

Graf Gottfried ist im Kloster Ilbenstadt in der Wetterau, das er 

ebenfalls gegründet hatte, im jugendlichen Alter von kaum dreißig 

Jahren gestorben (1127). Im Jahre 1149 wurde die Hälfte seiner 

Gebeine nach Cappenberg übertragen. Obwohl er nicht ausdrück‐

lich heiliggesprochen ist, wird er doch als Heiliger verehrt. 

Fast 700 Jahre lang blieb Cappenberg Kloster der Prämonstraten‐

ser Mönche. Im Jahre 1803 wurde es, wie viele andere Klöster, ein 

Opfer der Säkularisation. König Friedrich Wilhelm III. von Preußen 

übergab es 1814, gegen Austausch des Schlosses Birnbaum, dem 

Minister vom Stein zur Belohnung für seine dem Staate geleisteten 

Dienste.