Pallottis Werk 2024 / 1

Von der Blumeninsel hinaus in die Welt Seite 3 – 5 Missionssekretär fördert Leben PALLOTTIS WERK Informationen der Pallottiner in Deutschland und Österreich Friedberg D 11906 / 5020 Salzburg Heft 1 / 75. Jahrgang / März 2024 Jubiläum Pallotti wird sichtbar in Berlin Seite 6 Missionare Heimkehrer mit gemischten Gefühlen Seite 12 Diskussion Starke Momente bei der Weltsynode Seite 14

PALLOTTINER AKTUELL 2 PALLOTTIS WERK // ISSN 1439-6580 Kostenlose Informationszeitschrift der Pallottiner in Deutschland und Österreich. 75. Jahrgang Erscheint viermal jährlich. Erscheinungstag dieser Ausgabe: 1. März 2024. Herausgeber: Pallottiner Körperschaft des öffentlichen Rechts Vinzenz-Pallotti-Straße 14 86316 Friedberg (Bayern) Redaktionsanschrift: PALLOTTIS WERK Vinzenz-Pallotti-Straße 14 86316 Friedberg (Bayern) Tel. 08 21/600 52-0 Fax 08 21/600 52-546 redaktion@pallottiner.org www.pallottis-werk.de Redaktion: Alexander Schweda (V.i.s.d.P.), Andreas Schmidt Für unverlangt eingesandte Bücher, Manuskripte, Fotos, Dias o.Ä. übernehmen wir keine Haftung. Es erfolgt keine Rücksendung. Vertrieb und Verlag: Pallottiner KdöR Wiesbadener Str. 1 65549 Limburg Satz und Grafik: FRIENDS Menschen Marken Medien www.friends.ag Herstellung: Weiss-Druck GmbH & Co. KG Hans-Georg-Weiss-Straße 7 52156 Monschau Klimaneutral gedruckt auf umweltschonend produziertem Recyclingpapier – ein kleiner Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung Bildnachweis: Titelseite: Missionssekretär Pater Reinhold Maise hat einen guten Draht zu Bäumen wie im Park der Pallottiner in Friedberg und als Missionssekretär zu Menschen. Seite 1, 4, 5 Andreas Schmidt Seite 3 © Insel Mainau/Tobias Mayer Seite 4, 7, 14 Alexander Schweda Seite 4, 5, 6, 7, 8, 9, 13, 15 Pallottiner Seite 11 Bruder Bert Meyer Seite 11 Vinzenz Pallotti University Rätsel: P. Johannes Moosmann Von der Blumeninsel hinaus in die Welt Seite 3 – 5 Pallotti wird sichtbar in Berlin Seite 6 bunt & bewegt Seite 8 – 9 Com-Unio ermutigt online Seite 10 Miteinander ringen um Zukunftsfragen Seite 11 Heimkehrer mit gemischten Gefühlen Seite 12 Schultrakt nach Pater Schmitt benannt Seite 13 In Rom weht ein neuer Wind Seite 14 Im Gedenken Seite 15 Grußwort Liebe Leserin, lieber Leser, »Alles, was ihr tut….« – So ein wenig könnte dieser Satz auch die Überschrift über dieser Ausgabe von Pallottis Werk sein: Alles, was wir tun. Ein Überblick, wo der Missionssekretär gerade ist, was in Berlin oder der Hochschule in der letzten Zeit passiert ist. Von der Provinzversammlung über die Vinzenz-Pallotti University bis zur Schule der Pallottiner in Kamerun erfahren Sie auf den folgenden Seiten viel Neues. »Alles, was ihr tut.« Das Tun allein kann ohne Sinn und leer sein. Mich begleitet die Jahreslosung der evangelischen Kirche für 2024. Ein Satz aus dem 1. Korintherbrief: »Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.« Ein Schlüssel für den Alltag: Wir tun viel, aber wertvoll, lebensfördernd wird es, wenn wir es in Liebe tun. So freut es mich auf den zweiten Blick, die Liebe zu sehen, die Pater Maise für Pflanzen, aber auch für Menschen weltweit hat. Beeindruckend sind die Projekte in unserer Pfarrei in Berlin: das »Wunder der Wohnung«, wo Menschen für andere liebevoll einen Ort herrichten. Oder die beiden Mitbrüder Bruder Alfons und Bruder Hermann zu erleben, die mit ganzem Herzen in Südafrika für die Menschen dort gelebt haben. »Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.« Liebe meint, mit dem Herzen dabei zu sein. Liebe ist nicht immer harmonisch, sondern manchmal direkt, herausfordernd und keineswegs zuckersüß. Ein Innehalten in dem vielen, was wir tagtäglich tun: Tue ich es in Liebe, liebe ich, was ich tue? Und: Kommt mit meinem Tun heute etwas Liebe in die Welt? Ich nehme die Losung mit in den Tag, das Nächste, was zu tun ist. Vielleicht Sie ja auch! Ihr P. Markus Hau SAC Provinzial

