Exerzitien
Was sind Exerzitien?
Exerzitien sind eine Abfolge von religiösen Übungen, die sich in ihrer Dynamik an den verschiedenen Traditionen und Schulen innerhalb der Kirche orientieren. Am bekanntesten sind die „Geistlichen Übungen" wie sie im gleichnamigen Exerzitienbuch des Hl. Ignatius von Loyola beschrieben sind. Die klassische Form, die sogenannten Großen Exerzitien, werden in einem Zeitraum von 30 zusammenhängenden Tagen gemacht, häufiger sind 8-10 tägige Exerzitien, oder auch kürzere Exerzitien, bis hin zu den sogenannten „Exerzitien im Alltag".
Ziel jeglicher Art von Exerzitien ist es, dass die Person, die die Übungen macht, ihr Leben dem Willen Gottes entsprechend ordnet und gestaltet. Die geistlichen Übungen öffnen einen Raum, in dem der/die Übende innerlich reifen und wachsen kann unter der Führung des Heiligen Geistes und so mehr und mehr dem befreienden Wirken Gottes auf die Spur kommen kann. Es geht also um eine tiefgreifende und verwandelnde Erfahrung der Nähe und Gegenwart Gottes.
Der Inhalt der Exerzitien besteht vornehmlich in persönlichen Gebetszeiten. Die Inhalte orientieren sich in erster Linie an der Heiligen Schrift und gegebenenfalls aus traditionellen oder zeitgenössischen spirituellen Meditationsimpulsen.
Die Gestaltung und der Ablauf der Exerzitien beschreiben den Weg der in die Nachfolge Jesu führt. Diese Nachfolge setzt eine bewusste Wahl und Entscheidung voraus, beziehungsweise lädt immer wieder neu ein, in Freiheit und Liebe zu Gott diese Wahl je neu zu treffen. Die Grundlage und Motivation dieser Wahl ist eine Erfahrung. Ohne Erfahrung Gottes gibt es kein authentisches (christliches) Leben. Deshalb sind Exerzitien nicht bemüht, das „viele Wissen" über Gott zu mehren, sondern sind auf das „Innerlich-die-Dinge-Verspüren-und-Schmecken" (Hl Ignatius) hin ausgerichtet. Weil dieses „Verkosten von innen her" etwas sehr persönliches und intimes ist, steht die Einzigartigkeit der Exerzitantin/des Exerzitanten, sowie deren Beziehung zu Gott im Mittelpunkt.
Deswegen sind auch persönliche Begleitgespräche integraler Bestandteil von Exerzitien. Die Stille, also das „beredte" Schweigen, gehört als wesentlicher Bestandteil dazu und ist äußerlicher und innerlicher Ausdruck der Bereitschaft zu „hören" was Gott spricht. Gerade in unserer hektisch gewordenen Zeit ist die Begleitung hin zur Stillefähigkeit oft not-wendend.
Die Rolle des Begleiters, also desjenigen, „der die Exerzitien gibt", ist in der Anmerkung 15 des Exerzitienbuches von Ignatius wie folgt beschrieben: „ ... in diesen geistlichen Übungen [ist es] beim Suchen des göttlichen Willens angebrachter und viel besser, dass der Schöpfer und Herr selbst sich seiner frommen Seele mitteilt, indem er sie zu seiner Liebe und seinem Lobpreis umfängt und sie auf den Weg einstellt, auf dem sie ihm fortan besser dienen kann. Der die Übungen gibt, soll sich also weder zu der einen Seite wenden oder hinneigen noch zu der anderen, sondern in der Mitte stehend wie eine Waage unmittelbar den Schöpfer mit dem Geschöpf wirken lassen und das Geschöpf mit seinem Schöpfer und Herrn."
Abschließend ist zu sagen, dass die Früchte guter Exerzitien zur Erneuerung und Bereicherung der Kirche und zur Wiederherstellung ihrer Stimme im Leben der Menschen beitragen können. Kirche ist dann ein Raum, in dem Menschen in der Tiefe ihres eigenen Herzens eine Erfahrung machen die stark genug ist, die Welt in der Kraft Gottes zu verwandeln.
Wir Pallottiner bieten an ganz verschiedenen Orten unterschiedliche Arten von Exerzitien und Besinnungstagen an. Wo genau erfahren Sie beim Blick auf die Landkarte unserer Provinz. Welche dieser Formen für Sie geeignet sind, klären Sie am besten direkt im Kontakt mit der jeweiligen Einrichtung.





















