Hilfe für die Pallottiner-Kinderhäuser in Indien

Indische und deutsche Missionssekretäre tagen im bayerischen Friedberg

Wenn es vor Ort keine Schule gibt, ist der Schulweg oft zu weit oder zu gefährlich. Dann können indische Jungen und Mädchen eben nicht in die Schule gehen. Doch ohne Schule gibt es keine Ausbildung und ohne Ausbildung keine Chance auf ein regelmäßiges Einkommen. Es ist der Teufelskreis der Armut.

Die Pallottiner leisten auf dem indischen Subkontinent seit vielen Jahren Hilfe und verfügen mittlerweile über einen großen Erfahrungsschatz. Seit 1950 betreiben sie hier sog. „Pallottiner- Kinderhäuser“ (im Original: „Pallottine Children Homes“). In diesen werden die Kinder – ähnlich wie in einem Internat – liebevoll betreut. Sie gehen täglich in die örtliche Schule und gestalten gemeinsam mit ihren Betreuern den Alltag. Dabei erhalten sie vom Kinderheim alles, was sie zum Leben brauchen, also Zuwendung, Nahrung, Kleidung, Schulutensilien, Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe, Freizeitgestaltung und Lebenshilfe.

„Im Auftrag der Eltern kümmern wir uns um die Kinder, um ihre Sorgen und Nöte und fördern sie, wo wir können“, sagt Pater Anthony Kaithaparambil SAC. „Sie bekommen von uns, fern vom Elternhaus, nicht nur Essen und ein Dach über den Kopf, sondern auch Fürsorge und Erziehung.“

„Die meisten Eltern der rund 2000 Kinder, die wir betreuen, stammen aus sehr armen Regionen und könnten ihren Kindern ohne die Kinderhäuser einen Schulbesuch nie ermöglichen“, ergänzt Pater Rahul Philips SAC. Die 18 Kinderhäuser der Pallottiner sind über ganz Indien verteilt, sodass die Kinder nicht allzu weit von zuhause entfernt leben müssen.

Derzeit halten sich die Missionssekretäre der drei indischen Provinzen im Provinzialat der Pallottiner im bayerischen Friedberg auf, um die Finanzierung der Heime zu sichern und die Einrichtungen für die Zukunft fit zu machen. Das deutschsprachige Missionssekretariat ist partnerschaftlich beratend tätig. Es gibt die Informationen an die treuen Wohltäter weiter, die diese Arbeit seit Jahren unterstützen und dadurch erst möglich machen. Außerdem hält der deutsche Missionssekretär Bruder Bert Meyer Kontakt zu den Sternsingern in den Pfarrgemeinden, die für die Kinderheime jedes Jahr wieder von Tür zu Tür gehen. Und zu den Friedberger Bürgerinnen und Bürgern, die mit den Erlösen des karitativen Christkindlmarkts seit vielen Jahren die Arbeit der Pallottiner in Indien mittragen.

In Friedberg werden momentan auch die Rechenschaftsberichte für die deutschen und österreichischen Wohltäter ins Deutsche übersetzt. Zudem wird gemeinsam das Infomaterial entwickelt, das Spenderinnen und Spendern deutlich machen soll, weshalb die Arbeit in den Kinderheimen so bedeutend und für die armen Familien unverzichtbar ist. Erstmalig stand im letzten Jahr eine „Fundraising“-Weiterbildung auf dem Programm, denn die indischen Mitbrüder wollen auch in ihrem eigenen Land mehr Menschen motivieren, sich für arme Kinder stark zu machen. Zu einer ersten Auswertung kam es nun in Friedberg: „Es ist und bleibt mühsam!“

Missionssekretäre aus Deutschland und Indien mit Wohltäter
v.l.n.r.: Pater Rahul Philips SAC, Herr Eberhard Krug (Friedberg), Pater Anthony Kaithaparambil SAC, Bruder Bert Meyer SAC
Kinderheim in Indien
Pallottine Children Homes
Pallottine Children Homes India
Children Homes India Pallottines

Das könnte Sie auch interessieren

2017-05-15T15:17:29+00:00