Pallottis Werk 2025 / 4

12 PALLOTTINER VOR ORT »Hier kann ich meine Berufung leben.« Seit mehr als 25 Jahren gibt es das »Geistliche Zentrum an Haus Wasserburg«. Schon als Student war Pater Dirk Gottwald der Begriff »Lebensmehrung« wichtig. Darum absolvierte er parallel zum Studium eine therapeutische Ausbildung und ist heute Menschen in Not ein guter Begleiter. Aus ganzem Herzen Seelsorger und Therapeut: Pater Dirk Gottwald Wir sitzen im Gesprächszimmer des »Geistlichen Zentrums an Haus Wasserburg«. Der Blick aus dem Fenster geht auf die Jugendbildungsstätte in Vallendar-Schönstatt; daneben die Pallottikirche. Hier lebt und arbeitet Pater Dirk Gottwald. Hier ist er Vizerektor der elf Pallottiner, die zur Hausgemeinschaft gehören. In der Pallottikirche feiert er regelmäßig Gottesdienste. Sein Schwerpunkt liegt im »Geistlichen Zentrum an Haus Wasserburg«. Das »an Haus Wasserburg« ist ihm wichtig. Denn »Haus Wasserburg« sei »im Großraum Koblenz-Neuwied eine Marke«. In der Tat sind die Gottesdienste und die Bildungsarbeit überregional gekannt und geachtet. So kommt es, dass sich immer wieder Leute an Pater Gottwald bzw. das »Geistliche Zentrum« wenden. 1967 in Solingen in der dortigen Pallottiner-Pfarrei geboren, engagierte er sich stark in der Jugendarbeit, und wurde dann selbst Pallottiner. Schon während des Studiums wurde ihm der Begriff »Lebensmehrung« im Sinn einer Qualität wichtig. Er wollte Menschen in seelischer Not qualifiziert begleiten. Deshalb begann er während dieser Zeit eine therapeutische Ausbildung. Bei Pater Gerhard Domann, der damals an der Hochschule in Vallendar das Fach Pastoralpsychologie vertrat, schrieb er seine Diplomarbeit »Geistliche Begleitung in der Spannung von Anpassung und Selbstverwirklichung«. 1999 kam es zur Gründung des »Geistlichen Zentrums an Haus Wasserburg«. In seiner Homepage stellt sich das Zentrum so vor: »Geistliches Zentrum für Spiritualität und Begleitung. Offen für alle, die aufgrund ihrer persönlichen Lebenssituation neue Orientierung suchen oder für sich eine kontinuierliche Begleitung wünschen«. Pater Gottwald arbeitet mit verschiedenen Teams zusammen; als Pallottiner wirken mit ihm die Patres Arthur Pfeifer und Helmut Scharler. Es kommen Menschen zu ihm mit ihren Fragen und Nöten. Er hört zu, er begleitet, er berät einzelne, Paare und Gruppen. Heute kann er auf ein weites Erfahrungsfeld zurückschauen. Zu seiner Arbeit zählt auch die Begleitung von Pfarrgremien oder Ordensleitungen bzw. Gemeinschaften, die vor großen Veränderungen stehen. Da ist es gut, sagt Pater Gottwald, wenn »jemand von außen« auf die Situation schaut, Ängste und Hoffnungen erkennt und mit den Beteiligten klärt, welche Schritte zu gehen sind. Spannend sei immer der Beginn, sagt er. Meist rufen Menschen an. Er vereinbart einen Erstgesprächstermin, dem weitere folgen können. Er wisse am Anfang nicht, auf welche Situationen er stoße. Da gehe es um Trauerbegleitung oder um Paarbegleitung. Das Thema Angst sei nicht selten. Und manchmal kämen mit der Zeit Dinge zur Sprache, die am Anfang gar nicht im Mittelpunkt standen. Hier begegnet Pater Gottwald auch sexuellem oder geistlichem Missbrauch. Er selbst bewahrt sich seine innere Freiheit durch eine Supervisionsgruppe, die Austausch und berufsbegleitende Reflexion ermöglicht. Was kommt als nächstes neben den Einzel- oder Gruppengesprächen? Pater Gottwald erzählt von einem Bibliodrama-Kurs im Kloster Arenberg bei Koblenz. Man schaut in die Bibel und erlebt so Biblische Zeit. Man verknüpft diese mit dem eigenen Leben und erlebt Lebenszeit. In der Gemeinschaft wird der Kurs so zur Glaubenszeit. Biblische Zeit, Lebenszeit, Glaubenszeit – mit diesem Dreischritt hilft Pater Gottwald suchenden Menschen, Alltag und Glauben zu verbinden. »Ich kann hier echt meine Berufung leben«, sagt Pater Gottwald und muss unser Gespräch beenden, denn das nächste steht an. hz Infos über das »Geistliche Zentrum an Haus Wasserburg« und die »Aktion Patenschaft«: haus-wasserburg.de oder haus-wasserbrug.de/ geistliches-zentrum

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