Pallottis Werk 2025 / 4

14 PALLOTTINER UNIO Einander kennen und verstehen Vom 7. bis 14. September tagte die Generalversammlung der »Vereinigung des Katholischen Apostolates«. Die Vereinigung, meist »Unio« genannt, ist die Ursprungsidee Vinzenz Pallottis. Als »Internationale Vereinigung von Gläubigen« vom Vatikan anerkannt, ist die Generalversammlung das höchste Gremium, das turnusgemäß die Leitung wählt und das Leben der Gruppierung reflektiert. Zusammen im Geiste Pallottis: Die Teilnehmenden der Unio-Generalversammlung. Freude auf dem Petersplatz: Die neue gewählte Präsidentin Gabriela Acerbi (zweite von links) mit Delegierten aus Deutschland und Österreich. Zur Unio gehören in Deutschland die Pallottiner und Pallottinerinnen, die Meringer Theresienschwestern, die Hildegardisschwestern von Pirmasens und eine große Zahl von Frauen und Männern, die »nicht als Ordensleute leben, aber mit nicht weniger Begeisterung, Einsatz und Freude als einzelne oder auch in verschiedenen Gruppen ihre Berufung als Apostel in Kirche und Welt leben«, wie es in einem Resümee der Generalversammlung heißt. Seit einiger Zeit gibt es z.B. neben dem Apostolatskreis Hofstetten, dem Unio-Kreis Hochaltingen oder »Movimento Pallotti« in Berlin die Unio auch im Internet, wo die Gemeinschaft »com-unio« aktiv ist. Die Generalversammlung, die im »Centro San Giovanni XXIII.« in Frascati bei Rom tagte, beschäftigte sich mit der Frage, wie man dem Ideal Pallottis heute Leben und Gesicht geben könne. Heißt das, mitzuwirken an der Fortentwicklung der Kirche zu einer »synodalen Kirche«? Die Versammlung hatte sich das Motto gegeben: »Das Charisma: Eine einzige Gabe, eine einzige Berufung.« Dahinter stand das Lebensideal aus der Apostelgeschichte »Die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele…« (Apg 4,32). Viele Teilnehmende erlebten dieses Mal eine neue Atmosphäre der Generalversammlung. Denn im Vorfeld hatte das entsprechende Vatikanische Dikasterium bemängelt, dass auf den bisherigen Versammlungen die Vielfalt der verschiedenen Berufungen nicht genügend zum Ausdruck gekommen sei. Es trafen sich die Präsidentinnen und Präsidenten aus den verschiedenen Ländern, etwa 30 Personen, wobei die Brüder, Patres und Schwestern dominierten. Jetzt kamen fast 80 Frauen und Männer aus aller Welt in Frascati zusammen, um miteinander über die Zukunft zu sprechen, über ihren Auftrag in Kirche und Welt und natürlich auch, um einander kennen- und verstehen zu lernen. Denn die Situation der Kirche ist je nach Ländern und Kontinenten unterschiedlich. So vertrat die Unio aus Deutschland nicht mehr allein der Präsident des Deutschen Koordinationsrates, Pater Edward Fröhling, sondern auch eine Delegation, bestehend aus Irmgard Walter-Mader, Maria Dimpfl, Monika Urban und Thomas Philipp Reiter. Österreich wurde vertreten durch Pater Sascha Heinze und Brigitte Proksch. Die Versammlung wählte für die kommenden fünf Jahre eine neue, internationale Leitung. An der Spitze des »Generalkoordinationsrates« steht als »echte Römerin« Gabriela Acerbi. Alle Delegierten, gleich aus welchem Kontinent sie kamen, waren bewegt von der Frage: Wie kann in Zeiten von Brüchen und Krisen in den verschiedenen Gesellschaften der Glaube an Jesus Christus überzeugend und gewinnend gelebt werden? Wie können Frauen und Männer der Unio suchende Menschen mit der Spiritualität Vinzenz Pallottis in Kontakt bringen? Hier komme es stark auf den Lebensstil, den Glauben und die Glaubwürdigkeit des einzelnen an. Daneben spielten Fragen der Begleitung von Neumitgliedern eine Rolle. Gebet, Gottesdienst und geselliges Beisammensein über alle Sprachgrenzen hinweg gaben der Versammlung eine gute Atmosphäre und eine inspirierende Dynamik. red

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