Pastoraltheologisches Institut (PthI) in Friedberg
Postfach 1362
D-86313 Friedberg
Tel.: 0821 60052-330 (Regens) -363 (Sekretariat)
Fax: 0821 60052-364
E-Mail: pthi@pallottiner.org
Bürozeiten: Montag bis Freitag 8.00 bis 12.00 Uhr
Über diese Institution
Zur Geschichte
Das Pastoraltheologische Institut (PthI) existiert seit dem Jahr 1961. Es vermittelt Diakonen und Jungpriestern der deutschsprachigen Pallottiner und anderer religiöser Gemeinschaften und Orden die pastoraltheologische Ausbildung und Formation. Seit der Inkraftsetzung der Rahmenordnung für die Priesterausbildung in den deutschen Diözesen im März 1978 führt das Institut die zweite Bildungsphase, d.h. den einjährigen Pastorallehrgang und die weitere Einführung in die Seelsorge bis zur Abschlussprüfung (Pfarrexamen) im fünften Jahr durch. Die Erfahrung der eigenen seelsorgerlichen Unbeholfenheit war für den Pallottinerpater Dr. Alfons Fehringer der Auslöser, ein solches Institut zur Ausbildung und Begleitung von Ordenspriestern zu gründen. Als junger Priester zum Spezialstudium nach Paris geschickt, stand er eines Tages hilflos am Bett eines Sterbenden. Seine Sprachlosigkeit in dieser existenziellen pastoralen Situation bewegte ihn zu diesem wegweisenden Schritt.
Für die damalige Zeit war diese Art der Berufseinführung von Ordenspriestern ein Novum. Die Notwendigkeit von praktischen Kompetenzen in der Seelsorge mit dem Ziel, Seel-Sorge als ganzheitliche Begleitung für den Menschen zu begreifen und jenseits der akademischen Wirklichkeit in den konkreten Lebenssituationen pastoral zu handeln, erforderte ein neues Programm für Formation. Seit der Gründung vor mehr als fünfzig Jahren schickten neben den Pallottinern rund zwanzig Orden und religiöse Gemeinschaften ihre Mitbrüder zur pastoralpraktischen Ausbildung an das PthI. Das Institut verstand sich von Anfang an als ein Ort, der für alle Ordens- und geistlichen Gemeinschaften offen steht. Insgesamt sind in den fünf Studienjahren momentan ca. 80 Mitbrüder am PthI in Ausbildung.
Zur Grundidee
Grundlage für die inhaltlichen Themen (Module) der Formation am PthI ist die aktuelle Rahmenordnung der deutschen Bischofskonferenz für die Priesterausbildung vom 1. Januar 2004 der Maßstab. Formation in dieser sogenannten „Zweiten Bildungsphase" - nach Abschluss des Theologiestudiums und Diakonenweihe -, bedeutet zunächst einmal, dass die Seelsorger im ersten Jahr der insgesamt fünfjährigen Ausbildung in die aktuelle Situation der Gemeindepastoral hineinwachsen. Der flankierende pastoraltheologische Rahmen während der gesamten fünfjährigen Ausbildung ist die klassische Trias der Grundfunktionen der Kirche: Leiturgia, Diakonia, Martyria (erweitert und ergänzt durch die zwei weiteren Zuordnungen Prophetia und Koinonia). Die regelmäßigen Theorieeinheiten, Intensivkurse, Seminartage dienen der Praxisbegleitung und Reflexion. Summa Summarum verbringen die Teilnehmer im ersten Jahr acht bis neun Wochen am Pastoraltheologischen Institut.
