Wenn ich über das Besondere an der Berufung zum Pallottiner nachdenke, muss ich zuerst einmal sagen, dass ich natürlich genauso gut in jeder anderen Gemeinschaft hätte „landen“ können. Vielleicht könnte man auch sagen: es war ein Zufall, dass ich zuerst auf die Pallottiner aufmerksam gemacht wurde. Allerdings glaube ich nicht an Zufälle. Heute – nach fast 20 Jahren – bin ich fest davon überzeugt, dass die Pallottiner am besten zu mir „passen“.
Denn in dieser Gemeinschaft gibt es unterschiedliche Männer mit verschiedenen Charismen und Begabungen. Wir sind eine bunte und lebendige Gemeinschaft. Viele Mitbrüder sind engagiert, wenn es darum geht, unsere Zukunft zu gestalten; zu überlegen, auf welchen Weg wir in den kommenden Jahren gerufen und vor welche Aufgaben wir gestellt sind.
Jeder hat seine je eigene, ganz spezifische Berufung und Aufgabe. Ein Priester soll selbstbewusst Priester sein dürfen. Dagegen ist ein Bruder kein verhinderter Priester, sondern ein Pallottiner, der in seinem Beruf pallottinisch denkt, lebt und arbeitet. Ein Bruder, der Lehrer ist, darf froh und stolz sein, im Sinne Pallottis Werte und Wissen zu vermitteln. Wichtig dabei ist, dass die Zusammenarbeitfunktioniert und so gemeinsam pallottinischer Geist am Apostolat Jesu Christi verwirklicht wird.
Auch wenn die Apostolatsfelder oft ganz unterschiedlich und bunt wie die Gemeinschaft selbersind – wir alle wissen uns dem verpflichtet, was Vinzenz Pallotti so ausdrückt: „Jeder Christ empfindet (...) Freude beim Gedanken, unseren Herrn Jesus Christus nachahmen zu dürfen. Doch wenige gibt es, die sich beharrlich und wirklich anstrengen, ihn nachzuahmen (...). Zu diesen wenigen sollen alle zählen, die dem Katholischen Apostolat angehören.“
Es ist uns durchaus bewusst, dass wir alle unterschiedliche Charismen und Begabungen haben, aber wir leben und arbeiten gemeinsam im Sinne des Katholischen Apostolates, um bei den Menschen den Glauben zu vertiefen und ihre Liebe zu Gott und dem Nächsten neu zu entzünden.
Wir bringen uns innerhalb der Kirche in ganz unterschiedlichen pastoralen Feldern ein. Es gibt bei uns Pallottinern eigentlich nichts, was es nicht gibt! Ich kann in der ganz „normalen“ Pfarrseelsorge einer Gemeinde tätig sein, in die Bildungsarbeit mit Jugendlichen oder Erwachsenen einsteigen, aber auch in den speziellen Feldern der Seelsorge wirken, wie etwa in der Flughafenseelsorge, in der Krankenhaus- oder Altenseelsorge, als Militärseelsorger oder Exerzitienbegleiter.
Dabei ist es unser Ideal, nicht als Einzelkämpfer leben und arbeiten zu müssen, sondern eben in Gemeinschaft - das heißt Einzelstationen sollten eher die Ausnahme bleiben. Das war und ist für mich ein wichtiger Punkt! Dieses Leben in Gemeinschaft als Ideal, das sich viele im Zusammenhang mit ihrer Berufung wünschen, zeichnet uns aus.
Vinzenz Pallotti sagt dazu: „Das Gute, das vereinzelt getan wird, ist für gewöhnlich spärlich, unsicher und von kurzer Dauer, und selbst die hochherzigsten Bemühungen einzelner führen zu nichts Großem, (...) wenn sie nicht vereint und auf ein gemeinsames Ziel hingeordnet sind.“ – Um dieses gemeinsame Ziel geht es uns. Dafür bin ich Pallottiner geworden.