PALLOTTINER AKTUELL 3 Von der Blumeninsel hinaus in die Welt Wie früher als Gärtner fördert Pater Reinhold Maise auch als Missionssekretär das Leben Gerade hat Pater Reinhold Maise eine üppig blühende Orchidee in seinem Büro im Provinzialat in Friedberg gegossen. Der Pallottiner hatte schon als Gärtner auf der Blumeninsel Mainau im Bodensee ein Händchen für Zierpflanzen. Seit eineinhalb Jahren hilft er nun als Missionssekretär mit, Projekte der Pallottiner vor allem in Afrika und Indien aufblühen zu lassen. Ob früher als Gärtner und jetzt als Missionssekretär – in beiden Fällen geht es ihm darum, »Leben zu fördern«. Als Missionssekretär ist Pater Maise viel unterwegs – in seinem ersten Jahr mit der neuen Aufgabe zusammengerechnet die Hälfte des Jahres. Mittlerweile hat er Indien, Kamerun, Nigeria, Malawi, Südafrika, Argentinien, Brasilien und Uruguay, Polen und die Ukraine besucht. Sein Hauptaugenmerk gilt dabei seinen Mitbrüdern. Wenn sich die Gelegenheit bietet, lässt er sich aber nebenbei von der Pflanzenwelt und ihrer Vielfalt faszinieren. In Kamerun sah Pater Maise, wie eine von einer spanischen Pfarrei finanzierte Bananenplantage mitten im Wald Früchte trägt. Der Weg dorthin führte auf einem Motorrad über Stock und Stein. In Nordindien freute er sich über Orchideen am Naturstandort. Sie sind sein Spezialgebiet als Gärtner mit der Fachrichtung Zierpflanzenbau. Die Ausbildung dazu absolvierte er auf der Insel Mainau. Insgesamt elf Jahre arbeitete er auf der Blumeninsel. Zu den Aufgaben des PallottinerPaters zählte es, Orchideen zu bewässern, zu düngen und umzutopfen und die aufwändigen Orchideenschauen mit vorzubereiten. Kreativität war gefragt, um etwa 3000 blühende Schönheiten richtig in Szene zu setzen. Viele staunten darüber, dass da ein Priester neben seiner Seelsorger-Tätigkeit wöchentlich drei Tage als Gärtner arbeitete. Auch das Fernsehen interessierte sich dafür. Lernen von der Pflanzenwelt Doch Spiritualität und Botanik sind für Pater Maise keine Gegensätze. Im Gegenteil. »Von der Botanik fühle ich mich befruchtet und positiv inspiriert«, sagt der Pallottiner. Menschen können aus seiner Sicht von der Pflanzenwelt lernen zu leben. Der Pallottiner erklärt dies so: »Lebensgesetze gelten beim Menschen und in der Natur. Es gehört zur Kunst des Lebens, die Lebensimpulse wahrzunehmen und ihnen Raum zu geben.« Dies vermittelte Pater Maise im Herbst vielen Besuchern des Festes der Begegnung bei spirituell-botanischen Führungen durch den Park der Friedberger Pallottiner. Dort stehen etwa 200 Bäume. Es ist eine bunt gemischte Gesellschaft mit vielen unterschiedlichen Baumarten, darunter Exoten und bis zu 80 Jahre alten Baum-Senioren. Für Pater Maise ist der Park ein Schatz, den die Pallottiner jetzt nach Pflegemaßnahmen wie Totholzentfernung wieder neu für sich entdecken. Er erzählt dort spannende Geschichten über besondere Pflanzen. Von der Auf den Blumeninsel Mainau im Bodensee kümmerte sich Pater Reinhold Maise als Gärtner um die Orchideen. © Insel Mainau/ Tobias Mayer Lesen Sie weiter auf Seite 4 »

PALLOTTINER AKTUELL 4 Insel Mainau kennt er eine ganze Allee von Urweltmammutbäumen. Aber das einzelne zweistämmige Exemplar in Friedberg wirkt ebenfalls beeindruckend. Zumal diese Baumart seit der Urzeit als ausgestorben galt und erst 1941 in China wiederentdeckt wurde. Da ist also ein Fossil wieder auferstanden. Auch der Ginkgo ist im Park vertreten. Dieser Lebensbaum soll sogar die Atombombenexplosion in Hiroshima überlebt haben. Pater Maise sieht in dem Ginkgo-Baum ein Zeichen für die schöpferische Kraft Gottes. Seine Baumgeschichten verknüpft der Pallottiner mit poetischen und spirituellen Texten. Er sieht die Schönheit der Natur und will als kreativer Mensch Schönes schaffen. Gleichzeitig hat der Pater aber einen geschulten Gärtnerblick auf das weiträumige Gelände. Und Pater Maise packt dann gelegentlich selber mit an. Beispielsweise als es galt, Raupen des Buchsbaumzünslers mit Biospritzmittel loszuwerden. Für Blüten braucht es Impulse Drinnen in seinem Büro sieht es Pater Maise den Zimmerpflanzen schnell an, ob es ihnen mit neuen Trieben gut oder mit vertrockneten Blattspitzen eher schlecht geht. Pflanzen wie Menschen gehören eben pfleglich behandelt. Wie man mit anderen umgeht, lässt Rückschlüsse auf einen selber zu. Für Pater Maise ist das ein wichtiges Lebensgesetz. Manchmal braucht es aber auch neue Impulse. Denn eine ständig wohl temperierte Mittelmäßigkeit tut nicht immer gut. Die Kakteen, die Pater Maise von seiner Mutter übernommen hat, haben kühl und dunkel überwintert, um später blühen zu können. Dafür brauchen Blumenzwiebeln ebenfalls einen Kältereiz. Was auf den ersten Blick negativ erscheinen mag, könne man sich zunutze machen, so Pater Maise. Auch vom Kreislauf des Lebens kann die Botanik etwas lehren. Im Park der Pallottiner in Friedberg sind wie andernorts im Herbst die Blätter gefallen, um jetzt im Frühjahr neu zu sprießen. Und Pater Maise wird irgendwann seine Orchideen teilen. Alte Pflanzenteile ermöglichen dann Neuaustriebe und sterben später ab. »Die Zukunft führt nach vorne, nicht zurück«, sagt der Missionssekretär. Und Pflanzen haben immer ein klares Ziel. »Sie suchen den Weg zum Licht. Denn ohne Licht kein Leben«, betont Pater Maise. Für ihn ist es lebensbejahend, dass Jesus über sich gesagt hat: »Ich bin das Licht der Welt.« Aktion und Kontemplation Veränderung gehört für den 52-Jährigen Pater zum Leben dazu. Sein Wandel vom Teilzeit-Gärtner zum Missionssekretär ist für Beim Fest der Begegnung bot Pater Reinhold Maise spirituell-botanische Führungen durch den Park der Pallottiner an. Bei seinen spirituell-botanischen Führungen zeigte Pater Reinhold Maise eine kurzlebige Schönheit: Die Nachtkerze blüht nur von der Abenddämmerung bis zum nächsten Tag.

