Und wenn die Wahrheit mich vernichtet - Lehrerausgabe
- 9 - Anwendung des Bausteins Über 2.700 Geistliche waren im Konzentrationslager Dachau in den Wohnbaracken Block 26, 28 und 30 inhaftiert. Mehr als 1.000 von ihnen überlebten diese Zeit nicht. 1941 wurden auf den Befehl Himmlers alle in Konzentrationslagern oder anderen Haftanstalten befindlichen Geistlichen unabhängig ihrer Konfession im Lager Dachau zusammengezogen. Durch die Ver- handlungen der Fuldaer Bischofskonferenz konnte in Stube 1 von Block 26 eine Kapelle für die Geistlichen eingerichtet werden, um dort die heilige Messe zu feiern. Die Geistlichen waren trotz der unmenschlichen und lebensbedrohlichen Umstände bemüht, ein Leben im Glauben zu führen. Die täglichen Messfeiern und Gebete in der Kapelle von Block 26 spendeten ihnen Kraft und Trost in der lebensfeindlichen Umgebung. Die verschiedenen Zitate ( M1 ) von Geistlichen aus dem KZ Dachau geben einen kleinen Ein- blick in die für uns unvorstellbaren Verhältnisse und lassen erkennen, dass der Glauben vielen eine Kraftquelle war. Die Zitate sollten in ausreichender Anzahl kopiert und im Kreis ausgelegt werden. Bei meditativer Musik können die SuS (Schüler und Schülerinnen) sich frei im Raum bewegen und haben die Möglichkeit, sich die Zitate in Ruhe durchzulesen. Jeder Schüler wählt nun ein Zitat aus. Es kann ein Zitat sein, zu dem die Jugendlichen mehr erfahren wollen, das sie besonders bewegt, wozu sie etwas mitteilen möchten, was sie bewegt … Die Zitatauswahl von M1 kann natürlich ergänzt werden. Weitere Zitate finden sich z.B. auf der Homepage www. selige-kzdachau.de. Nachdem die SuS das ausgewählte Zitat auf das Arbeitsblatt M2 geklebt und dazu schriftlich Stellung bezogen haben, findet ein Austausch im Plenum statt. Aufgrund der Thematik sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Die Ergebnisse des Austauschs werden mithilfe der Methode „Wäscheleine“ festgehalten. Hierzu sollte im Vorfeld an einer geeigneten Stelle des Raumes eine ausreichend lange Leine befestigt werden. Wichtig ist, dass die Leine den normalen Unterrichtsverlauf nicht behindert und über mehrere Stunden im Raum ver- bleiben kann. Somit ist es möglich, im weiteren Verlauf die Fragen und Gedanken der Schüler nochmals aufzugreifen. Die ausgefüllten Arbeitsblätter M2 werden dann mit Wäscheklammern an der Leine befestigt. Abschließend kann bei Bedarf Zeit zur Verfügung gestellt werden, damit die Jugendlichen nochmals die Ergebnisse ihrer Mitschüler lesen können. Für die weitere Arbeit ist es zudem hilfreich, wenn die Arbeitsblätter mit Namen versehen sind, sodass man den Verfasser im Unterrichtsverlauf direkt ansprechen bzw. einbinden kann. Baustein 1 Geistliche im KZ Dachau
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