"Wir helfen Menschen, die sich selbst nicht mehr helfen können"

Bruder Klaus Schneider am Brennpunkt Neukölln

„Eigentlich habe ich eine Lehrstelle gesucht“ – so begann Bruder Klaus Schneiders Weg bei den Pallottinern. Im Limburger Missionshaus absolvierte er die Lehre zum Schlosser und lernte in dieser Zeit viele Pallottiner persönlich kennen: als „ganz markante Leute“. „Damals habe ich mich zum ersten Mal gefragt, ob das auch etwas für mich sein könnte“. Auf der Suche griff er zu Schriften Pallottis und dessen Idee des Universellen Apostolates. „Das war für mich so ein Moment zu sagen: so ist es!“ In der Noviziatszeit lernte er „Kalle“ Lenz kennen, später an der Hochschule dann Lissy Eichert. „Irgendwann haben wir gemerkt, dass wir gemeinsame Ideen haben und gerne etwas außerhalb der üblichen Strukturen machen möchten. Am liebsten in der Großstadt mit sozialer und kultureller Komponente.“ Gemeinsam machte sich das Trio auf die Suche und fand einen geeigneten Standort: in Berlin, Neukölln.

Heute, mehr als 20 Jahre später, hat das Trio aus St. Christophorus im sozialen wie auch im kulturellen Bereich einiges „auf dem Kerbholz“. Bruder Klaus ist heute in der Leitung des Projekts „Pallotti-Mobil: Bedürftige helfen Bedürftigen“. „Dort beschäftigen wir Langzeitarbeitslose; zum Teil auch Menschen, die auf der Straße gelebt haben sowie aktuell punktuell Flüchtlinge, und helfen Menschen, die sich selbst nicht mehr helfen können, bei ganz praktischen Dingen, wie Umzügen oder Wohnungsrenovierungen. Inzwischen helfen wir auch bei Renovierungen in Frauenhäusern. Die Kinder sind häufig traumatisiert – da passiert in den Wohnungen öfters mal ein „Unfall“ (ungeplantes „umräumen“, „umstreichen“ oder „herrichten“). Solche Dinge beheben wir dann wieder.“

Neben solch ganz praktischen Tätigkeiten, ist er natürlich auch im geistlichen Bereich aktiv – zum Beispiel in sogenannten „Hauskreisen“ (kleine, persönliche Gebetsgemeinschaften). Außerdem hat er eine Ausbildung zum geistlichen Begleiter begonnen. „Die möchte ich zeitnah fertig kriegen, damit ich das gelernte auch im Alltag anwenden kann. Leute fragen immer um Rat – auch in den Hauskreisen.“

„Mich hat im Laufe meiner Jahre in Berlin immer tiefer beeindruckt, dass Pallottis Erstgründung eine Gemeinschaft war in der jede und jeder Mitglied sein konnte. Denn für ihn ist jede und jeder zum Apostel berufen. Und das nicht aufgrund Taufe und Firmung, sondern weil sie/er Ebenbild bzw. Abbild Gottes ist und daher mit seiner/ihrer Würde Apostel sein kann, ob getauft oder nicht. Das zu leben und bekannt zu machen treibt mich auch. Ja und das kann auch  in den Hauskirchen sichtbar werden, für die ich auch gerne unterwegs bin.“

(JB, April 2016; Bild: jeden Samstag geht das Berliner Pallottinertrio und freiwillige Helfer mit heißen Tee und Broten zu den Armen am Bahnhofszoo)

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