PALLOTTINER AKTUELL 5 ZUR PERSON Pater Reinhold Maise (Jahrgang 1971) stammt aus Ittendorf in der Nähe der Pallottiner-Niederlassung auf Schloss Hersberg am Bodensee. Mit Pallottinern in seiner Pfarrei hatte er darum seit seiner Taufe, bei der Erstkommunion, Firmung und auch als Ministrant zu tun. Auf dem Hersberg machte er dann auch sein Abitur. Nach dem Zivildienst in der Altenpflege folgte ein Theologiestudium zunächst in Freiburg und dann in Vallendar. Wieder am Bodensee wurde Pater Maise 2000 in Hagnau zum Priester geweiht. Nach dem Pastoraljahr in Augsburg-Bärenkeller war er unter anderem Schul- und Jugendseelsorger in Bruchsal, in Friedberg zuständig für die Berufungspastoral und Spiritual im Noviziat in Untermerzbach. Ab 2011 folgte die Ausbildung zum Gärtner auf der Bodenseeinsel Mainau. Danach war er dort bis 2022 in Teilzeit tätig. Gleichzeitig war Pater Maise weiter als Seelsorger aktiv und eröffnete 2017 zusammen mit seinem Mitbruder Pater Fritz Kretz das Haus der Stille und des Gebets, »Coenaculum«, in der Konstanzer Altstadt. Seit August 2022 ist Pater Maise Missionssekretär der Herz-Jesu-Provinz. ihn darum nichts Ungewöhnliches. Auf der Blumeninsel Mainau, verbunden mit seiner Tätigkeit im Haus der Stille und des Gebets in Konstanz, ging es eher ruhig-meditativ zu. Als Missionssekretär ist Pater Maise hingegen viel auf Achse. »Ich brauche beides – Aktion und Kontemplation«, sagt der Pallottiner-Pater. Er beginnt den Tag frühmorgens mit einer Meditation. Für ihn gibt es eine klare Verbindung zwischen seiner früheren und jetzigen Aufgabe: »Es geht darum, Leben zu fördern und weiterzugeben.« Seine alternde Pallottiner-Gemeinschaft unterstütze die jungen Mitbrüder in Afrika und Indien mit Erfahrung und finanziell. Dass so Entwicklung ermöglicht werde, ist für Pater Maise »total sinnvoll«. Die neue Aufgabe als Missionssekretär ist für Pater Maise »ein logischer Schritt weiter« auf seinem Lebensweg. »Wenn ich lebe, was Gott in mir angelegt hat, wenn dies zum Blühen kommt, kann es auch für andere zum Segen werden«, sagt der Missionssekretär. Dies gilt seiner Ansicht nach keineswegs nur für Seelsorger, sondern für alle Menschen. Jedes Leben habe eine Berufung. Jeder und jede sollte schauen, was ihm und ihr gut gelingt und damit darüber hinaus anderen nützt. Egal ob man Priester, Gärtner, Arzt oder Lastwagenfahrer ist. Andreas Schmidt Bei einer seiner Missionsreisen in Indien erlebte Pater Maise (hinten rechts) beim Überqueren einer Hängebrücke die subtropische Vegetation. Im Park der Pallottiner in Friedberg wächst auch eine Gruppe von Ginkgo-Bäumen. Goethe hat das Ginkgo-Blatt in einem Gedicht als Sinnbild für Liebe und Freundschaft beschrieben.

6 PALLOTTINER VOR ORT Pallotti wird sichtbar in Berlin Ein vierfaches Jubiläum zeigt, wie viel in Neukölln für Bedürftige bewirkt worden ist Es ist ein besonderer pallottinischer Ort in mehrfacher Hinsicht: die Christophorus-Kirche in Berlin. Dort bieten Pallotti mobil, Movimento Pallotti, Bildungsstätte JACK und Pfarrei eine besondere Mischung an Spiritualität. Dieses Quartett feierte nun gemeinsam vier verschiedene Jubiläen bei einer Festveranstaltung, die wie ein Kleinkunstabend gestaltet war. Lissy Eichert (Mitte) nahm Glückwünsche des Erzbischofs Dr. Heiner Koch entgegen. Mit dabei Moderator Hajo Schumacher (links), Sozialarbeiterin Agnes Maria Streich (Dritte von rechts), Yakob Mekowanent Michael und Provinzial Pater Markus Hau (rechts). Vinotha Thambipillai, deren Familie früher in der Pfarrei St. Christophorus Asyl gefunden hatte, tanzte ein Loblied auf Jesus. Bedürftige für Bedürftige 426 Wohnungen instandgesetzt. Mit mehr Spendenbereitschaft wäre noch viel mehr möglich. Lissy Eichert und Hajo Schumacher, bekannter Journalist und Autor, begrüßten als lockerspritziges Moderatoren-Duo des Abends Wegbegleiter der Projekte. Wie Sabine Wagenfeld, die mit Zuff e.V. Zufluchtswohnungen für Frauen in Berlin bereitstellt. »Ohne Pallotti-Mobil könnten wir nicht existieren!«, betonte sie. Wie multikulturell die große Besucherschar war, wurde auf einen Blick klar. An einem Tisch beim Empfangsbuffet saß Daniela Dachrodt mit einigen ihrer Schülerinnen. Sie leitet die Bildungsstätte JACK für Migrantinnen und Flüchtlinge, die seit zehn Jahren besteht. Schutzbedürftige Frauen ohne oder mit schwerem Zugang zu Bildung lernen hier Deutsch von Null bis Niveau B2. Sie können unbeschwert arbeiten, während ihre Kinder betreut werden. Ein getanztes Loblied auf Jesus Viele Wegbegleiter der »Pallottis« kamen mit speziellem Dank zu Wort. Eindrucksvoll Vinotha Thambipillai aus Sri Lanka, deren Familie Vor 30 Jahren kamen drei Pallottiner in der Berlin-Neuköllner St. Christophorus-Gemeinde an. Sie meinten, dass sie an genau diesem Ort, diesem Hotspot Neukölln, richtig seien, um Pallottis Leitspruch »Die Liebe Christi drängt uns« zu leben. Beseelt von dieser Idee sind Pfarrvikar Pater Kalle Lenz und Pastoralreferentin Lissy Eichert (UAC) bis heute in der Gemeindeleitung tätig. Sie scharten Gläubige, Freunde um sich. Das Wunder einer Wohnung Fünf Jahre später gründeten sie mit dem »Pallotti-Mobil – Bedürftige helfen Bedürftigen« einen gemeinnützigen Verein, um die Ideen Pallottis in konkrete Taten zu verwandeln. Seit 25 Jahren sind Langzeitarbeitslose, Geflüchtete und Ehrenamtliche in verschiedenen Projekten gemeinsam mit Hauptamtlichen dabei, Wohnungen im Kiez zu renovieren, Bauarbeiten auszuführen, Transporte zu stemmen. Damit auch Menschen mit kleinstem Geldbeutel das »Wunder einer Wohnung« erleben können. Seit elf Jahren managt Yakob Mekowanent Michael diesen Bereich des Vereins. Unter der Leitung des Bauingenieurs haben

