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Aktuelles von den Pallottinern

Br. Helmut Halbe SAC ist im Alter von 76 Jahren verstorben


Limburg/Friedberg/10.08.2010 - Am Fest des Hl. Laurentius, 10. August 2010, ist unser Mitbruder, Br. Helmut Halbe SAC, auf der Seniorenstation unseres Missionshauses in Limburg verstorben. Er wurde 76 Jahre alt und war nahezu 54 Jahre Pallottiner. Helmut Halbe wurde am 10. Februar 1934 in Wenden-Schönau, Kreis Olpe, Erzdiözese Paderborn, als zweites von sechs Kindern geboren. Sein Vater Peter war Fabrikarbeiter, seine Mutter Helene, geborene Reuber, versorgte die Familie und das Haus.

Von 1940 bis 1948 besuchte Helmut die katholische Volksschule in Schönau und erlernte anschließend in Olpe das Gärtnerhandwerk. Nach Abschluss der Lehre arbeitete er im Gärtnereibetrieb des Missionshauses in Limburg und bewarb sich im März 1954 um Aufnahme in die Gemeinschaft. Am 17.11.1954 begann er sein Noviziat und legte am 30.11.1956 seine erste Profess in Limburg ab. Am 30.11.1961 feierte er seine Ewige Profess in der Marienkirche.

Von 1959 bis 1960 besuchte er die Gartenbauschule in Wiesbaden und legte am 22. März 1961 seine Meisterprüfung ab. In dieser Zeit war er bereits in der Gärtnerei der Theologischen Hochschule in Vallendar tätig. Er gestaltete die Außenanlagen und richtete den Betrieb besonders auf Obst aus. Bis Juni 1967 war Br. Halbe in Vallendar tätig, erinnerte aber regelmäßig die Obern daran, dass er eigentlich Pallottiner geworden war, um in der afrikanischen Mission zu wirken. Zur Vorbereitung auf diesen Einsatz besuchte er mehrere Kurse, unter anderem zusammen mit P. Fredi Kiefer den Kurs für zukünftige Missionare im Franz-Hitze-Haus in Münster.

Groß war die Freude und das Glück, als Br. Halbe im Dezember 1966 die Mitteilung bekam, dass er für die Mission in Südafrika bestimmt wurde. Nachdem die recht umfangreichen Formalitäten erledigt waren, reiste er am 10.09.1967 mit dem Schiff von Venedig nach East-London aus. Die ersten Wochen verbrachte er in George, um Afrikaans zu lernen und wurde dann im November 1967 als Leiter unserer Farm nach Hot Springs versetzt. Der karge Boden und die schwierige wirtschaftliche Situation machten ihm sehr zu schaffen, doch seine Briefe zeugen von großer Zufriedenheit, nun in Afrika den Menschen und dem Evangelium dienen zu dürfen. Sein besonderes Augenmerk galt seinen Arbeitern und ihren Familien. So sorgte er für gute Unterkünfte und eine gediegene Ausbildung der Kinder.

Im Mai 1970 ging er nach Step-A-Side, um dort die Farm und das Bildungszentrum aufzubauen. Bis zum Verkauf von Hot Springs 1972 pendelte er zwischen den beiden Farmen hin und her, was sehr an seiner Gesundheit und Kraft zehrte. Ab 1972 setzte er seine ganze Energie daran, Step-A-Side zu einem Bildungszentrum für die Diözese Oudtshoorn aufzubauen. Er gestaltete zusammen mit den Mitbrüdern viele Kurse für Mitarbeiter in den Pfarreien, leitete Bibelgruppen und kümmerte sich besonders um die Jugendgruppen, die zu Kursen ins Trinity-Center kamen; sehr beliebt waren seine jährlichen Sommer-Camps. Stark engagierte er sich auch für jugendliche Strafgefangene in George.

Sein Einsatz im Trinity-Center war ein Kampf an mehreren Fronten: Zum einen musste das Bildungszentrum florieren, die Angestellten angeleitet werden und das Ganze finanziell sich tragen. Zum anderen mussten Kurse gestaltet und Angebote ausgeschrieben werden, die Menschen motivierten, das Trinity-Center aufzusuchen. Gleichzeitig verfügte das Center noch über einen Gärtnerreibetrieb, Wald und Farmgelände. Br. Halbe leistete diese harte Arbeit jahrzehntelang. Trotz intensivstem Einsatz gingen Ende der 90er Jahre die Kursbelegungen zurück, die Farm hatte sehr zu kämpfen mit der zunehmenden Kriminalität und es machte sich bemerkbar, dass all dies Br. Halbe zunehmend belastete. Er bat darum, von der Leitung entpflichtet zu werden.

Im Februar 2002 kehrte er von Krankheit geschwächt nach Deutschland zurück. Trotz seiner Einschränkungen engagierte er sich an der Pforte des Missionshauses und war sehr beliebt als Führer durch das Missionsmuseum. Ende 2005 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zunehmend, sodass er einer intensiveren Pflege auf der Seniorenstation bedurfte. Sein Tod kam für alle überraschend, da er sich im letzten Jahr recht gut erholt hatte.

Br. Halbe hatte seine ganze Lebenskraft für Südafrika aufgezehrt. Er liebte die Menschen und das Land, es war ihm zur eigentlichen Heimat geworden. Mit vielen Katholiken rund um Step-A-Side war er freundschaftlich verbunden. Vielen war er ein großer Helfer in seelicher und leiblicher Not. Dabei vergaß er aber nicht seine erste Heimat: das Sauerland. Und die Seinen Zuhause vergaßen ihn nicht, sondern halfen in großherziger Weise mit, das missionarische Wirken von Br. Halbe zu unterstützen. Darüber hinaus boten die Familien seiner Schwestern über Jahrzehnte den südafrikanischen Pallottinern, die in Deutschland zur Ausbildung weilten, ein Zuhause in den Ferien.

Trotzdem fühlte er sichnach seiner Rückkehr nach Deutschland „wie in der Fremde" und litt unter einem gewissen Heimweh. Br. Halbe wollte ganz bewusst als Pallottinerbruder in der Mission wirken und war den Menschen in Südafrika wirklich zu einem Bruder geworden, der ihnen die Botschaft des Evangeliums durch sein Leben und seinen Einsatz kündete.

In großer Dankbarkeit für das missionarische Wirken unseres Mitbruders und sein Zeugnis des geduldigen, stillen Leidens feiern wir am Freitag, 13. August 2010, um 10.30 Uhr die Eucharistie in der Pallottinerkirche St. Marien in Limburg (Wiesbadener Str. 1). Danach geleiten wir ihn zu seiner letzten Ruhestätte auf unserem Friedhof.

Ich bitte alle Mitbrüder, unseres Verstorbenen dankbar zu gedenken, wie es in den Provinzstatuten vorgesehen ist. Jeder Priester feiere eine heilige Messe für unseren verstorbenen Mitbruder.

Friedberg, 10. August 2010

P. Hans-Peter Becker SAC, Provinzial


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