Totenbrief Pater Franz-Josef Ludwig SAC

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Im Gedenken

Pater Franz-Josef Ludwig SAC starb im Alter von 84 Jahren

Am 22. März starb in der Universitätsklinik in Bonn unser Mitbruder Pater Franz-Josef Ludwig SAC. Er war 84 Jahre alt, fast 60 Jahre Pallottiner und 57 Jahre Priester.

Geboren wurde Franz-Josef Maria Ludwig am 2. Januar 1934 in Mainz-Kostheim. Seine Eltern waren der Oberstadtsekretär Hans Ludwig und seine Frau Anna, geborene Horn. Zusammen mit seiner Schwester verlebte er in seiner Familie eine glückliche Kindheit, war in der Maria-Hilf-Kirche Messdiener und gehörte seit seiner Gymnasialzeit 1945 zur Marianischen Kongregation. Er wollte Missionar werden. Die Familie kannte die Pallottiner und ihr Wirken durch die Zeitschriften der Gemeinschaft. Hans Ludwig war jahrelang Förderer gewesen; zwei seiner Jugendfreunde waren Pallottiner-Missionare geworden, die Patres Karl Lortz und Wilhelm Fell. So wechselte Franz-Josef Ludwig 1950 auf das Bischof-Vieter-Kolleg in Limburg. Im März 1954 machte er auf dem Städtischen Gymnasium sein Abitur und ging in das Noviziat der Gemeinschaft nach Olpe. Hier legte er am 25. April 1956 seine erste Profeß ab; am 25. April 1959 folgte die ewige. Nach dem Studium der Philosophie und der Theologie wurde er am 16. Juli 1960 in der Wallfahrtskirche in Vallendar durch den Trierer Bischof Matthias Wehr zum Priester geweiht.

Es folgte die pastorale Ausbildung in der Pfarrei St. Konrad in Koblenz-Metternich und durch das Pastoraltheologische Institut Friedberg in der Pfarrei St. Georg und Michael in Augsburg-Göggingen. Die Beurteilungen sprechen einhellig von seiner Distanz zu Verwaltungsarbeiten, seiner sorgfältigen Vorbereitung von Unterricht und Predigt und von seinem Können und seiner Freude an der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern. Es verwundert also nicht, dass P. Ludwig 1962 an das Hermann-Josef-Kolleg in Rheinbach entsandt wurde, um im dortigen Internat als Erzieher zu wirken. Provinzial P. Ludwig Münz bittet den jungen Priester ausdrücklich, im Internat für eine Atmosphäre zu sorgen, die den Jungen so gut wie möglich die Geborgenheit in der heimischen Familie ersetzen solle. Schwerpunkt in seiner Arbeit wurde für P. Ludwig nun die Freizeitgestaltung. Mit seiner Gitarre konnte er für Musik und Gesang begeistern. Auf seine Initiative hin entstand die Big-Band, die später einmal den guten Ruf des 1965 in Vinzenz-Pallotti-Kolleg umbenannten Gymnasiums mit Internat weit über Rheinbach hinaustragen sollte. 1965 eröffnete das große Zelt-Lager in Südtirol den Reigen der Sommerfahrten, mit denen P. Ludwig gerade auch Jungen aus weniger begüterten Familien großartige Erlebnisse von Gemeinschaft, Kultur- und Naturerfahrung vermitteln konnte. P. Ludwig bastelte gerne und entdeckte eines Tages sein Talent, Ton zu formen. Eine neue Passion war geboren, die den Mainzer (ein Leben lang „verriet“ ihn seine Sprache) zu einem der bekanntesten Pallottiner in der Vordereifel und an der Ahr werden ließ.

Das Vinzenz-Pallotti-Kolleg war damals noch im Aufbau. Die Schulleitung wurde auf den begabten Erzieher aufmerksam und erreichte 1970 bei der Schulbehörde in Düsseldorf seine Anstellung als Gymnasiallehrer für Kunst und Religion. Diese Tätigkeit leistete er mit großer Freude bis zu seiner Pensionierung 1999. Wieder schaute P. Ludwig nicht nur auf den Kernbereich seines Auftrages. Da das Gymnasium zunächst nur von Internatsschülern besucht wurde und er eine Öffnung auf die Elternschaft und in die Rheinbacher Gesellschaft wollte, „erfand“ er das jährliche Kollegsfest, das sich zu einem der programmintensivsten und best besuchten Schulfeste der Region entwickeln sollte. Ein Gleiches gilt für die Kunst- und Buchausstellung, die er zusammen mit P. Johannes Regel in jedem Advent organisierte.

Ein Markenzeichen für „KuLu“ (= Kunst-Ludwig), wie die Schüler ihn nannten, wurden seine Ton- und Bronze-Plastiken, die er noch bis in die letzten Monate seines Lebens entwickelte. Sie zieren nicht allein Wohnungen, Häuser, Kirchen und Kapellen, sondern auch den öffentlichen Raum in Rheinbach und Umgebung. Unzählige Ehrungen und Ausstellungen sprechen von der Anerkennung, die P. Ludwig für seine Arbeit zuteil wurde. Seine Kunst sprach wohl auch deshalb viele Menschen an, weil sie in ihrer Unbekümmertheit und Naivität von seinem kindlichen Vertrauen sprach, das er aus seiner Familie in Mainz in die Arbeit in Rheinbach bewahrt hatte.

In dieses kindliche Vertrauen gehörte auch sein Gottvertrauen. Er selbst meinte, dass er mehr mit seinen künstlerischen Arbeiten als mit seinen Predigten bewirke. Jedoch waren seine Schulgottesdienste und vor allem seine jahrzehntelange Sonntagsaushilfe in Kirchsahr sehr geschätzt.
Es verletzte P. Ludwig, wenn zuweilen in Mitbrüder-Kreisen seine Kunst nicht den erhofften Anklang fand, umso stolzer war er, wenn er mit ihrer Hilfe Missionsstationen der Gemeinschaft unterstützen konnte oder auch die von ihm initiierte Schulpartnerschaft mit der Slowakei.

P. Ludwig gehörte zu jener Pallottiner-Generation, die mit ungeheurem persönlichem Einsatz für den Auf- und Ausbau des Vinzenz-Pallotti-Kollegs gearbeitet hat. Niemand weiß, welchen Schmerz ihm die Schließung des Kollegs, die er loyal mittrug, bereitet hat. Und die stark zunehmenden Krankheiten und Einschränkungen seines Alters. Hier waren ihm die aktive Wertschätzung des letzten Schuleiters, Herrn Helmut Kirfel, und die wohlwollende Sorge der Rektoren Werner Dohn und Horst Liedtke eine große Stütze. Der stille Heimgang von P. Franz-Josef Ludwig ist gleichsam ein Zeichen, dass sein kindliches Vertrauen gerade jetzt von Gott nicht enttäuscht wird und in seiner bergenden Ewigkeit Erfüllung findet.

Wir feiern die Eucharistie im Gedenken an P. Franz-Josef Ludwig SAC am Mittwoch, dem 28. März 2018, um 10.30 Uhr in der Pallottinerkirche/ Unterkirche St. Marien zu Limburg, Wiesbadener Straße 1. Anschließend geleiten wir den Verstorbenen auf den Friedhof der Gemeinschaft zu seinem Grab. An Stelle zugedachter Kranzspenden erbitten wir im Sinne des Verstorbenen eine Spende für die missionarischen Aufgaben unserer Gemeinschaft (Pallottiner K.d.ö.R., Hypo-Vereinsbank Augsburg, IBAN DE75 7202 0070 0007 7054 17).

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2018-03-28T10:22:15+00:00