7 PALLOTTINER VOR ORT Voller Erfolg beim Christkindlmarkt Künftig gibt es jedes Jahr einen Stand der Pallottiner in Friedberg Es war eine gelungene Premiere: Zum ersten und nicht zum letzten Mal waren die Pallottiner mit einem eigenen Stand auf dem karitativen Christkindlmarkt in Friedberg vertreten. Mit eigenen Produkten wie heißem Apfelsaft mit Gin, Hirschsalami, Honig, indischen Tüchern und vielem mehr trugen sie zum Erlös bei. Dieser kam den Pallottinern für Indien und den Benediktinerinnen für Tansania zugute. Zusammen mit Provinzökonom Pater Rainer Schneiders betreuten auch Mitarbeiterinnen des Provinzialates den Pallottiner-Stand. Der Stand diente nicht nur dem guten Zweck, sondern auch dazu, alte Bekanntschaften zu pflegen und neue zu knüpfen. »Dabei ist mir auch bewusst geworden, was die Ehrenamtlichen hier seit über 50 Jahren leisten«, sagte Pater Reinhold Maise. Nach dem erfolgreichen Auftakt wird es den Stand der Pallottiner nun jedes Jahr geben. Alexander Schweda Die Pallottiner unterstützen mit ihrem Anteil diesmal Pallotti Shanthidhama, ein Haus für verarmte und verlassene Menschen in Indien. Seine Gemeinschaft wollte diesmal aber »nicht nur die Hand aufhalten«, wie Missionssekretär Pater Reinhold Maise sagte, sondern »auch die Füße in die Kälte stellen«. Deshalb waren sie nun auch mit einem eigenen Stand präsent. Dies solle auch ein Zeichen sein, dass die Pallottiner noch mehr »mit der Stadt zusammenrücken wollen«, so Pater Maise. Offene Türen eingerannt Mit ihrem bunt gemischten Angebot rannten die Pallottiner offene Türen ein. Viele Gespräche wurden am Stand mit den Patres und den Mitarbeiterinnen des Provinzialates geführt sowie Informationen über die Pallottiner ausgetauscht. Daneben wurden die Produkte der Gemeinschaft fleißig konsumiert und gekauft. Honig aus Friedberg und Konstanz, Hirschsalami aus Hofstetten und Pickles aus Indien waren am Ende ausverkauft. 1993 Asyl in St. Christophorus fand. Die junge Frau arbeitet beim Erzbistum und erfreute das Publikum mit einem Tanz, einem Loblied auf Jesus. Als »Inländerbeauftragter« zauberte Gemeindehirte Kalle Lenz den Zuschauern mit aktuell-politischen Ideen das Lächeln auf die Gesichter. Die Musiker von »Herrlicher« erfreuten die Gäste ebenso wie der H(e)artchor. Gegen 23 Uhr, lange bevor die letzten Besucher nach Haus gingen, rockte Carol Mc Collins-Kreyenborg die Kirche mit stimmgewaltigen Gospels. Provinzial Pater Markus Hau unterstrich in seiner Festrede, dass nicht äußere Attribute, sondern das Tun der Menschen für andere wichtig sei. Er gratulierte Kalle, Lissy und allen Mitstreitern von Herzen, weil sie in Berlin einen Ort geschaffen hätten, an dem Menschen einfach da sein können. »Pallotti wird sichtbar in den Taten der Liebe«, sagte Pater Hau und wünschte alles Gute für die nächsten 30 Jahre. Andrea von Fournier

8 PALLOTTINER BUNT & BEWEGT Freude für Bruder Hans Gerd Stüer! Überraschend meldete sich ein Ehepaar aus Limburg, mit dem Bruder Stüer als Briefmarkenexperte seit vielen Jahren in Kontakt ist. Die Was wäre so wichtig, bedeutend, so existenziell, dass Ihr es in Euer Gewand nähen würdet? Diese Frage stellte Provinzial Pater Markus Hau seinen fünf Mitbrüdern, die in der Pallotti-Kirche in Friedberg ihre Profess erneuerten. Der Provinzial bezog sich dabei auf eine Geschichte des französischen christlichen Philosophen Blaise Pascal. Dieser hatte eine wichtige Erkenntnis über Gott ins Rockfutter eingenäht, um sie immer bei sich zu tragen auf dem weiteren Weg. Auch Professerneuerung, so Pater Hau, sei eine Wegstation, mitten auf dem Weg, nicht am Ziel. Es sei eine Wegmarke, bei der die Frage aufkomme: Wo stehe ich gerade? Wie bei der Notiz von Pascal gehe es auch um die Frage: Was muss in diesem Brief stehen? Eine Anregung des Provinzials lautete: »Euch selbst schreibt herein. Was ist meine Sehnsucht – nach dem Lebendigen?« Folgende Fratres erneuerten ihre Ordensgelübde (von links): Athanasius Chidiebere Onyegesi (2. Profess), Gabriel Michael Yotamu (4. Profess), Patrick Blessings Chagunda (5. Profess), Celestine Chukwubuikem Nwafocha (4. Profess) und Patrick Okechukwu Okeke (4. Profess). Eheleute hatten ihre Sammlung auf einer Versteigerung angeboten. Den Erlös von 11.500 Euro übergaben sie der Briefmarkenmissionshilfe. »Wir wollen damit die Mission der Pallottiner in Afrika unterstützen und den Patres und Brüdern im Missionshaus für ihren Dienst in Limburg danken, besonders für die schönen Gottesdienste in der Marienkirche«, sagten die Spender, die namentlich nicht genannt werden wollen, bei der Scheck-Übergabe. Bruder Stüer und Pater Alexander Holzbach, Rektor des Missionshauses, bedankten sich im Namen der Gemeinschaft. Bruder Hans Gerd Stüer leitet seit mehr als 15 Jahren die Briefmarkenmissionshilfe, die Briefmarken und Alben sammelt und sie für den Verkauf aufbereitet. Zusammen mit Helfern aus der Gemeinde unterstützt er damit die Missionen in Afrika und Indien. Weiter auf dem Weg nach der Professerneuerung Große Spende an die Briefmarkenmissionshilfe

