Und wenn die Wahrheit mich vernichtet - Lehrerausgabe
- 7 - Der erste Baustein konfrontiert anhand von Zitaten verschiedener inhaftierter Geistlicher mit den unmenschlichen und lebensbedrohlichen Umständen im Konzentrationslagers Dachau. Die Zitate lassen erkennen, dass trotz der unvorstellbaren Verhältnisse der Glauben vielen eine Kraftquelle war und dabei Trost sowie Zuversicht in der lebensfeindlichen Umgebung spendete. Im zweiten Baustein steht die Geschichte des Konzentrationslagers Dachau von 1933 bis zur Gegenwart im Mittelpunkt. Dabei richtet sich der Blick auf die angrenzenden Gedenkorte, das ehemalige Außenlager Mühldorf, die Geistlichen im KZ Dachau, die Aussagen von Zeitzeugen und die Märtyrer des Glaubens. „Aut Caesar – aut nihil“ – alles oder nichts. Der dritte Baustein lenkt den Blick auf die Person Richard Henkes und sein Verständnis vom Priester-Sein als Kreuzträger für andere. Im Mittel- punkt stehen die Erlebnisse im Ersten Weltkrieg, die Studienjahre in Limburg, die Pflege des kranken Mitbruders Franz Xaver Salzhuber und die Krisenzeit vor seiner Priesterweihe. Pater Henkes beteiligte sich an der Vervielfältigung und Verbreitung der Enzyklika „Mit bren- nender Sorge“ und bezog offensiv Stellung gegenüber dem NS-Regime. Daher steht im vierten Baustein die Auseinandersetzung mit dem Reichskonkordat, welches das Verhältnis zwischen dem Deutschen Reich und dem Heiligen Stuhl regeln sollte, und der Enzyklika „Mit brennen- der Sorge“ im Fokus, in der Papst Pius XI. gegen die Konkordatsbrüche protestierte und dem NS-Regime eine kirchliche Absage erteilte. In Hadamar, unweit des Heimatorts von Pater Henkes, befand sich eine von insgesamt sechs Tötungsanstalten, die im Rahmen des Euthanasieprogramms der Nationalsozialisten errichtet wurden. Richard Henkes protestierte öffentlich gegen die Mordaktion und verurteilte sie. Der fünfte Baustein befasst sich mit der NS-Rassenhygiene, der Ersten und Zweiten Mordphase, dem Protest des Münsteraner Bischofs von Galen, der Tötungsanstalt Hadamar sowie den Tätern und Opfern. Pater Henkes handelte bis zuletzt nach seinem Glauben und Gewissen. Der sechste Baustein blickt daher auf den Lebensweg von Richard Henkes bis zu seinem Tod zurück, sein persön- liche Spiritualität, die Kraft seines christlichen Glaubens und sein Gottvertrauen. Gleichzeitig richtet sich der Blick in die Zukunft: In Zeiten von Krisen, Konflikten und Flucht gewinnt rechtsextremes Gedankengut wieder an Popularität. Was ist Rechtsextremismus? Welche Ge- fahren gehen vom Rechtsextremismus aus? Wie kann damit umgegangen werden und welche Verantwortung trage ich als Staatsbürger und Christ? Ich wünsche allen, die diese Arbeitshilfe nutzen, eine kreative und vor allem nachhaltige Aus- einandersetzung mit Pater Richard Henkes, indem die Jugendlichen erkennen, weshalb es auch heute noch von Bedeutung ist, sich als Staatsbürger und Christ für politische Gerechtigkeit und die Einhaltung der Menschenrechte mit persönlichem Engagement einzusetzen.
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