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Aktuelles von den Pallottinern

P. Josef Eichenhofer SAC ist im Alter von 83 Jahren verstorben


Friedberg/10.09.2010 - In den frühen Abendstunden des 9. Septembers 2010 ist unser Mitbruder, P. Josef Eichenhofer SAC, nach schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren im Krankenhaus Friedrichshafen verstorben. Er stand im 61. Profess- und 58. Priesterjahr. Am 16. März 1927 wurde Josef Eichenhofer in Untersiggingen im Deggenhausertal in der Nähe des Bodensees als sechstes von zwölf Kindern geboren. Seine Eltern Johann und Maria bewirtschafteten einen Bauernhof, den Auenhof.

Nach dem Besuch der Volksschule in seiner Heimatgemeinde wechselte er mit 13 Jahren an das Heinrich-Suso-Gymnasium in Konstanz, wo er 1947 das Abitur ablegte. Diese Zeit wurde vom Militärdienst unterbrochen, den er mit 16 Jahren begann. Zwei Jahre lang war er als „Flakhelfer“ im stark von Luftangriffen heimgesuchten Gebiet von Konstanz und Friedrichshafen eingesetzt. Während seiner Gymnasialzeit wohnte er im erzbischöflichen Konvikt „Konradihaus“. Zu dieser Zeit war in ihm schon der Wunsch wach, Priester zu werden.

Der geistliche Beruf hatte in seiner Familie Tradition. Sieben seiner Tanten und zwei seiner Schwestern hatten sich für das Ordensleben entschieden. Nach dem Abitur trat Josef 1947 in das Noviziat der Pallottiner in Untermerzbach bei Bamberg ein, wo er auch das Philosophiestudium begann und am 21. September 1949 die erste Profess ablegte. Die weiteren Studien in Philosophie und Theologie absolvierte er in Eichstätt, wo er auch am 29. Juni 1953 im Dom die Priesterweihe empfing.

P. Eichenhofer ist seinen Obern schon früh als ein Mann von bescheidener, aber echter bodenständiger Frömmigkeit aufgefallen. Darum haben sie ihn meist mit der religiösen Begleitung von jungen Menschen betraut. So wirkte er als Neupriester von 1954 bis 1957 als Präfekt und Spiritual in St. Bernhard in Schwäbisch Gmünd. Eine besondere Herausforderung war 1957 die  Berufung zum Spiritual im Seminar von Veguellina de Orbigo in Spanien. Provinzial Sittenauer war davon überzeugt, dass der junge Pater wegen seiner „vorbildlichen Haltung ein wertvolles Mitglied der Gründergeneration unsere Gemeinschaft in Spanien“ werden würde.

Elf Jahre lang half er mit, die Fundamente für die pallottinische Gemeinschaft in Spanien zu legen. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er nach einem kurzen Seelsorgseinsatz in der Pfarrei Friedberg von 1969 bis 1972 im Vinzenz-Pallotti-Haus Freising als Erzieher tätig. Gleichzeitig begann er hier mit der Exerzitienbegleitung, der er bis ins Alter treu verbunden geblieben ist.

Ein wichtiger Einschnitt bildete seine Berufung 1972 nach Salzburg in die österreichi-sche Regio. Hier übernahm er das Rektorat des Apostolatshauses auf dem Mönchs-berg, das er 12 Jahre innehatte und in späteren Jahren noch einmal (2002 - 2005). Außerdem war er über mehrere Jahre Stellvertreter des Regionalobern in Österreich. Sein Herz hing aber an der Seelsorge, besonders in Exerzitien und in der Begleitung von geistlichen Gruppen, z.B. der Cursillo-Bewegung bei den Eucharistinerinnen und im Beicht- und Aussprachezimmer in der Franziskanerkirche. Dieser Dienst wurde sehr geschätzt, was auch zum Ausdruck kam durch seine Ernennung zum erzbischöflichen Geistlichen Rat durch Erzbischof Berg und zum erzbischöflichen Konsistorialrat durch Erzbischof Eder.

Salzburg war seine zweite Heimat. Mit ganzer Kraft und einer gewinnenden Freund-lichkeit setzte er sich dafür ein, dass sich die Gäste unseres Hauses auf dem Mönchsberg hier zu Haus fühlen konnten. Er sorgte sich nicht nur um eine gastliche Atmosphäre im Haus, sondern er hatte auch ein Gespür dafür, wenn die Seele der Gäste seine Aufmerksamkeit brauchte. P. Eichenhofer war ein priesterlicher Mensch, aber stets bescheiden. Diese Aufgabe, die an ihn herangetragen wurde, nahm er als Herausforderung an und verstand sie in seiner Art und Weise gut zu füllen. Wir verlieren mit ihm einen Mitbruder, der seinen Blick immer auch auf das Gesamt der Gemeinschaft und die Herausforderungen der konkreten Zeit gerichtet hat und so auch bescheiden und kompetent seinen Beitrag zum Gelingen gab.

Als seine Kräfte zu schwinden begannen, entschloss er sich 2009, wieder in die Nähe seiner ursprünglichen Heimat umzuziehen, in das Haus Vinzenz-Pallotti in Immenstaad am Bodensee. Und nun wurde er in die ewige Heimat gerufen. Gerne werden wir seiner Gedanken. Das Requiem feiern wir am Dienstag, 14. September um 13 Uhr in der Hauskapelle Hersberg. Die Beerdigung ist anschließend auf dem hauseigenen Gräberfeld.

Ich bitte alle Mitbrüder, unseres Verstorbenen dankbar zu gedenken, wie es in den Provinzstatuten vorgesehen ist. Jeder Priester feiere für P. Josef Eichenhofer eine heilige Messe.

Friedberg, den 10. September 2010

P. Hans-Peter Becker SAC, Provinzial


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