9 PALLOTTINER BUNT & BEWEGT Wo er früher in Vallendar selber Theologie studiert hat, ist Pater Helmut Scharler (rechts) nun Präsident der Vinzenz Pallotti University. Dort ist zuvor eine neue Grundordnung in Kraft getreten. Der neue Senat wählte daraufhin den früheren Pallottiner-Provinzial zum Präsidenten der Hochschule. Die Vinzenz Pallotti University, die bis Ende 2021 PhilosophischTheologische Hochschule Vallendar hieß, hat sich mit der Umbenennung auch inhaltlich grundlegend neu ausgerichtet. Die neu gegründete Fakultät Humanwissenschaften, die den Bachelor-Studiengang Psychologie sowie Master-Studiengänge in den Bereichen Psychotherapie, Leadership und Coaching anbietet, stärkt die werteorientierte Forschung und Lehre der Hochschule. Die offizielle Ernennung zum Präsidenten fand umgehend durch den Vorsitzenden des Hochschulrates Pater Markus Hau (links) statt. Er ist als Provinzial Die Wirtschaftskommission ist eine der wichtigen Gremien der Pallottiner. Die Mitglieder dieser Kommission versammelten sich mehrere Tage in Rom unter der Leitung von Generalökonom Pater Vanderlei Luiz Cargnin und dem stellvertretenden Generalökonomen Pater Leszek Woroniescki, um die entscheidendsten wirtschaftlichen Fragen unserer Gesellschaft zu diskutieren. Als Mitglied der Kommission war auch Provinzökonom Pater Rainer Schneiders (rechts vorne) aus Deutschland angereist und wirkte mit. der Pallottiner Nachfolger von Pater Scharler, der diese Position von 2013 bis 2022 innehatte. Anschließend war der jetzige UniversityPräsident bereits als pallottinischer Delegat an der Vinzenz Pallotti University tätig. PALLOTTINER Was macht? PALLOTTINER Wer kommt, wer geht?

10 PALLOTTINER UNIO Zahlreiche Unio-Mitglieder haben zuletzt verschiedene Online-Aktivitäten wahrgenommen, zum Beispiel eine Adventsaktion, Fürbitten, die »Unbezahlbar«-Aktion, ein Transitus. Alles gelungene Anlässe um sich zu treffen. Angesichts einer zunehmenden Vereinzelung einzelner Mitglieder entstand daher die Idee, eine Online-Gruppe zu gründen und diese Aktivitäten im Rahmen regelmäßiger Treffen fortzuführen. Gemeinschaft steht im Vordergrund Die beiden Initiatoren Stefan Heuel und Claudia Schäfer haben für diese Gruppe den Namen Com-Unio gewählt, um den Gemeinschaftsaspekt in den Vordergrund zu stellen. Über das Medium Internet soll mit der neuen Gruppe ein Ort der Ermutigung und gegenseitigen Bereicherung geschaffen werden. Der Austausch zu pallottinischen oder allgemein kirchlichen Themen soll dabei ebenso im Mittelpunkt stehen, wie die Bibelarbeit, saisonale und spirituelle Impulse – oder einfach geselliges Zusammensein. Doch auch Themen aus dem Alltag oder zum Umgang mit schwierigen Lebensumständen sollen Platz haben; so wie auch Vinzenz Pallotti die Menschen unmittelbar in deren Leben besucht und ihnen auf ganz verschiedene Weise geholfen hat. Weitere Infos unter www.com-unio.de Com-Unio will online ermutigen Unio-Mitglieder gründen zum Austausch eine Internet-Gruppe »Com-Unio« soll eine neue Online-Unio-Gruppe heißen. Gedacht ist sie keineswegs nur für Mitglieder der pallottinischen Unio. Zum Mitmachen sind auch neue Interessenten eingeladen, die sich nicht örtlich einer Gemeinschaft anschließen können, oder denen die Möglichkeit fehlt, lokale Zusammenkünfte zu besuchen. Willkommen sind außerdem alle, die sich von den geplanten Themen angesprochen fühlen.

PALLOTTINER AUS DER PROVINZ 11 »Synodalität« ist ja derzeit das Thema in der katholischen Kirche. Für Pallottiner ist es alljährlich-alltägliche Selbstverständlichkeit. Dabei sollen die wichtigen Fragen des Zusammenlebens und Arbeitens, kirchliche und gesellschaftliche Entwicklungen und drängende Zukunftsfragen bewältigt werden. Und zwar nicht von oben herab, sondern im Aufeinander-Hören und Miteinander-Ringen. Dies gehört zum Selbstverständnis der Pallottiner. In diesem Sinne wurde auch intensiv über die Entwicklung der Vinzenz Pallotti University in Vallendar beraten, die sich inhaltlich grundlegend neu ausgerichtet hat. Miteinander ringen um Zukunftsfragen Die Provinzversammlung in Friedberg stand im Zeichen der Synode Es ist fast wie eine kleine Synode, wenn Mitbrüder von Hamburg bis Kapstadt zur jährlichen Provinzversammlung im Provinzialat in Friedberg zusammenkommen. Fünf Tage lang haben sie Anträge beraten, Themen diskutiert, Gottesdienst gefeiert und miteinander gebetet. Zuletzt auch bei einem Ausflug in die Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg, wo ein ganzes Jahr das Weihejubiläum des Heiligen Ulrich begangen wird. Das Wichtigste ist der Perspektivenwechsel An der Vinzenz Pallotti University wurde viel diskutiert über Interkulturalität Premiere war für ein Symposium zum Thema Interkulturalität der Vinzenz Pallotti University, des Instituts für Ethik und der Deutschen Ordensobernkonferenz. Dabei wurden an der Hochschule in Vallendar viele Aspekte des Themas beleuchtet und diskutiert – und auch neue Fragestellungen entwickelt. Wie kann Nachfolge heute gelingen? Die Provinzversammlung richtete aber auch allgemein den Blick in die Zukunft. Unter dem Motto »Jünger werden, zusammenwachsen« gaben zwei Referenten dazu Impulse: der Pallottinerpater Hans Buob und die österreichische Theologin Schwester Martha Zechmeister, die an der Universidad Centroamericana »José Simeón Cañas« in San Salvador (El Salvador) systematische Theologie lehrt. Im Kern ging es dabei um die Frage, wie Nachfolge heute unter den aktuellen Bedingungen und den dringenden Fragen der Zeit gelingen kann. Die Vinzenz Pallotti University profiliert sich neu unter der Perspektive der Interkulturalität. Dementsprechend spannte das Symposium einen weiten Bogen. Am ersten Tag sprach Prof. Dr. mult. Mariano Delgado Casado »Zur Spannung zwischen Weltkirche und Ortskirchen«. An den spannenden Vortrag des ausgewiesenen Experten für Interkulturalität schloss sich eine Podiumsdiskussion an. Der zweite Veranstaltungstag beinhaltete neben zahlreichen Vorträgen auch Workshops. In seinem abschließenden Vortrag verdeutlichte der neue University-Präsident, Pater Helmut Scharler: »Das Wichtigste am Thema Interkulturalität scheint mir der Perspektivenwechsel zu sein, den eigenen Standpunkt zu verlassen und mit einem anderen Blick auf das Leben zu schauen.« Pater Scharler sah sich durch das positive Echo der Teilnehmenden bestärkt, »die Profilierung der Vinzenz Pallotti University im Bereich der Interkulturalität weiter voranzutreiben und zu verstärken«. Für diese Teilnehmer der Provinzversammlung der Pallottiner gab es viel zu besprechen und zu diskutieren. Bunt gemischt war das Teilnehmerfeld an dem ersten Symposium zum Thema Interkulturalität an der Vinzenz Pallotti University in Vallendar.

