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Unio

Die Erfahrung von Gottes Liebe und Barmherzigkeit öffnete Vinzenz Pallotti die Augen für die Nöte seiner Zeit. Sie drängte ihn, Antwort darauf zu geben. So findet in einer großartigen Intuition am 9. Januar 1835 die Idee einer Vereinigung des Katholischen Apostolates konkrete Gestalt. Er notiert in seinem Tagebuch, dass Gott ihn zu einem Werk beruft, das dem Apostolat, der Sendung der Kirche dienen soll. Dieses katholische - d.h. allgemeine, universal-weltweite, allumfassende - Apostolat soll

1. dazu dienen, den Glauben in der ganzen Welt zu verbreiten,

2. den Glauben unter den Katholiken wiederbeleben und vertiefen,

3. durch Werke der Liebe allen Menschen helfen, den Gott unendlicher Liebe im Menschen zu erkennen.

Vinzenz Pallotti prägte die Vereinigung des Katholischen Apostolates, heute Unio genannt (vom Lateinisch-Italienischen: unione) durch seine eigene spirituelle Erfahrung: Gott hat den Menschen in barmherziger, sich verschenkender Liebe als sein Ebenbild erschaffen und erlöst. Diese Liebe drängt, berechtigt, ja verpflichtet jeden, mit Gott, und mit den Schwestern und Brüdern im Apostolat zusammenzuwirken.

Zu seinen Lebzeiten erlebt Vinzenz Pallotti eine stetige, wenn auch turbulente Entwicklung seiner Vereinigung des Katholischen Apostolates. Da die Mitglieder sehr verschieden sind, denkt er an verschiedene Formen der Zugehörigkeit und unterschiedliche Organisationsstrukturen. Dabei geht es ihm nicht so sehr darum, neue Gruppierungen in der Kirche zu schaffen, als vielmehr die bereits existierenden zu beleben und ihr Apostolat wirksamer zu gestalten.

Vinzenz Pallotti sieht seine Unio offen für alle christlichen Lebensformen und Dienste. Ihr können Männer und Frauen, Laien, Kleriker und Ordensleute, Verheiratete und Alleinlebende angehören, wie auch ganze Pfarreien, Klöster, Kollegien, karitative Einrichtungen. 

Und er ist fasziniert vom Zönakulum, dem Bild des Obergemachs, in dem die junge Christengemeinde nach der Himmelfahrt Jesu den Heiligen Geist erwartet. Er sieht Maria, die Königin der Apostel, mit den Jüngerinnen und Jüngern im Geist vereint. Sie bitten um die Gaben des Geistes, sie wachsen in Glauben und Liebe, sie lassen sich vom Geist senden.

Durch das Zweite Vatikanische Konzil hat die Kirche das von Vinzenz Pallotti vertretene Kirchenbild und Apostolatsverständnis bestätigt. Das Konzil forderte außerdem alle geistlichen Gemeinschaften auf, unter Berücksichtigung der veränderten Zeitverhältnisse den „Geist und die eigentlichen Absichten der Gründer" neu zu entdecken.

Entsprechend diesem Konzilsauftrag begannen die einzelnen Gliedgemeinschaften der Vereinigung des Katholischen Apostolates, die Pallottiner und die verschiedenen Schwesterngemeinschaften (Pallottinerinnen, Hildegardisschwestern, Theresienschwestern) mit der zeitgemäßen Erneuerung. Bald wurden sie sich ihrer wechselseitigen Verbindung und Zugehörigkeit zum Gesamtwerk bewusst. Sie erkannten, dass sie nicht unabhängig voneinander, sondern nur miteinander dem gemeinsamen Ursprung schöpferisch treu bleiben konnten.

Diese Einsicht führte zu immer engerer Zusammenarbeit. Im Aufeinander-Hören bemühten sich die Gemeinschaften, Wesen und Auftrag des Gesamtwerkes zu ergründen. Auch entstanden weltweit neue Gemeinschaften innerhalb der Unio, unter ihnen zahlreiche Laiengruppierungen. Die Unio ist offen für alle christlichen Charismen, Dienste, Lebensformen und Arten von Gemeinschaften. Einzelne Personen, Gruppen oder Gemeinschaften.

Alle Mitglieder der Unio sind gleichberechtigt. Priester und Laien, Einzelmitglieder und gemeinschaftlich Verbundene, alle haben im Blick auf die Sendung der Vereinigung grundsätzlich dieselbe Verantwortung. Weitere Informationen finden Sie auf folgender Internetseite.

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