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Schritte auf unserem Ausbildungsweg

Berufungspastoral

Die Begleitung von Interessenten während ihrer ersten Schritte in die Gemeinschaft hinein geschieht durch den Beauftragten für Berufungspastoral. An ihn sind Anfragen zu richten. Er nimmt den Kontakt auf und beantwortet sie. Er bittet den Interessenten um einen Lebenslauf und eine Darlegung der Motivation. Dem Erstkontakt schließt sich in der Regel ein persönliches Gespräch mit ihm oder mit einem anderen Pallottiner an. Dieses erste Gespräch dient dem gegenseitigen Kennenlernen und der ersten Abklärung der Motivation. Dabei werden weitere Schritte miteinander vereinbart:

- Die Teilnahme an Angeboten der Berufungspastoral und an Treffen der Interessenten
- Zeiten des Mitlebens in einer oder mehreren Hausgemeinschaften
- Geistliche Begleitung
- Alltagskontakt zu einem Mitbruder / zur Gemeinschaft
- Kontakt halten zum Beauftragten für Berufungspastoral
- Die Dauer dieser Begleitung wird individuell geregelt und vereinbart

Stellt sich im Laufe der Zeit beim Interessenten der konkrete Wunsch nach einem Eintritt in die Gemeinschaft heraus, sollte im Frühjahr (April/Mai) eines Jahres eine Entscheidung getroffen werden. Denn dann erfolgt eine Zeit des Mitlebens in der Noviziatsgemeinschaft. Dem Gespräch mit der Noviziatsleitung schließt sich das Vorstellungsgespräch beim Provinzial bzw. seinem Stellvertreter an. Erst nach diesen Gesprächen erscheint die Antragstellung auf Zulassung zum Postulat als sinnvoll. Bei diesem Gespräch werden die Bewerbungsunterlagen ausgehändigt. Diese sollen bis zum 1. Juli eines Jahres im Provinzialat vorliegen. Der Provinzial und sein Rat entscheiden über die Zulassung zum Postulat.

Postulat

Vor dem Noviziat durchlaufen unsere Kandidaten eine vierwöchige Zeit des Postulates, in der ein erstes Kennenlernen der Kandidaten untereinander und das Klären erster inhaltlicher Fragen und Aspekte stattfindet. Das Postulat findet in der Regel im Monat September statt.

Noviziat

Gegen Ende dieser vier Wochen erfolgt die Antragstellung zum Noviziat, das jährlich Anfang Oktober in Salzburg beginnt und zwei Jahre dauert.

Voraussetzungen für eine Zulassung sind:

- Psychische und physische Stabilität und Belastbarkeit
- Affektive Reife
- Fähigkeit zur Selbstreflexion
- Alter zwischen 18 und 38 Jahren
- Abgeschlossene Berufsausbildung oder Abitur

Ziel des Noviziates ist es, dass jeder Novize eine tragfähige Entscheidung darüber fällen kann, ob er in der Lebensform der evangelischen Räte in der Gemeinschaft der Pallottiner sein Leben leben und gestalten kann. Ebenso prüft in dieser Zeit die Gemeinschaft, ob der Novize zu uns passt.

Vier Bereiche sind in der Zeit des Noviziates zentral:

- Förderung der persönliche Reifung
- Ausbau der Gottesbeziehung
- Stärkung der Gemeinschaftsbefähigung
- Einübung in apostolische Aufgaben

Daneben werden für das Leben in unserer Gemeinschaft wichtige Inhalte vermittelt, wie z.B.:

- Leben und Wirken Vinzenz Pallottis
- Geschichte und Spiritualität unserer Gemeinschaft
- Spiritualität der evangelischen Räte

Wer sich in der Zeit des Noviziates für unsere Gemeinschaft entscheidet und zur Ablegung der ersten zeitliche Versprechen zugelassen wird, erhält das Kleid der Gemeinschaft (Habit) und legt die erste Profess in Salzburg ab.

Das neue Noviziatshaus auf dem Mönchsberg in Salzburg wurde am 2. Oktober 2009 durch Erzbischof Alois Kothgasser eingeweiht. Hier verbringen die Novizen ihre ersten beiden Jahre auf dem Weg in die Gemeinschaft.

Zweite Bildungsphase

Für Priesteramtskandidaten schließt sich in der Regel das fünfjährige Studium der Theologie an. In dieser Zeit leben sie in der Ausbildungskommunität („ABC") an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar. Zusammen mit dem Regens und dem Spiritual gestalten sie das Leben und die Ausbildungsbelange vor Ort.

Für Brüder beginnt nach dem Noviziat die begleitete Arbeit in einem Apostolatsfeld, innerhalb oder außerhalb der Gemeinschaft. Dies geschieht  im Rahmen der mitgebrachten beruflichen Qualifikation. Eine weitere Ausbildung kann aber auch angestrebt werden.

Auch für die Brüder ist der Regens weiterhin der Ausbildungsleiter. Im sogenannten Juniorat begleitet er sie im Hineinfinden in die Arbeitssituation und gewährleistet neben der konkreten Arbeit auch eine qualifizierte Ausbildung in Theologie, Spiritualität und Seelsorge.

Nach frühestens drei, spätestens aber nach sechs Jahren erfolgt die ewige Weihe, d. h. die Bindung an die Gemeinschaft auf Lebenszeit. Ihr folgen bei Priesteramtskandidaten die Diakonen- und die Priesterweihe.

Ständige Weiterbildung

Mit der Bindung auf Lebenszeit ist die Ausbildungsphase nicht abgeschlossen. Vielmehr ist jeder Mitbruder aufgerufen, sich darüber hinaus ständig weiterzubilden. Das Pastoraltheologische Institut in Friedberg (bei Augsburg) bietet dafür verschiedene Angebote an. Für Priesteramtskandidaten beginnt nach der Diakonenweihe die pastorale Ausbildung, die zunächst 14 Monate dauert und nach vier Jahren mit der zweiten Dienstprüfung ihren Abschluss findet. Jeder Mitbruder ist eingeladen, alle fünf Jahre an einem Weiterbildungskurs teilzunehmen. Darüber hinaus gibt es spezielle Kurse für Jüngere Mitbrüder, aber auch für ältere, die entsprechende Fragestellungen der jeweiligen Lebensphase aufgreifen.

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