Die Suche nach dem Mensch-Sein

Zen-Meister Pater Johannes Kopp

Was passiert, wenn sich ein junger Mann in der Depression der späten Kriegs- und frühen Nachkriegsjahre auf die Suche macht? Auf die Suche nach geglücktem Mensch-Sein? Der Weg, den Pater Johannes Kopp ging, war sicher kein gewöhnlicher, doch wenn man den Pallottinerpater und Zen-Meister heute, mit 88 Jahren, in seinem Zimmer im Missionshaus der Pallottiner in Limburg trifft, kommt einem die Vermutung, er sei fündig geworden.

Auch wenn Kopp die einzelnen Stationen seines Lebens sicher geprägt haben – die amerikanische Kriegsgefangenschaft (im gleichen Lager wie der spätere Papst Benedikt), die Schauspielerausbildung, die Studie der Abschiedsbriefe Jesu, die bei ihm den Wunsch weckten, Priester zu werden, die Spätberufenenschule der Pallottiner – war es die Priesterweihe und später die Integration des Zen-Weges ins Christentum, die ihn nie wieder losließ. „You must realize that Jesus Christ is in you!“, sagte sein japanischer Meister Yamada Kôun Roshi zu Pater Johannes. Darin fand er sein Motiv. “Das Wort muss wieder Fleisch werden”, sagt er noch heute voller Leidenschaft. „Wir müssen im Glauben wieder die Brücke zwischen Hirn und Herz finden!“ Auf dieser Basis steht auch das Programm „Leben aus der Mitte“ im Bistum Essen, das Pater Johannes 1973 ins Leben rief und das seit 2014 von seinem Schüler und Nachfolger Pater Paul Rheinbay weitergeführt wird. Während Kopp vor 2015 bereits aus gesundheitlichen Gründen nach Limburg umgesiedelt ist, läuft sein Programm „Leben aus der Mitte“ in Bistum Essen weiter: „Die Zen-Kontemplation wird für viele Christen zu einem Weg der Glaubenserfahrung. Auf diesem Weg wird der Alltag entdeckt als Ort der Übung zum geglückten Mensch-Sein.“ www.zen-kontemplation.de  (Bild: Rainer Schmidt)

„Christliche und buddhistische Tradition inspirieren sich gegenseitig zu einem neuen spirituellen Weg. Das sich vertiefende wortlose Gebet und das Üben mit einem Koan können ein Weg zu „Gott in mir“ sein. Dabei geht es um nichts weniger, als um geglücktes Mensch-Sein.“ („Gebet als Selbstgespräch“, Pallotti Verlag 2016)

Pater Johannes verstarb am 22. Juni 2016.

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2016-09-23T11:16:58+00:00