Pallottis Werk 2025 / 4

PALLOTTINER AKTUELL 4 Freude in Lilongwe, Vallendar und Friedberg Drei Priesterweihen in Malawi, zwei ewige Versprechen und eine Profess in Deutschland Am 13. September erlebten die Pallottiner in Malawi einen historischen Festtag: Hunderte von Gläubigen strömten zur Pfarrei St. John in Msamba in der Erzdiözese Lilongwe, um die Weihe von drei Priestern und einem Diakon mitzufeiern. In Vallendar versprachen sich zwei Mitbrüder auf Lebenszeit Gott und der Gemeinschaft. In Friedberg gab es eine Profess. Bischof Yohane Suzgo Nyirenda von der Diözese Mzuzu im Norden Malawis, in der Pallottiner tätig sind, kam in die Hauptstadt Lilongwe, um Barnet Chikani, Gabriel Yotamu und Yohane Lucas die Priesterweihe zu spenden. Maurice Isaac Mvula wurde zum Diakon geweiht. Im Namen der Eltern dankte Andrew Yotamu für die Berufung der Söhne. Er hob hervor, dass Gebet, familiäre Unterstützung und die Begleitung durch Lehrer und Ausbilder den Weg der Kandidaten geprägt haben. In seiner Predigt ermutigte Bischof Nyirenda die Familien, jungen Menschen die Berufung zu Priestertum, Ordensleben oder Ehe als echte Wege der Nachfolge Christi nahezubringen. Er erinnerte daran, dass die Familie die erste Schule des Glaubens und ein fruchtbarer Boden für Berufungen sei. Provinzial Pater Markus Hau sprach von einem »Bild des offenen Tores«: Der Bischof habe das Tor seiner Diözese für die Pallottiner geöffnet, Eltern hätten ihre Tore weit gemacht, indem sie ihre Söhne der Kirche anvertrauten, und die Neupriester hätten ihr Tor geöffnet, indem sie den Ruf Gottes annahmen. Pater Gabriel Yotamu lächelt, dass ausgerechnet sein Vater im Weihegottesdienst gesprochen hat. Denn seine Eltern seien zunächst dagegen gewesen, dass er Priester werde. 1992 ist er in Lilongwe in einer Lehrerfamilie mit seinen sechs Geschwistern aufgewachsen und war gerne Messdiener. Er wollte seinem Bruder ins Priesterseminar folgen, aber die Eltern waren dagegen. Und der Bruder wurde auch nicht Priester. Da lernte er einen Malawianischen Priester kennen, der in Südafrika Pallottiner geworden war. Das lockte ihn. So ging er auch nach Südafrika, wo Pallottiner seit 1922 tätig sind. Ihn überzeugte das Gemeinschaftsleben und so absolvierte er sein Postulat, das Noviziat, das Theologiestudium und ein Pastoraljahr in Südafrika. Gerne erinnert er sich an die Zeit, als Pater Johannes Wilhelmi in Merrivale sein Rektor war. Oft unterhielt er sich mit dem damaligen Provinzial, Pater Helmut Scharler, dieser gewann ihn für die Internationale Ausbildungskommunität in Vallendar. So kam er 2021 nach Deutschland und machte bei Professor Pater Peter Ramers SVD sein Lizenziat im Fach Religionswissenschaften. Im letzten Jahr wurde er zum Diakon geweiht und jetzt zum Priester. Pater Gabriel Yotamu möchte im Unterschied zu seinen beiden neugeweihten Mitbrüdern in Deutschland wirken. Darum nimmt er jetzt Teil am pallottinischen Ausbildungsprogramm des Pastoraltheologischen Institutes in Friedberg und ist in der Pfarrei Kaufbeuren als Pastoralpater tätig. »Ich mag die deutsche Sprache. Und ich muss sie immer noch mehr lernen«, sagt er. Es mache ihm Freude, zu predigen. Und er schätze die deutsche Ordnung und Pünktlichkeit. Die Kirche sei anders als in seinem Heimatland, »irgendwie freier«. Und den Kulturschock, dass es abends immer kalte Platte und kein warmes Essen gebe, den habe er längst überwunden. Wichtig ist ihm sein Primizspruch »Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt« (Joh 15,16). Er glaube an seine Berufung und wolle helfen, dass alle Getauften ihre je eigene entdecken. Die deutsche Sprache macht ihm Spaß: Pater Gabriel Yotamu

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