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hatte er sich besonders auch um die Finanzierung der neu zu er‐

bauenden Kirche zu kümmern. 1888 wurde er zum Obern der pal‐

lottinischen Mission in Brasilien mit Sitz in Caxias ernannt.  

P. Heinrich Schulte beschreibt die Situation dort folgendermaßen: 

„Gemäß dem Beschluss des Generalrates von 18. 8. 1887 wurde 

die zweite italienische Kolonie im Staate Rio Grande do Sul, die in 

Caxias ihr Zentrum hatte, im Jahre 1888 von Faà di Bruno persön‐

lich übernommen und eröffnet. P. Faà di Bruno führte auf seiner 

Reise P. Andreas Walter als ersten Pallottiner dort ein. Es war eine 

sehr schwere Aufgabe, die hier übernommen wurde. … Die religiö‐

se Lage in dieser Kolonie war geradezu trostlos. Das Gebiet zählte 

ungefähr zwanzigtausend Seelen und hatte rund 55 Filialkapellen, 

die sich die Kolonisten errichtet hatten. Sie waren auf Laiengottes‐

dienste angewiesen, da sie keine Priester hatten, die diesen Na‐

men verdienten. Der erste Seelsorger, den die Regierung selbst 

geschickt hatte, war dem Alkohol verfallen und musste vom Bi‐

schof suspendiert werden. Er waltete trotzdem seines Amtes wei‐

ter. Als das Ärgernis gar zu groß wurde, zog ihn die Regierung zu‐

rück. Dann kam einer, der selbst das Angebot machte, diese Ge‐

meinde übernehmen zu können. In der Freude, nun endlich aus 

der großen Seelsorgsnot herauszukommen, wurde er von den 

gutwilligen Siedlern bereitwillig aufgenommen. Er behauptete, 

dass alle Ehen, die unter seinem Vorgänger geschlossen worden 

seien, nicht gültig wären und wiederholt werden müssten. Auch 

die Trauungsgebühren müssten noch einmal bezahlt werden, da 

der Vorgänger suspendiert gewesen sei. Die gutwilligen Menschen 

nahmen auch dies in Kauf, um nicht wieder ohne Seelsorger leben 

zu müssen. Nach einiger Zeit fiel es jedoch auf, dass er nicht richtig 

Latein konnte, sich in den Zeremonien der hl. Messe und der Sak‐

ramentenspendung nicht auskannte und auch sonst sehr viele 

grobe Fehler machte. Es wurden Zweifel laut, ob er wirklich ein 

vollrechtiger, vom Bischof entsandter Priester sei. Am Ende er‐

kannte ihn einer als <leibhaftiger Schneider aus Porto Alegre>. Er 

hatte sich mit falschen Dokumenten den Posten erschlichen und 

Geld gemacht. Als ihm der Boden zu heiß wurde, floh er, wobei er 

Uhren, Ketten und Ohrringe u. dgl., was er in Porto Alegre in Repa‐

ratur zu geben versprach, auf Nimmerwiedersehen mit sich nahm. 

Auch die beiden Maultiere, die man ihm für die Reise geliehen 

hatte, sahen ihre Herren nicht wieder. Man kann sich die Verwir‐

rung vorstellen, die entstand, als sich herausstellte, dass alle die 

heiligen Messen, die Sakramente, die Trauungen und andere kirch‐