Pallottinisches Medienapostolat
Glauben vertiefen, verlebendigen, verbreiten
Von den Anfängen bis heute
Vinzenz Pallotti war sicher kein Journalist im heutigen Sinne, der für Zeitungen Artikel über aktuelle Ereignisse verfasste. Dennoch stand für Pallotti eine Publikation am Anfang seiner apostolischen Arbeit im Mittelpunkt. Er und sein Freundeskreis wollten ein Buch von Alfons von Liguori in arabischer Sprache für die Christen in islamischen Ländern drucken lassen. In diesem Zusammenhang gründete man einen Verein, der sich den Namen „Katholisches Apostolat" gab. Die Keimzelle der pallottinischen Gemeinschaften war entstanden, das Presseapostolat im Ursprung enthalten.
Seit dieser Zeit ließen die Pallottiner die große Chance, die ihnen durch die modernen Kommunikationsmittel eröffnet wurden, nie ungenutzt. Sie nahmen und nehmen die Presse zu Hilfe, um ihre „Mission" zu erfüllen. Die Evangelisierung Kameruns benötigte Missionare und Geld. So trat P. Max Kugelmann, Gründer der Limburger Provinz, in Kontakt mit dem deutschen Afrika-Verein. Dieser warb in dessen Organ „Gott will es" im Namen der Pallottiner um Spenden und Mitarbeiter. Die „Halbjährigen Berichte" von Pater Kugelmanns waren die ersten Druckerzeugnisse aus Limburg. Im Laufe der Zeit wurde die katholische Presse - nicht zuletzt durch die Berichte aus der Mission - regelrecht zur Triebfeder kirchlichen Lebens.
Und P. Kugelmann wusste dies zu nutzen. 1894 gründete er den „Stern von Afrika" (ab 1924 „"Stern der Heiden") mit der Kinderbeilage „Der kleine Missionar" und den Kameruner „Missionskalender", aus dem der heutige Pallottiner-Lesekalender entstand. Information für Spender und Missionsinteressierte stand dabei im Vordergrund. Aber neben der Mission zur Evangelisierung Afrikas hatte die Gemeinschaft nie ihre „Mission" in der Heimat vergessen, wie es von ihrem Gründer stets gefordert wurde: Glauben vertiefen, verlebendigen, verbreiten. Zu diesem Zweck kauften die Pallottiner 1899 vom Verlag Riffarth die Zeitschrift „Die katholische Welt" mit der Beilage „Der Rosenkranz" dazu. Viele Familien erhielten daraus Anregung und Impulse für ein Leben aus dem Glauben.
Der nächste logische Schritt: Die Gründung eines eigenen Verlags am 21. Dezember 1900. Die hauseigene Druckerei nahm am 25. März 1903 ihren Betrieb auf. Das publizistische Spektrum war breit. Geschichtliches und Weltkirchliches standen ebenso auf dem Programm wie Theologisches und Erbauliches. Die Patres Joseph Lukas, Hermann Skolaster, Ferdinand Kaster, Alois Hein und Heinrich Maria Köster gehörten zu den herausragenden Autoren der ersten Jahrzehnte.
Die restriktiven Pressegesetze des Dritten Reiches machten dem Verlag und den Zeitschriften das Leben schwer. Der Pallottiner-Verlag gab seinem Namen einen neutralen Anstrich und nannte sich ab 1939 „Lahn-Verlag". Trotzdem kam es zu Kriegsbeginn zum Verbot der Zeitschriften, der Verlag musste 1942 seine Arbeit einstellen. Auch das „Katholische Apostolat", die Zeitschrift der damaligen süddeutschen Pallottiner-Provinz (gegründet 1924 in Bruchsal) hatte unter der Nazi-Herrschaft zu leiden und musste die Produktion ebenfalls stoppen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und in der Zeit um das Zweite Vatikanische Konzil kam es zu gewaltigen Umbrüchen: „Die Katholische Welt" und der „Stern von Afrika" wurden eingestellt, da man sie nicht mehr für zeitgemäß hielt, „Rosenkranz" im Norden und „Katholisches Apostolat" im Süden setzten aber wieder zu neuen Höhenflügen an. Das Bedürfnis der Leserschaft nach Vermittlung von Glaubenswissen und Information über die zahlreichen Apostolatsfelder der Pallottiner war immens und ließ die Auflagenzahlen in die Höhe schnellen.
1950 entstand in der norddeutschen Provinz mit „Pallottis Werk - daheim und draußen" eine weitere Zeitschrift, die sich bis heute dem Kontakt zu den Wohltätern und Förderern verschrieben hat. Ab 1964 prägte Pater Wilhelm Schützeichel diese Publikation über Jahrzehnte wie kein anderer. Aktuelle Nachrichten, Portraits, Reportagen und Personalmeldungen lassen Informationen aus der pallottinischen Welt greifbar werden.
1966 wurde aus „Rosenkranz" „Das Zeichen". Von 1969 bis 1991 drückten P. Hans Wallhof zusammen mit P. Heinz Perne dieser Monatszeitschrift ihren unverwechselbaren Stempel auf. Ungefähr zur gleichen Zeit lenkten die Patres Alois Frank, Karl Stelzer und Anton Dosenberger die Geschicke von „KA" im Süden. Mehr und mehr brachte der damalige Provinzial und heutige Generalrektor der Gemeinschaft P. Fritz Kretz den Zusammenschluss der beiden Publikationen ins Gespräch. 1998 war es dann soweit. Der heutige Namen „KA+das zeichen" geht auf die Fusion der beiden Zeitschriften zurück.
Presseapostolat heute - mit allen seinen modernen Formen - ist und bleibt untrennbar mit pallottinischer Identität verbunden. Denn ohne Gott und ohne das Evangelium Jesu Christi ist das Leben letztlich ohne Sinn. Deshalb werden wir Pallottiner nicht müde, allen Gläubigen Mut zu machen und die Suchenden zu begleiten. Wir tun dies inspiriert durch Vinzenz Pallotti: mit dem gedruckten und gesprochenen Wort.
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22.-24.06.2012
Dein Herz ist Deine eigene Medizin - Seminar in FS
27.04-04.05.2012




