PALLOTTINER AUS DER MISSION 12 Ob er sich denn in Limburg wohlfühlt? Bruder Hermann lächelt dünn und sagt langsam »Ja, schon!« Anders der Tenor bei Bruder Alfons: »Ich fühle mich hier sehr wohl. Mir könnte es anderswo nicht besser gehen!« Beide Brüder verbringen ihren Lebensabend im Missionshaus in Limburg. In ihrer aktiven Zeit waren sie in Südafrika. Seine Liebe galt der Suppenküche Hermann Michels, 1935 in Steiningen in der Eifel geboren, wurde 1959 Pallottiner und arbeitete zunächst als Melker in Limburg, anschließend auf dem Albrechtshof bei Bendorf, der die Hochschule in Vallendar versorgte. Dann wurde er nach Südafrika entsandt. Fast Heimkehrer mit gemischten Gefühlen Das Herz der Ex-Missionare in Limburg schlägt für Südafrika Sie waren die meiste Zeit ihres Lebens fern der Heimat: Pallottiner, die einst als Missionare nach Indien, Südamerika oder Afrika gegangen waren. Zum Ruhestand kehren sie dann meist zurück nach Deutschland. Zum Beispiel nach Limburg an der Lahn, von wo aus Generationen von Missionaren früher aufgebrochen sind. So wie Bruder Alfons und Bruder Hermann. zwei Jahre musste er warten, bis er ein Visum erhielt. In dieser Zeit arbeitete er in Limburg in der Schlosserei, ehe es 1973 endlich in die Mission ging. Er lernte Afrikaans und bewirtschaftete die Farm in Balfour (Diözese Queenstown), dann die gemeinschaftseigene Pallotti-Farm. 2003 wechselte er aus Gesundheitsgründen nach Step-Aside. Hier kümmerte er sich um einen betagten Mitbruder und sorgte sich um die Anlage mit Garten und Wald. Seine Liebe galt der Suppenküche in der Küstenstadt George, die täglich Kinder mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Diesem Projekt gilt noch heute die Aufmerksamkeit und die Werbung von Bruder Hermann. Alfons Groß, 1932 im saarländischen Bubach geboren, wurde 1956 Pallottiner und wirkte zunächst im Missionshaus in Limburg, ehe er 1962 nach Südafrika entsandt wurde. Bruder Alfons kümmerte sich um die Elektroanlagen im damals noch Pallottiner-eigenen Glen-Gray-Hospital. Nach der Verstaatlichung 1976 bat die Regierung ihn, noch zu bleiben und Nachwuchs auszubilden. 1988 wechselte er nach Ntaba Maria, wo der Bischof von Queenstown seinen Wohnsitz hatte. Von hier aus war er zuständig für die Wasserversorgung, die Lichtmaschinen und die Windmühlen der diözesanen Einrichtungen. Nach einer Herzoperation war er 2018 gezwungen, in die Heimat zurückzukehren. Die Seniorenstation in Limburg koordiniert nun seine Arzttermine und sorgt für die Medikamente. Den vielen alten Mitbrüdern im Haus und den Gästen ist er ein angenehmer Gesprächspartner. Im Alter zufrieden, weil das Leben in Südafrika reich war. Bruder Hermann Michels (links) und Bruder Alfons Groß.

PALLOTTINER AUS DER MISSION 13 Schultrakt nach Pater Schmitt benannt Kameruner Provinz ehrt den deutschen Philosophielehrer Posthume Ehre für den im Vorjahr gestorbenen deutschen Pallottinerpater Hugo Schmitt (1938 – 2023): Nach ihm, der in Kamerun als Philosophielehrer tätig war, wurde ein neu gebauter Trakt an der Heinrich-Vieter-Schule im kamerunischen Mfound-a-si benannt. Nun segnete der dortige Provinzial Pater Hervé Pascal Okolong das Haus mit vier modernen Schlafzimmern, einem Wohnzimmer, einer Küche, einer Besuchertoilette und einer Kapelle. Das Wirken von Pater Hugo Schmitt in Kamerun begann 1991 in der Kamerun-Hauptstadt Yaounde, wo er für ein Semester die Vertretung am Philosophischen Institut übernommen hatte. Aus seinem anfänglichen »Schnupperbesuch« wurde viel mehr. Pater Schmitt lehrte an der gemeinsamen Philosophischen Hochschule der Ordensgemeinschaften wie auch an der Katholischen Universität für Zentralafrika und übernahm weitere, vielfältige Aufgaben. Dies zehrte an seinen Kräften, aber er war immer wieder erfasst vom Staunen, wie gesegnet die Saat der ersten Missionare um Bischof Vieter ist. So verlängerte sich sein Einsatz in Kamerun Jahr um Jahr, schließlich bis 2013. Bruder Hermann muss immer noch was werkeln. Im Advent bastelt er aus Bäckertüten Weihnachtssterne; er pflegt Setzlinge für die Blumenkästen im Frühjahr; vor allem tut er täglich Küsterdienst in der Kapelle der Seniorenstation. Weil ihm das Gehen immer schwerer fällt, kann er ein ererbtes E-Mobil nutzen, um zum Friedhof der Gemeinschaft zu kommen. Hier schaut er nach den Lichtern und Blumen. Und gut für beide Brüder, dass es Telefon und E-Mail gibt, sodass Kontakte gepflegt werden können ins Saarland, in die Eifel und vor allem nach Südafrika. Sie sind eine Bereicherung Fast immer sind die Menschen dort, mit denen und für die sie gearbeitet haben, Thema ihrer Gespräche, wenn sie zusammen am Kaffeetisch sitzen. »Hast du schon gehört, dass der und der …« Bruder Hermann und Bruder Alfons bereichern mit ihrer Art das Leben der Hausgemeinschaft in Limburg. Hier haben sie ihr Pallottiner-Leben begonnen, hier beenden sie es. Doch ihr Herz ist und bleibt in Südafrika. P. Alexander Holzbach In Yaounde sind nach wie vor wichtige Niederlassungen der Pallottiner wie die Ausbildungshäuser für junge Mitbrüder, eine blühende Pfarrei und die Heinrich-Vieter-Schule, die Kinder von der Grundschule bis zur Hochschulreife ausbildet. Ein neu errichteter Schultrakt in Kamerun trägt nun den Namen von Pater Hugo Schmitt.

