13 PALLOTTINER BUNT & BEWEGT Profanierung in Bruchsal Exerzitien in Limburg Besuch in Brasilien Der 29. Juli war für viele in Bruchsal ein trauriger Tag. Nachdem die Gemeinschaft ihre Niederlassung im dortigen St. Paulusheim schon vor über einem Jahr aufgegeben hatte (fünf Pallottiner leben noch in der Stadt), stand nun die Profanierung der Kapelle an. Im vollen Gotteshaus verlas Provinzial, Pater Markus Hau, das entsprechende Dekret des Erzbischofs von Freiburg. Ein Chor aus Lehrkräften der Schule gestaltete den Abschiedsgottesdienst musika- »Was fehlt, wenn Pallotti fehlt?« – unter diesem Motto stand die Exerzitienwoche des Teams vom Jugendhof Pallotti Lennestadt. Hauptberufliche und ehrenamtliche Honorarkräfte zogen sich im August für ein paar Tage ins Missionshaus der Pallottiner in Limburg zurück, um der eigenen Spiritualität auf den Grund zu gehen und sich inSeit Jahrzehnten war kein Oberer aus Deutschland mehr in Brasilien. Im Juli besuchte Provinzial, Pater Markus Hau, die Mitbrüder dort. Vor über 30 Jahren ging Pater Sepp Wasensteiner nach Nordbrasilien und leitet heute lisch. Schulklassen brachten mit Plakaten an den Wänden zum Ausdruck, was ihnen der Geweihte Raum bedeutete. Da waren Stichworte zu lesen wie Ruhe, Stille, Gott, Gemeinschaft erfahren. Der für Bruchsal zuständige Rektor, Pater Christoph Lentz aus Friedberg, erinnerte an den 14. März 1923, an dem erstmals das Allerheiligste in die Hauskapelle übertragen worden war. Seit damals sei der Heilige Raum Herzstück für Schule und Internat gewesen, Ort des Gebetes und der Gemeinschaft vieler Bruchsaler mit den Pallottinern. Offen sprach er an, dass es in den Jahren des Abschiednehmens auch Verletzungen, Enttäuschungen und Missverständnisse gegeben habe, »vielleicht auch das Gefühl der Entwurzelung im tensiver mit der Spiritualität des heiligen Vinzenz Pallotti auseinanderzusetzen. Die Exerzitien boten Raum für persönliche Stille, gemeinsames Gebet, geistliche Impulse und vor allem für den Austausch mit der pallottinischen Gemeinschaft vor Ort. Besonders wertvoll war die Begegnung mit den dort lebenden Pallottinern, die ihre Erfahrungen, ihr Leben und ihren Glauben mit dem Team teilten. Vor allem Pater Heinz-Willi Rivert brachte dem Jugendteam das Gottes-, Kirchen- und Menschenbild Pallottis nahe. Die Impulse aus die Pfarrei in Timbiras mit ihren unzähligen Kapellengemeinden. Seit kurzem arbeiten mit ihm zwei Mitbrüder aus Nigeria. Sieben Pallottiner wirken insgesamt in der Region und in Schulen, Pfarrei und Krankenstationen sechs Pallottinerinnen. Deshalb reiste mit Pater Hau die Limburger Provinzoberin, Schwester Astrid Meinert, mit nach Brasilen. red Glauben« durch den Verlust dieses Raumes. In seinem Gebet dankte Rektor Lentz für die vielen guten Erfahrungen, die die Schulgemeinde hier gemacht habe, für die Eheleute, die sich hier ihr Jawort gaben, für die Kinder, die hier getauft wurden. Und nicht zuletzt für die Mitbrüder, die hier das Wort Gottes glaubwürdig verkündet haben. Er äußerte seine Überzeugung, dass es in Bruchsal neue Formen der Erfahrung und Weitergabe von Glaube und christlicher Hoffnung geben werde. Übrigens: Die Madonna der Kapelle wird in Zukunft einen Platz in der Schule haben. red der pallottinischen Spiritualität, die Offenheit für alle Menschen, das Verständnis von Kirche als gemeinschaftlichem Auftrag – all das wurde greifbar und erlebbar. Viele Teilnehmende spürten neu, wie sehr die Werte Pallottis auch heute Orientierung geben können – persönlich, spirituell und im gemeinsamen Wirken mit jungen Menschen. Theresa Hellekes Von rechts nach links: P. José Orlando da Cruz, P. Cornelius Agajele, P. Edvan Vieira Sena, P. Mark Ezeamaechi, P. Markus Hau, P. Sepp Wasensteiner
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