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Heiliger Vinzenz Pallotti
geboren 1795 in Rom - gestorben 1850 in Rom


Vinzenz Pallotti wurde am 21. April 1795 in Rom geboren. Seine Kindheit wurde getragen und gefördert durch den tiefen Glauben seiner Eltern. Am 16. Mai 1818 wurde er zum Priester geweiht. Nach der Priesterweihe setzte er sich dafür ein, den christlichen Glauben in der römischen Bevölkerung lebendig zu halten. Sein pastoraler Einsatz in allen Bereichen führte ihn dazu, die Zusammenarbeit des Klerus, der Ordensleute und der Laienchristen anzuregen.

Vinzenz Pallotti starb am 22. Januar 1850 im Haus neben der Kirche San Salvatore in Onda in Rom. Er wurde am 22. Januar 1950 von Papst Pius XII. selig gesprochen und am 20. Januar 1963 von Papst Johannes XXIII. während des Zweiten Vatikanischen Konzils heilig gesprochen.



Vinzenz Pallotti – ein Fingerzeig Gottes

Was würden Sie von einem Menschen halten, der rastlos getrieben, sich den ganzen Tag in seinen Verpflichtungen aufreibt, darüber das Essen vergisst und auch auf seine äußere Erscheinung nicht achtet. Jemand der sich keine Minute der Muße keine Erholung gönnt. Einer der vor lauter Arbeitseifer nicht zum Schlaf kommt, nicht ins Bett geht, sondern höchstens ein paar Stunden auf den Knien döst. Einer der aufgrund dieses Lebensstils von seinem Körper die Gefolgschaft aufgekündigt bekommt, oft krank ist, vor Erschöpfung zusammenbricht und letztlich ausgezehrt mit Mitte 50 daran stirbt, dass er seinen Lebensstil nicht ändern wollte? Verrückt kann man da nur sagen – sicherlich kein Vorbild, ein wenig nachahmenswertes Leben! Oder?

Und dann treffen Sie diesen Menschen – er ist tot liegt in einem Glassarg in einer Kirche und er strahlt eine unheimliche Ruhe aus. Sie betrachten seine Züge und spüren einen tiefen Frieden. Was ist das, was war das für ein Mensch dieser Vinzenz Pallotti?


Seine Zeit war mindestens so zerrissen wie die unsere: 1795 in Rom geboren wächst Pallotti mitten ins Chaos hinein. Es gibt keine sichere Ordnung mehr. Kirche und Kirchenstaat schwanken unter den Anfragen und Bedrohungen von Aufklärung und Revolution. Rom selber ist ein Moloch, in dem der Großteil der Bevölkerung im Elend lebt.

Vinzenz wird in dieser Stadt Priester. Er wollte schon immer Priester sein, seiner schwachen Gesundheit zum Trotz. Bei aller äußerlichen und inneren Gebrechlichkeit ist er getragen von einer Gewissheit: Gott liebt ihn, der unermesslich große Gott liebt den kleinen Menschen Vinzenz. Er gibt diesem Gott einen Namen : Er nennt ihn "Gott der unendlichen Liebe". Nach diesem Gott ist Vinzenz verrückt, vernarrt, sein ganzes Leben ist eine einzige Sehnsucht nach diesem Gott. In seiner uferlosen Liebe sieht er sich selber nur als einen Tropfen, ja nennt sich im Vergleich zu Gott "Nichts und Sünde".

Aber er weiß sich nicht nur getragen von dieser Liebe, sondern erkennt in allen Menschen Fingerzeige der Liebe Gottes – alle Menschen sind seine Geschöpfe, sind seine Kinder!

Diese Liebe lässt ihn nicht zur Ruhe kommen: Der Glaube an die Liebe Gottes, die Liebe Christi muss zu den Menschen gebracht werden –"Die Liebe Christi drängt uns" so liest er in der Schrift. Er wird ein Rastloser, ein Liebestoller; der den Menschen, die mit und um ihn herum leben ein Liebeswerber Gottes wird. Um Jugendliche ohne Ziel und Arbeit, um Waisen, um Häftlinge, um Kranke und Söldner sorgt er sich. Allen die keine Hoffnung haben, schenkt Padre Pallotti seine Zuwendung, will ihnen zeigen, dass sie Gottes geliebte Kinder sind.


Obwohl er sich verausgabt, kann er allein nicht allen alles werden: Er schart Mitarbeiter um sich, gründet 1835 die "Gesellschaft des katholischen Apostolats" – endlich soll jeder Getaufte die Möglichkeit erhalten, mitzuwirken, wie er sagt, "den Glauben zu verbreiten und die Liebe neu zu entzünden". Dazu ist in seiner Vorstellung jeder befähigt, nicht nur Priester, sondern jeder Getaufte auf seinem Platz, in seiner Aufgabe. Der Kreis der Menschen um Pallotti wird größer, wird zu einer Gemeinschaft: Aus allen Schichten, Männer und Frauen, es bildet sich eine Schwesterngemeinschaft und dann auch eine Priester- und Brüdergemeinschaft – alle verbunden in der Gesellschaft des katholischen Apostolates.

Doch die Wirren seiner Zeit holen auch Vinzenz Pallotti ein. In den Straßenkämpfen der Revolution von 1848 zerbricht die erste Gemeinschaft, nur einige Getreue um ihn und einige Schwestern bleiben übrig. Und er selber achtet nicht auf sich, verausgabt sich mehr und mehr. Am Ende seiner Kräfte stirbt er am 22. Januar 1850.

Sein Getrieben-sein zu den Menschen im Namen Gottes hat ihn zu einem rastlosen aber nicht ruhelosen Geist gemacht. Geruht hat er in seinem Vertauen in Gott, "Gottvertrauen und Gebet" war sein Rat in schwieriger Situation. Er hat die Spannung eines Lebens gelebt, das zwischen einem ruhen in Gott und einem sich verschenken an andere bestand.

Die Heimat die er darin gefunden hat spürt man wenn man heute an seinem Sarg steht, in seinen Gesichtszügen liest. Ein Vorbild? Ein Heiliger? Vinzenz Pallotti ist ein Fingerzeig Gottes, das seine Liebe sich verschenken will, das jeder Mensch Ebenbild Gottes ist, nicht dazu bestimmt alleine zu leben, sondern einander von der Liebe Gottes zu erzählen, diese Liebe uns gegenseitig erfahrbar zu machen.



Veranstaltungen

18. bis 25. Mai 2008
Kontemplative Exerzitien mit Peter Klein


20. bis 22. Juni
Chorworkshop "Let´s praise him"


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