Pallottis Werk 2025 / 4

11 PALLOTTINER VOR ORT von Vergangenem frei machen für etwas Neues – für eine neue Verwurzelung aus dem Geist des Apostolats, in der Nachfolge Jesu. Und: »Auch der heilige Vinzenz Pallotti mahnt uns: Geht, bleibt Pilger, dann werdet ihr im Segen sein!« Hofstetten sei über Jahrzehnte ein Ort des Rückzugs, der Begegnung mit Gott und ein fester Anker im Leben vieler Menschen gewesen. Nun gehe eine prägende Phase zu Ende – eine Entscheidung, die unter anderem auf den demografischen Wandel im Orden zurückzuführen sei. Die Gemeinschaft zähle in Deutschland noch etwa 150 Brüder und Patres, von denen 40 unter 60 Jahre alt seien. Der Rückzug aus Hofstetten bedeute jedoch nicht das Ende pallottinischer Sendung, sondern vielmehr eine Verlagerung der Kräfte – im Geiste des Ordensgründers Vinzenz Pallotti, der alle Christinnen und Christen immer wieder zur aktiven Mitgestaltung von Kirche und Gesellschaft aufrief. Ein geistliches Zentrum von regionaler Ausstrahlung Auch die stellvertretende Landrätin Gerlinde Graßl blickte in ihrer Ansprache auf die beeindruckende Entwicklung des Hauses zurück. Aus einem abgelegenen Bauernhof sei ein geistliches Zentrum von regionaler Ausstrahlung geworden – ein Ort, an dem christlicher Glaube gelebt, Gemeinschaft gepflegt und Bildung vermittelt worden sei. Sie erinnerte an die drei zentralen Anliegen der Pallottiner: die Vertiefung des Glaubens, den Einsatz gegen weltweite Armut und das Zeugnis der grenzenlosen Liebe Gottes. Die Bürgermeisterin von Falkenstein, Heike Fries, erinnerte an die Feierlichkeiten zur 100-jährigen Grundsteinlegung der Hauskapelle im Jahr 2022. Damals habe es noch Hoffnung auf eine Zukunft am Standort gegeben – gestützt durch eine engagierte Gruppe von über 20 Ehrenamtlichen, die in einer Zukunftswerkstatt konkrete Konzepte für die Weiterführung des Hauses entwickelten. Trotz des Weggangs bleibe der Wunsch bestehen, Hofstetten als geistlichen Ort zu erhalten. Dekan Ralf Heidenreich ordnete den Abschied als Teil eines umfassenderen Umbruchs in der Kirche ein. Auch wenn ein Kapitel geschlossen werde, bleibe das Buch des Glaubens geöffnet. Pfarrer Adolf Schöls erinnerte an zahlreiche Priestertreffen, die in seiner Zeit als Seelsorger in Nittenau in Hofstetten stattgefunden hatten. Spiritueller Mittelpunkt einer starken Gebetsgemeinschaft Domkapitular Josef Kreiml aus Regensburg unterstrich, dass mit jeder Entwurzelung auch die Chance für neues Wachstum einhergehe. Ein Beispiel dafür sei Pater Klaus Schäfer, der als Klinikseelsorger in Regensburg tätig bleiben werde. Claudia Rosenhammer, Vertreterin des Apostolatskreises und der Zukunftswerkstatt, sprach von ihrer großen Liebe und Beheimatung im Haus, von vielen wunderbaren Erfahrungen und äußerte die Hoffnung, dass Hofstetten auch in Zukunft als spiritueller Mittelpunkt bestehen könne. In den letzten Jahren sei dort gerade in den Zeiten der Unsicherheit eine starke Gebetsgemeinschaft zusammengewachsen. Pater Hau dankte dem letzten Rektor von Hofstetten, Pater Markus Reck, für seine geistliche und organisatorische Leistung vor Ort, die ein so festliches und versöhntes AbschiedNehmen ermöglicht habe. Dieser bedankte sich bei den 16 Mitarbeitenden, die mit großem Engagement für das leibliche Wohl der Gäste sorgten. So überwog bei Speis und Trank trotz Freude. red Gute Stimmung im Speisesaal: die Küche von Hofstetten hielt immer Leib und Seele zusammen! Wo alles begann: Kapelle der Scherzhaften Muttergottes, 1885 gestiftet von Maria und Josef Meindl. Plaudern »von den guten, alten Zeiten«: Rektor Pater Markus Reck mit Dominikanerinnen, die einst zur »Seele des Hauses« gehörten.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjY4MzQ=