Im Gedenken an Pater Geßwein

Pater Geßwein verstarb mit 77 Jahren

Am Vormittag des 10. Juni 2016 verstarb unser lieber Mitbruder

 

  1. Roland Geßwein SAC

 

mit 77 Lebens-, 55 Profess- und 50 Priesterjahren

in der Palliativstation des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in München.

 

Roland Geßwein wurde am 21. September 1938 in Heilbronn-Böckingen als zweites von drei Kindern des Stabsfeldwebels Eugen Geßwein und dessen Ehefrau Ida, geb. Gerweck, geboren. 1943 erreichte die Familie die Nachricht, dass der Vater in Russland gefallen ist. Doch der Glaube hat die Familie weiterhin geprägt. Als Roland 1950 die fünfte Klasse der Volksschule in Böckingen besuchte, schrieb er mit entschlossener Schrift ein Aufnahmegesuch an das Missionshaus St. Bernhard der Pallottiner in Schwäbisch Gmünd: „Ich möchte Priester werden!“ Von dort wechselte er 1952 an das pallottinische Gymnasium St. Paulusheim in Bruchsal, wo er 1959 die Reifeprüfung ablegte. Am 1. Mai des gleichen Jahres begann er in Untermerzbach bei Bamberg das Noviziat der Pallottiner, legte 1961 die erste Profess ab und besuchte nach dem Abschluss der philosophischen Studien die Theologische Hochschule Vallendar. Dort empfing er im März 1965 durch Weihbischof Dr. Bernhard Stein von Trier die Diakonenweihe und am 18. Juli des gleichen Jahres in Augsburg-Hochzoll durch Bischof Dr. Josef Stimpfle die Priesterweihe. Anschließend besuchte er das Pastoraltheologische Institut in Friedberg, das mit einem Seelsorgseinsatz in der Pfarrei St. Georg und Michael in Augsburg-Göggingen verbunden war. Hier zeigte sich schon, wie auch bei früheren Einsätzen, seine pädagogische Begabung. So war es nicht verwunderlich, dass P. Geßwein in den folgenden Jahren vor allem in der Jugendarbeit eingesetzt war: 1967-1968 als Präfekt im St. Paulusheim Bruchsal, von 1968-1972 als Präfekt in Gossau (Schweiz), wo er in schwieriger Zeit einen wertvollen Dienst für die Schweizer Provinz leistete. Von 1972 bis 1985 war er Landjugendseelsorger der Diözese Würzburg und zugleich Diözesankurat der Pfadfinder. Schon damals ließ er keinen Zweifel daran, dass er in Treue zum Auftrag Vinzenz Pallottis die Fähigkeiten aller würdigen und fördern wollte. „Allen Menschen, besonders auch den Jugendlichen, auf Augenhöhe begegnen, sie ernstnehmen und Möglichkeiten zum Mitgestalten geben“, war ihm ein besonderes Anliegen. So wollte er der Jugend helfen, in Kirche und Gesellschaft hineinzuwachsen und Demokratie und Verantwortung kennen zu lernen. Nach einer einjährigen Tätigkeit als Pfarradministrator in Willprechtszell im Bistum Augsburg wurde er 1986 zum Pfarrer der Gemeinde St. Antonius in Stuttgart-Hohenheim mit St. Vinzenz-Pallotti in Stuttgart-Birkach bestellt.

 

Hier widmete er sich mit großem Eifer und Hingabe der ökumenischen Herausforderung, was auch vielseitige Beachtung und Anerkennung fand. Doch 1995 wollte er diese Tätigkeit beenden. Das neue Seelsorgsfeld war die Pfarrei St. Jodokus Immenstaad/Bodensee, ein Jahr später kam noch die Pfarrei Kippenhausen hinzu. Rasch erwarb er sich dort viel Zuneigung, trotzdem nötigten ihn schwierige Umstände, diese Gemeinde 1998 wieder zu verlassen. Mit dem Wunsch, dass sich seine Gesundheit wieder festigen möge, zog er nach Oberstdorf im Allgäu und übernahm dort die Kurseelsorge. Auch hier war sein eigentliches Ziel, „die Menschen immer daran zu erinnern, dass Kirche im Sinne des Evangeliums missionarisch ist, eine dienende und helfende Kirche, vor allem durch das Zeugnis praktizierter Liebe und Barmherzigkeit“. Er wollte den Menschen helfen, „frei zu werden für das, was Leib und Seele gut tut“. Seit 2000 war er auch Diözesanbeauftragter für die Kurseelsorge. Dann reizte es ihn aber doch nochmal in einer „überschaubaren“ Pfarrei tätig zu sein. Sein Auge fiel auf die Pfarrei St. Markus München-Neuaubing, eine zunächst rasch wachsende Gemeinde, deren Gesicht sich dann aber immer mehr veränderte durch die Zuzüge von Migranten unterschiedlicher Herkunft und Religion. Am 1. April 2004 begann er hier sein Wirken als Seelsorger, das er auch nach seiner altersgemäßen Entpflichtung 2014 als Pfarrvikar im Pfarrverband Neuaubing-Westkreuz fortsetzte. Am Pfingstfest 2016 feierte er mit seiner Gemeinde zum letztenmal Eucharistie. Es war eine vorweggenommene gemeinsame Danksagung für ein reiches Wirken zusammen mit den anvertrauten Menschen für Gott in und mit der Kirche. Dann verließen ihn die Kräfte endgültig. Allen, die ihm in diesen Jahren an den verschiedenen Orten beigestanden sind, besonders Frau Geser, ein herzliches „Vergelt’s Gott“!                                                                                                                         Hi

Wir feiern die Eucharistie im Gedenken an den Verstorbenen am Donnerstag, den
16. Juni, um 9.30 Uhr in der Wallfahrtskirche Herrgottsruh, Herrgottsruhstr. 29, 86316 Friedberg. Anschließend findet die Beisetzung auf dem Friedhof der Gemeinschaft statt.

Friedberg, 10. Juni 2016

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2016-09-23T10:33:58+00:00