Pallottis Werk 2024 / 1

14 PALLOTTINER INTERNATIONAL »Es gab starke Momente« Weltsynoden-Teilnehmer erlebten, dass in Rom ein neuer Wind weht Thematisch haben sie Schweigen gelobt. Aber wie sie die Weltsynode empfunden haben, darüber erzählten die Schweizer Synoden-Teilnehmerin Helena Jeppesen-Spuhler und der Beobachter und Mitglied des Bundesteams von »Wir sind Kirche« Christian Weisner in der Pallotti-Kirche in Friedberg. »Und wir bewegen sie doch«, lautete das Motto der Veranstaltung, die das Pastoraltheologische Institut (PthI) der Pallottiner zusammen mit dem Katholischen Deutschen Frauenbund organisiert hatte. Und in der Tat berichteten die Gäste, dass in Rom ein neuer bewegender Wind wehe. »Die Tatsache, dass Sie alle hier sind, zeigt, dass Sie die Kirche mitbewegen wollen«, stellte PthI-Leiter Pater Christoph Lentz zu Beginn erfreut fest. In den folgenden Statements wurde deutlich, dass die Weltsynode nicht mehr europäisch dominiert wird, sondern eine Synode der ganzen Welt ist. Die Notwendigkeit einer Weltsynode sieht Helena Jeppesen-Spuhler darin, dass die Kirche nicht mehr »auf der Höhe der Zeit sei und deshalb die Menschen befragen müsse, was sie von ihr halten«. Und so werden die Themen aus den Dekanaten, den Diözesen und den Kontinentalversammlungen in die weltweite Synode eingespeist. Frauen arbeiteten hart mit Über die Schweizer Garde hatte Helena Jeppesen-Spuhler eine Anekdote parat. Die Gardisten wollten sie zunächst mit der Bemerkung, »Medien haben hier keinen Zutritt« nicht einlassen, weil sie bei Synoden sonst nur Bischöfe erlebt hatten. Und jetzt seien »54 wunderbare Frauen, die hart gearbeitet haben«, dabei gewesen. Inhaltlich dürfe nichts nach außen dringen, betonte Helena Jeppesen-Spuhler, aber: »Was ich sagen kann: Es gab starke Momente zum Beispiel zur Rolle der Frau. Da hat die Geistkraft durch die Aula geweht.« Die Synodenteilnehmerin ist überzeugt, dass die Themen »Rolle der Frau«, »Struktur der Entscheidungsfindungen in der Kirche« und auch das Thema »queere Menschen« auf dem Tisch liegen. Auch wenn es zu letzterem vermutlich keine weltweite Einigung geben werde. »Das müsse dann regional gelöst werden«, sagte sie. Den Beteiligungsprozess fortführen Aus einer ganz pragmatischen Sicht beurteilte Christian Weisner vom Bundesteam der Kirchenvolksbewegung »Wir sind Kirche« die römische Synode. Als Stadtplaner von Beruf verglich er die Umgestaltung der Kirche mit dem Auftrag, die Altstadt von Augsburg zu sanieren. »Das würde auch Jahrzehnte dauern. Von daher verstehe ich Papst Franziskus«, sagte er. Jetzt gehe es aber darum, den Beteiligungsprozess auch in den Diözesen fortzuführen, sich zu informieren und den Begriff der Synodalität, den Franziskus aus dem II. Vatikanischen Konzil neu entdeckt hat, mit Leben zu füllen. Christian Weisner legt dabei vor allem darauf Wert, den Blick auf die Welt nicht zu verlieren. »Die Welt brennt an allen Ecken durch Terror und Krieg, da können wir es uns nicht leisten, die Zugehörigkeit zur Kirche am richtigen Sexualverhalten festzumachen«, sagte er. Christen hätten eine gemeinsame Taufe und eine gemeinsame Hoffnung als Basis der Zusammengehörigkeit. Eine Hoffnung hatte auch Helena Jeppesen-Spuhler, nämlich dass künftig mehr junge Menschen an der Synode teilnehmen. »Denn wir können nicht über die Zukunft reden, ohne junge Menschen einzubeziehen.« Alexander Schweda Sie diskutierten in der Friedberger Pallotti-Kirche über die Weltsynode: Helena Jeppesen-Spuhler, Sabine Slawik vom Katholischen Frauenbund und Christian Weisner (von links)

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