14 PALLOTTINER INTERNATIONAL »Es gab starke Momente« Weltsynoden-Teilnehmer erlebten, dass in Rom ein neuer Wind weht Thematisch haben sie Schweigen gelobt. Aber wie sie die Weltsynode empfunden haben, darüber erzählten die Schweizer Synoden-Teilnehmerin Helena Jeppesen-Spuhler und der Beobachter und Mitglied des Bundesteams von »Wir sind Kirche« Christian Weisner in der Pallotti-Kirche in Friedberg. »Und wir bewegen sie doch«, lautete das Motto der Veranstaltung, die das Pastoraltheologische Institut (PthI) der Pallottiner zusammen mit dem Katholischen Deutschen Frauenbund organisiert hatte. Und in der Tat berichteten die Gäste, dass in Rom ein neuer bewegender Wind wehe. »Die Tatsache, dass Sie alle hier sind, zeigt, dass Sie die Kirche mitbewegen wollen«, stellte PthI-Leiter Pater Christoph Lentz zu Beginn erfreut fest. In den folgenden Statements wurde deutlich, dass die Weltsynode nicht mehr europäisch dominiert wird, sondern eine Synode der ganzen Welt ist. Die Notwendigkeit einer Weltsynode sieht Helena Jeppesen-Spuhler darin, dass die Kirche nicht mehr »auf der Höhe der Zeit sei und deshalb die Menschen befragen müsse, was sie von ihr halten«. Und so werden die Themen aus den Dekanaten, den Diözesen und den Kontinentalversammlungen in die weltweite Synode eingespeist. Frauen arbeiteten hart mit Über die Schweizer Garde hatte Helena Jeppesen-Spuhler eine Anekdote parat. Die Gardisten wollten sie zunächst mit der Bemerkung, »Medien haben hier keinen Zutritt« nicht einlassen, weil sie bei Synoden sonst nur Bischöfe erlebt hatten. Und jetzt seien »54 wunderbare Frauen, die hart gearbeitet haben«, dabei gewesen. Inhaltlich dürfe nichts nach außen dringen, betonte Helena Jeppesen-Spuhler, aber: »Was ich sagen kann: Es gab starke Momente zum Beispiel zur Rolle der Frau. Da hat die Geistkraft durch die Aula geweht.« Die Synodenteilnehmerin ist überzeugt, dass die Themen »Rolle der Frau«, »Struktur der Entscheidungsfindungen in der Kirche« und auch das Thema »queere Menschen« auf dem Tisch liegen. Auch wenn es zu letzterem vermutlich keine weltweite Einigung geben werde. »Das müsse dann regional gelöst werden«, sagte sie. Den Beteiligungsprozess fortführen Aus einer ganz pragmatischen Sicht beurteilte Christian Weisner vom Bundesteam der Kirchenvolksbewegung »Wir sind Kirche« die römische Synode. Als Stadtplaner von Beruf verglich er die Umgestaltung der Kirche mit dem Auftrag, die Altstadt von Augsburg zu sanieren. »Das würde auch Jahrzehnte dauern. Von daher verstehe ich Papst Franziskus«, sagte er. Jetzt gehe es aber darum, den Beteiligungsprozess auch in den Diözesen fortzuführen, sich zu informieren und den Begriff der Synodalität, den Franziskus aus dem II. Vatikanischen Konzil neu entdeckt hat, mit Leben zu füllen. Christian Weisner legt dabei vor allem darauf Wert, den Blick auf die Welt nicht zu verlieren. »Die Welt brennt an allen Ecken durch Terror und Krieg, da können wir es uns nicht leisten, die Zugehörigkeit zur Kirche am richtigen Sexualverhalten festzumachen«, sagte er. Christen hätten eine gemeinsame Taufe und eine gemeinsame Hoffnung als Basis der Zusammengehörigkeit. Eine Hoffnung hatte auch Helena Jeppesen-Spuhler, nämlich dass künftig mehr junge Menschen an der Synode teilnehmen. »Denn wir können nicht über die Zukunft reden, ohne junge Menschen einzubeziehen.« Alexander Schweda Sie diskutierten in der Friedberger Pallotti-Kirche über die Weltsynode: Helena Jeppesen-Spuhler, Sabine Slawik vom Katholischen Frauenbund und Christian Weisner (von links)

15 PALLOTTINER IM GEDENKEN Im Gedenken Bruder Willibald Wagenbach geb. 18.05.1927 gest. 12.12.2023 Seine Schwerhörigkeit glich Bruder Wagenbach durch seelische Feinhörigkeit aus. Der Verlust seines Hörsinns hing damit zusammen, dass er im Krieg als junger Soldat bei einem Bombenangriff verschüttet worden war. Nach seiner Kriegsgefangenschaft trat Wagenbach 1949 als Spätberufener ins Bischof-Vieter-Kolleg in Limburg ein. Sein Wunsch, Priester zu werden, erfüllte sich wegen zunehmender Hörprobleme nicht. So legte er 1962 seine ewige Profess als Bruder ab. Es folgten Jahre in Limburg als Brüderpräfekt und in der Provinzkanzlei sowie als Bibliothekar in Vallendar, wo er eine moderne Hochschulbibliothek aufbaute. Bruder Wagenbach begann, den Verlust des Hörsinns für sich als eine neue Berufung zu verstehen. Er lernte die Worte vom Mund abzulesen und entwickelte dafür seine eigene Methode, die er durch Kurse und ein Buch weiter vermittelte. Die Seelsorge für Gehörlose wurde für ihn zu einem wichtigen Betätigungsfeld. 1992 wurde er Sakristan der Hochschule in Vallendar und blieb es über 20 Jahre lang. 2015 folgte der Wechsel auf die Seniorenstation in Limburg, wo er gestorben ist. Wir sind für Sie da! Telefon: 0821/60052-580 E-Mail: meinvermaechtnis@pallottiner.org Pater Martin Manus SAC Sabine Fechtig-Zeidler Was wäre, wenn ... ... IHR TESTAMENT DIE ZUKUNFT VERÄNDERT Seit über 100 Jahren verbessern die Pallottiner das Leben von Kindern weltweit: für einen gesunden Start ins Leben, für Bildung, Schutz vor Gewalt und Ausbeutung – sofort und dauerhaft. Erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten von Vermächtnisspenden und bestellen Sie kostenlos und unverbindlich unseren Testamentsratgeber »Was wichtig ist und bleibt« – telefonisch oder per E-Mail.

