„Bedürftige helfen Bedürftigen“: Das Pallotti Mobil
Eine Initiative der Pallottinischen Gemeinschaft in St. Christophorus/Berlin seit 1998
Vinzenz Pallotti sprach bekanntlich nicht nur vom Apostolat der Caritas, sondern hatte immer auch konkrete Aktionen, wie z.B. die Lebensmittelmarken für Obdachlose oder die konkrete Hilfe bei der Choleraepidemie. Diese praktische Seite inspiriert uns natürlich auch in unserem konkreten Handeln wie z.B. bei Pallotti-Mobil.
Langzeitarbeitslosen Menschen, die zum Teil die Erfahrung der Obdachlosigkeit gemacht haben und in der Regel am Rande der Sozialstruktur leben, bietet das Projekt eine sinnvolle Beschäftigung. Oft sind dies Menschen, die wegen Suchtgeschichte und/oder physischer oder psychischer Krankheiten auf dem ersten Arbeitsmarkt eine geringe Chance haben. Hier können sie sich selbst ausprobieren und erfahren ihre Begabungen und Fähigkeiten neu. Eine geregelte Tagesstrukturierung, verbunden mit der Erfahrung, ich habe etwas geleistet, trägt oft zur Stabilisierung bei. Die Mitarbeiter -innen erfahren Bestätigung, die sich ausdrückt in Worten wie: "Ich werde gebraucht, ich kann etwas und ich helfe anderen mit meiner Tätigkeit".
Als Beispiel für eine gelungene „Wiedereingliederung" von ehemals Obdachlosen wäre da Klaus A. zu nennen. Klaus hat selbst über 10 Jahre auf der Straße gelebt und kennt daher das Leben vieler unserer Gäste aus eigener Erfahrung. Wir lernten uns beim wöchentlichen Gang mit Brot und Tee am Bahnhof Zoo kennen. Zunächst kam er Weihnachten erstmals in den Gottesdienst, dann jeden Sonntag. Als gelernter Koch entdeckten wir seine Begabung, nachdem er 4 Jahre lang regelmäßig zum Helfen kam. Heute ist er als „KK", der liebevollen Abkürzung für „Küchen- Klaus", ein lebendiger Mittelpunkt in der Gemeindeküche und nicht mehr wegzudenkender Mitarbeiter für Gemeinde und Pallotti-Mobil.
Die anderen Personen, denen Pallotti-Mobil hilft, sind Menschen mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten, zumeist ältere und/oder kranke alleinstehenden Personen, die aus eben den finanziellen Gründen keine Hilfe von Handwerksbetrieben in Anspruch nehmen können. Die Hilfe besteht in der Renovierung von Wohnungen und alltäglichen handwerklichen Reparaturen im Wohnungsbereich. Hinzu kommt die Hilfe bei Umzügen und Entrümpelungen. Mit Hilfe des von der Lotterie „PS-Sparen und gewinnen" gesponserten Transportfahrzeuges können auch Transporte durchgeführt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit von "Pallotti-Mobil ist die Zusammenarbeit mit Frauenprojekten, die Frauen aus Gewaltsituationen (häusliche Männergewalt) -oft mit Migrantinnenhintergrund - Zuflucht und Hilfe gewähren. Dort hilft das Projekt bei der Instandhaltung der Zufluchtswohnungen. Es unterstützt die von Gewalt betroffenen Frauen bei ihrem selbstbestimmten Neuanfang, der ohne die alten Kontakte (Verwandtschaft) geschehen muss, bei Umzug, Einrichtung und Renovierung. Durch die Zusammenarbeit mit den Frauenprojekten und den Betroffenen ist in den letzten Jahren der Anteil der im Projekt beschäftigten Frauen gestiegen. Für Frauen ist die Beschäftigungslosigkeit oft verbunden mit sozialer Isolation. Sie sind in der Öffentlichkeit weniger präsent. Armut macht einsam.
Pallotti-Mobil sucht die Vernetzung mit Hilfeeinrichtungen wie Betreutem Wohnen, Caritas, Diakonie und Beratungsstellen. Im öffentlichen und kommunalen Bereich ist das Projekt inzwischen bekannt und geschätzt. Das drückt sich auch dadurch aus, dass über eine regelmäßige Förderung mit bezirklichen und LOS- Mitteln oder anderen europäischen Geldern einer Honorarkraft die Stelle gesichert wird. So konnten notwendige Anschaffungen in der Vergangenheit getätigt werden.
Durch den Arbeitsschwerpunkt für Frauen aus Gewaltsituationen ist eine gute Zusammenarbeit mit Frauenprojekten wie ZUFF e.V., Frauenzimmer, Frauenort und Tara gewachsen.
Auch im Gemeindebereich ist die Mitarbeit von Pallotti-Mobil nicht mehr wegzudenken. Die Renovierung des Großen Pfarrsaales und des Flurbereiches vor den Gemeinderäumen seien genannt. Die Pflege der Außenanlagen, die Hilfe bei Festen und Veranstaltungen, die Kirchenreinigung und die tatkräftige Hilfe in der Kita kommen hinzu.
Durch die Kürzungen der öffentlichen Fördermittel, sowie den gestiegenen Preisen zum Beispiel für Benzin und Energie, wird es immer schwieriger, das Projekt am Leben zu erhalten. Um das Projekt auszubauen, was sehr nötig wäre, da wir mit Anfragen überhäuft werden, sind wir dringend auf Spenden angewiesen.
Derzeit leiten Detlef Reinke und Br. Klaus Schneider SAC hauptamtlich das Projekt unter der kräftigen Mithilfe von Claus Schumacher. Dreizehn Personen wird momentan (Stand April 2009) eine sinnvolle Beschäftigung geboten.