Zuerst als Diakone, dann als Neupriester machen die Teilnehmer des Pastoraltheologischen Studienjahres in Pfarreien ihre oftmals ersten pastoral-praktischen Erfahrungen nach dem Theologiestudium. Dabei lässt sich deren Perspektive aus Sicht des PthI in den ersten vierzehn Monaten wie folgt zusammenfassen: Pastoralpraktikanten sind nicht nur als Volontäre zu betrachten, sondern bereits in echte Verantwortung zu nehmen. Predigen, Gottesdienste feiern, Religionsunterricht halten, Projekte für die Jugendarbeit entwickeln, Kranke betreuen und Familien begleiten. Sie sollen dabei lernen, auf der kompletten Klaviatur der Gemeindepastoral zu spielen. Dabei wird aber eine Anpassung der Gemeindepastoral an die veränderten Bedingungen immer notwendiger. Es finden Paradigmenwechsel und Umbrüche in den Gemeinden statt. Die Sinus-Milieustudie belegt, dass kirchliche und gesellschaftliche Lebenswelten immer mehr auseinanderklaffen.
Deswegen ist es dem Pastoraltheologischen Institut ein Anliegen, neue Wege zu suchen, die Diakone und Neupriester mit den verschiedenen Lebenswelten in den Gemeinden vor Ort in Kontakt zu bringen. Unser Alltag als Ordensleute und Priester konzentriert sich oftmals zu sehr auf die Kirche, die Gemeinde, die Kommunität und ihre Aufgaben. Da sich das Leben, der Alltag der Menschen, auf ganz andere Fragen konzentriert und in Bahnen bewegt, in denen Kirche und Gott eher selten vorkommt, ist die Gefahr einer schleichenden religiösen Entfremdung den Lebenswelten systemimmanent. Das Konzil hat das erstmals in den Blick genommen und Pastoral und Seelsorge bekanntermaßen ganz neu beschrieben: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi". Seelsorge beginnt also damit, die alltäglichen Bekümmernisse und Bewegtheiten der Menschen vor Ort zu teilen. Das Pastorale Einführungsjahr soll dafür genug Raum schaffen. Er soll als Hilfe und Möglichkeitshorizont für alle Beteiligten entsprechend strukturiert werden. In Absprache mit den Praktikumspfarrern werden (wo möglich) Räume für folgende Alltagspraktika geschaffen:
Schule, Kindergarten, Altenheim, Krankenhaus, Sozialstation, Standesamt, Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, Sozialberatung, Einzelhandel, Industrie, Arbeitsamt, Jugendtreff, Sportverein, Kneipe, Ambulanz (...) Allein schon ein Erstkontakt mit diesen verschiedenen Orten der Begegnung in den verschiedenen Lebenswelten kann schon den persönlichen und kirchlichen Horizont „entgrenzen" und unter anderem den Blick für den sozial-politischen Auftrag der Kirche schärfen.
Neu im Programm des Pastoraltheologischen Institutes ist die sogenannte „Life-Supervision" in den Praktikumspfarreien, für die sich die Teilnehmer optional entscheiden können. An zwei Tagen während des Praktikumszeit wird der betreffende Diakon oder Priester von einem erfahrenen Supervisor/einer Supervisorin in seinem pastoralen Alltag begleitet. Life- Supervision vor Ort ist in der Regel näher am unmittelbaren Geschehen und an den konkreten Möglichkeiten und Problemen einer Praktikumszeit. Zusätzlich dazu findet einmal pro Jahr für alle Jahrgänge eine dreitägige Gruppensupervision/Reflexion am Pastoraltheologischen Institut statt.
Nähere Auskünfte gibt gerne der Regens und sind dem Studienprogramm zu entnehmen.
Aktuelles Programm 2011/12:
09.07. - 20.07.2012 Jugendpastoralkurs (Freising)
12.08. - 24.08.2012 Sommerkurs (Freising)
17.09. - 21.09.2012 Persönlichkeitskurs I (Friedberg)
07.10. - 12.10.2012 Verkündigung II (Friedberg)
04.11. - 10.11.2012 Einführungswoche Pastoraljahr 2012/2013 (Friedberg)
18.11. - 23.11.2012 Erfahrungsorientierter Kurs (Friedberg)
Ansprechpartner
Regens
P. Thomas Lemp SAC
Weiterführende Links
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