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Offizierstitel 47 Abwesenheitsnachweis 48 Typ fliegt in Moskau 49 der fröhliche Heilige in Italien 51 … … … - liegst mir am Herzen 52 einer der 12 Stämme Israels 53 Wallfahrtsort in Tirol 55 hat Kragen mit Krawatte 56 Opernsolo 59 hörbar beim Stierkampf 61 Monrovia ist Landeshauptstadt 64 Stamm in Nigeria 66 sechs auf italienisch 67 der Ansicht sein 68 Kurzes Aschaffenburg 69 Amsel, Drossel, Fink und … 71 grast in der Steppe 72 im Café unterm Kaffee Senkrecht 1 Täufer nennt Jesus so (Joh 1,29) 2 Hinterhalt 3 Jäger besitzt ihn 4 Kreisstadt in der Lüneburger Heide 5 Eggenfelden (Kz) 6 Brite schreibt so neutralisieren 7 „ohne“ auf Latein 8 Wette in London 9 „Was du … von deinen Vätern“ (Goethe) 10 Klingen lassen 11 zu keiner Zeit 12 Missgunst 13 Techn. Luftwaffenschule (Abk.) 14 sagt zeitliche Begrenzung an 15 Voll göttlicher Gunst 21 „Der Leutnant von … befahl seinen Leuten“ 23 Der Sportsmann steht drin 24 Größter Staatenbund (Abk.) 26 Hauptstadt Irans 31 Konzert im Freien (engl.) 32 Hieronymus (ital.) 33 wie die Ameisen! 34 gar nicht krumm 37 Kleinfläche 40 unvorsichtig 43 Exempli gratia (Abk.) 50 Fußball: … Madrid 54 Erquickung (veraltet) 55 „O Schwarzwald, o ….“ 57 Welt… : rund um die Erde 58 im Unruhezustand (Abk.) 60 Flachland 62 Buchnummer (Akb.) 63 Großer Zeitabschnitt 65 UNO auf italienisch 68 idyllische Landschaft 70 Porta-Nigra-Stadt (Kz) Die Lösung des Rätsels senden Sie bitte bis zum 1. Mai 2024 an: Redaktion »Pallottis Werk« Vinzenz-Pallotti-Str. 14 86316 Friedberg oder redaktion@pallottiner.org 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Waagrecht 1 Nik. von der Flühe war einer 12 alles in Ordnung (engl.) 14 Bankansturm 15 griech. Buchstabe 16 nördl. Währung 17 alttest. Priester 18 Hoch mitten in Sizilien 20 gestreichelt, immer gespannt (Musik) 22 von da Abflug von Berlin 24 kurz: im Dienst 25 Leuchten beim Sofa 28 beim Skat oft auf contra! 29 beides wichtig: ernst und … 31 Nation. Militär. Vertreter in Amerika (Abk.) 32 in England etwa 2,55 cm 34 Vornehmtuer 37 gibt’s im Winter und im Sommer 39 Zeder in Paris 40 Leopard in der Mongolei 43 befällt gestresste Person 45 europ. Norm (kz) 46 klebrig 48 trinkt man in der Bretagne 49 Stichwort griechisch 50 überragt von der Wartburg 52 bekannteste Hansestadt (Kennz.) 54 griech. Vorsilbe für „gut“ 55 Schleswig (kz) 56 die Lorelei grüßt ihn 58 Schreiner wissen es: … und Feder 60 Goldsucher graben danach 62 unser täglich … gib uns heute 64 Eilauftrag (Abk.) 65 Bob-Klasse 66 bestellte Waren warten auf sie 69 Schülersprache dieses Gottesfaches 70 liegt am Lech (Kennz.) 71 Insel dichterisch 73 Worms, Mainz und Köln haben einen 75 der 5. hebr. Buchstabe 76 Verspätung von 15 min erlaubt (lat. kz) 77 Schlaf unter der Schneedecke! Senkrecht 1 Manche nehmen sich alle … 2 in froher … 3 mündet in Passau 4 durchhaltestark 5 hieß früher Noe 6 Kunstrichtung 7 Widersacher 8 „ich“ in Rom 9 da wird gefeiert 10 nennt sich so, wenn gleiche Mode gewählt wird 11 Gehirnströmeuntersuchung (Abk.) 12 Stadt und Land an der Hunte (kz) 13 schmerzlicher Gläubigenschwund 17 LENDE weit gefehlt 19 Arm des Baumes 21 Städter in Freiburgs Nähe 23 speist die Niagarafälle 26 südlichster Kanton 27 Klosterleiter, fast wie Abt 30 das „schnelle“ Essen 33 gesund für die Haut 35 Oberbürgermeister (Abk.) 36 Trauerdenkmal bei Weimar 38 Wiedergutmachung 41 Werbung: saubere Wäsche: … in der Tube 42 schützt sich wie ein Kaktus: Tier 44 Rinteln (Kennz.) 47 fertig gebraten 51 Schweizer Logo 53 gedörrte Frucht im Brot (südd.) 57 im Umbau (kz) 59 verfasste „100 Gedichte ohne Vaterland“ (Östr. Schriftsteller 1988 gest.) 61 Landstriche (veraltet) 62 CH-Hauptstädter 63 aus Oliven gepresst 67 „o …ye winds over the ocean“ 68 geballte Faust in England 72 am 15.7.2021 wurde sie Unglücksflut 74 Do-re-…-fa-so 76 Mitte von 8 Die Lösung des Rätsels senden Sie bitte bis zum 1. Februar 2024 an: Redaktion »Pallottis Werk« Vinzenz-Pallotti-Str. 14 86316 Friedberg oder redaktion@pallottiner.org FRI EDENSSTI FTER OK R U N I O T A O E R E E L I E N N A S A I T E T E G E L R ID STEHLAMPEN RE C H E I T E R N M R D I N C H E M SNOB E IS CEDRE IRBIS BURNOUT S EN TEIGIG CIDRE L E M M A E I S E N A C H I H H E E U N S L R H E I N N U T F S NUGGET BROT W E A Z W E I E R A B R U F E R E L I L L E I L A N D T D O M S H E C T WINTERRUHE Auflösung Heft 4/2023 SCHNEEEFALLGRENZE 12 1 5 2 4 9 10 13 14 11 15 16 3 6 7 8 12 1 5 2 4 9 10 13 14 11 15 3 6 7 8 Rätsel Wir verlosen: 25 kleine, aber feine Buchpreise!

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