Kirche im sozialen Brennpunkt
Der Stadtteil Nord-Neukölln hat die höchste Hartz IV-Dichte Deutschlands. Die Arbeitslosenquote liegt bei 17%, in einigen Stadtvierteln sogar bei 35%. Der Ausländeranteil liegt bei 37% , Menschen mit Migrationshintergrund sind über 50 Prozent. In den Kirchengemeinden kommt rund jede 4. Person aus einem anderen Land - wobei es in der katholischen Kirche ja keine AusländerInnen gibt. In einer großen Bevölkerungsdichte treffen ein starkes interreligiöses und ein religionsfernes Milieu aufeinander.
Wir sind als Pallottinische Gemeinschaft bewusst 1993 in diesen Stadtteil gezogen, um mit der Gemeinde St. Christophorus das Projekt "Kirche im sozialen Brennpunkt" zu entwickeln. Als pallottinsiche Unio-Gemeinschaft leben wir als Bruder (gelernter Schlosser und Betriebswirt), Frau (Diplomtheologin und Pastoralreferentin) und Priester zusammen und freuen uns, dass aus der Gemeinde der Anstoß zu der Unio-Gemeinschaft "Movimento-Pallotti - eine Hand voll Leben" gekommen ist. Inzwischen leben übergemeindlich 14 Personen in verbindlichen Selbstverpflichtungen wie eine tägliche „happy hour mit Gott" oder einer wöchentlichen sozialpolitischen Aktion. Denn Vinzenz Pallotti war bekanntlich Mystiker und Apostel, und für ihn gehörte zum Apostolat nicht nur die Verkündigung und das Gebet, sondern auch die konkrete Tat der Nächstenliebe.
Sein geschwisterliches Kirchenbild der Zusammenarbeit und Kooperation leitet uns. Für uns hat "Kirche im sozialen Brennpunkt" drei Dimensionen -sozial, spirituell, kulturell - und ist ein Antwortversuch auf die Nöte, Fragen und Sehnsüchte unserer Umgebung. Sozial - vielfältige Begegnungen mit Armen, Pallotti-Mobil ("Bedürftige helfen Bedürftigen"), Gewährung von Kirchenasyl usw. Spirituell - das Mühen um lebendige, vielfältige Gottesdienstformen, Meditation, Glaubenskurse für Wege erwachsenen Glaubens usw. Kulturell - literarischer Treff, Musikkonzerte, internationales Essen, Kleinkunst. Verstärkt werden wir uns jetzt auch um die Dimension ökologisch-nachhaltig bemühen, da sie ja weltpolitisch immer dringender wird als "Bewahrung der Schöpfung" - und wir natürlich in kirchlichen und auch pallottinischen Kreisen oft auf eine große Unsensibilität zu diesen Themen stoßen, gerade auch im eigenen Lebensstil.
Besonders für die sozialen Projekte sind wir auf Spenden angewiesen und dankbar für jede Unterstützung. Meditation und Glaubenskurse ziehen auch gemeindeferne Menschen an. Gerade die pallottische Idee, dass jede und jeder ein Apostel und eine Apostelin sein kann, motiviert uns, Menschen darin zu stärken, unseren Glauben durch Wort und Tat weiterzugeben. Wir freuen uns, dass auch regelmäßig Erwachsene sich entscheiden, katholisch zu werden. Kulturelle Projekte ermöglichen wie soziale eine gute Vernetzung im Stadtteil und darüber hinaus.
Das Netztwerk "Katholische Kirche Nord-Neukölln" mit den Nachbargemeinden St. Clara und St. Richard verbindet sich unter dem Leitbild "Kirche im sozialen Brennpunkt". Wir sind 20.000 Katholiken unter 180.000 Menschen. Das Erzbistum kann aus Sparzwängen nur noch eine gemeinsame Pfarrbürostelle finanzieren. Auch hier sind wir auf Spenden für unser Projekt "Zukunft" angewiesen, um unsere Arbeit sinnvoll organisieren zu können. Gerade auch der pallottinische Geist der Zusammenarbeit und Gemeinschaft hilft uns in unserem Netzwerk in einer "Kultur des Miteinander" und "Spiritualität des Füreinander".
Weitere Aktionen
03.07.2012
Sinnedom in Vallendar – Sommer-Überraschungsfilm
13.-19.02.2012




















