Pallottis Werk 2024 / 1

PALLOTTINER AKTUELL 4 Insel Mainau kennt er eine ganze Allee von Urweltmammutbäumen. Aber das einzelne zweistämmige Exemplar in Friedberg wirkt ebenfalls beeindruckend. Zumal diese Baumart seit der Urzeit als ausgestorben galt und erst 1941 in China wiederentdeckt wurde. Da ist also ein Fossil wieder auferstanden. Auch der Ginkgo ist im Park vertreten. Dieser Lebensbaum soll sogar die Atombombenexplosion in Hiroshima überlebt haben. Pater Maise sieht in dem Ginkgo-Baum ein Zeichen für die schöpferische Kraft Gottes. Seine Baumgeschichten verknüpft der Pallottiner mit poetischen und spirituellen Texten. Er sieht die Schönheit der Natur und will als kreativer Mensch Schönes schaffen. Gleichzeitig hat der Pater aber einen geschulten Gärtnerblick auf das weiträumige Gelände. Und Pater Maise packt dann gelegentlich selber mit an. Beispielsweise als es galt, Raupen des Buchsbaumzünslers mit Biospritzmittel loszuwerden. Für Blüten braucht es Impulse Drinnen in seinem Büro sieht es Pater Maise den Zimmerpflanzen schnell an, ob es ihnen mit neuen Trieben gut oder mit vertrockneten Blattspitzen eher schlecht geht. Pflanzen wie Menschen gehören eben pfleglich behandelt. Wie man mit anderen umgeht, lässt Rückschlüsse auf einen selber zu. Für Pater Maise ist das ein wichtiges Lebensgesetz. Manchmal braucht es aber auch neue Impulse. Denn eine ständig wohl temperierte Mittelmäßigkeit tut nicht immer gut. Die Kakteen, die Pater Maise von seiner Mutter übernommen hat, haben kühl und dunkel überwintert, um später blühen zu können. Dafür brauchen Blumenzwiebeln ebenfalls einen Kältereiz. Was auf den ersten Blick negativ erscheinen mag, könne man sich zunutze machen, so Pater Maise. Auch vom Kreislauf des Lebens kann die Botanik etwas lehren. Im Park der Pallottiner in Friedberg sind wie andernorts im Herbst die Blätter gefallen, um jetzt im Frühjahr neu zu sprießen. Und Pater Maise wird irgendwann seine Orchideen teilen. Alte Pflanzenteile ermöglichen dann Neuaustriebe und sterben später ab. »Die Zukunft führt nach vorne, nicht zurück«, sagt der Missionssekretär. Und Pflanzen haben immer ein klares Ziel. »Sie suchen den Weg zum Licht. Denn ohne Licht kein Leben«, betont Pater Maise. Für ihn ist es lebensbejahend, dass Jesus über sich gesagt hat: »Ich bin das Licht der Welt.« Aktion und Kontemplation Veränderung gehört für den 52-Jährigen Pater zum Leben dazu. Sein Wandel vom Teilzeit-Gärtner zum Missionssekretär ist für Beim Fest der Begegnung bot Pater Reinhold Maise spirituell-botanische Führungen durch den Park der Pallottiner an. Bei seinen spirituell-botanischen Führungen zeigte Pater Reinhold Maise eine kurzlebige Schönheit: Die Nachtkerze blüht nur von der Abenddämmerung bis zum nächsten Tag.

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