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"Auf Situationen vorbereiten, die einen in der Praxis erwarten": Intensivkurs "Jugendpastoral" nimmt die Zukunft der Kirche in den Blick


"Augen zu und durch": Bei erlebnispädagogischen Spielen im Park des Provinzialats rückte die Welt der Jugendlichen greifbar nah.

Friedberg/15.07.2010 - "Die Kirche lebt und die Kirche ist jung", sagte Papst Benedikt XVI. vor fünf Jahren bei seiner Amtseinführung auf dem Petersplatz in Rom. Und wer bei den Weltjugendtagen in Köln und Sydney in die Augen der von ihrem Glauben begeisterten Jugendlichen und jungen Erwachsenen schaute, den überzeugte diese Aussage. Die Vorfreude auf das Jugendtreffen in Madrid 2011 nimmt bei vielen jungen Christen zu, je näher der Abreisetag rückt.

Doch es gilt eben auch eine andere Realität wahrzunehmen. Denn die aktive Mitwirkung Jugendlicher am Leben der Kirche ist vielerorts doch sehr überschaubar geworden. Kirchliches Leben wird häufig als "langweilig" und "spießig" erlebt. Immer weniger Jugendliche engagieren sich in Jugendgruppen ihrer Pfarrei, vom Besuch des Sonntagsgottesdienstes ganz zu schweigen.

Wichtiges Thema für die Zukunft der Kirche

Eine Spannung, die sich nur sehr schwer auflösen lässt. Denn die Faktenlage stellt nicht nur Pastoraltheologen und Sozialwissenschaftler vor Fragen und ebenso große Herausforderungen, sondern vor allem jene, die in der Gemeinde- oder Jugendpastoral täglich mit dieser Situation konfrontiert sind.

Um besser damit umgehen und darauf reagieren zu können, beschäftigten sich während des zweiwöchigen Intensivkurses "Jugendpastoral" (5. bis 16. Juli 2010) im Pastoraltheologischen Institut (PthI) der Pallottiner in Friedberg sechzehn Ordenspriester aus zehn Gemeinschaften - darunter die Pallottinerpatres Björn Schacknies (Wien) und Alban Rüttenauer (Vallendar) - mit diesem für die Zukunft der Kirche so wichtigen Thema. 

Aber auch die Theorie kam in den zehn Kurstagen nicht zu kurz. Zahlreiche Referenten malten ein buntes Bild kirchlicher Jugendpastoral.

"Die Teilnehmer mit ausreichend Kompetenzen auszustatten und sie auf Situationen vorzubereiten, die ihnen in der Praxis begegnen" sei in den letzten beiden Wochen das Hauptziel gewesen, sagte Claudius Hillebrand, Referent für Fortbildung und Mitarbeiter am Jugendpastoralinstitut der Salesianier Don Boscos in Benediktbeuern. Gemeinsam mit Prof. Martin Lechner und Angelika Gabriel leitete, koordinierte und moderierte er den Kurs.

Der Ordensnachwuchs bekam somit nicht nur das Rüstzeug auf dem Weg zur Zweiten Dienstprüfung an die Hand, sondern erhielt qualifiziert Auskunft über die verschiedenen Felder jugendpastoraler Arbeit heute - und zwar in Theorie und Praxis. Kompetente Referenten aus der diözesanen kirchlichen Jugendarbeit und Vetreter neuer geistlicher Gemeinschaften drückten sich die Klinke in die Hand. Die Exkursion zum Berufsbildungswerk St. Elisabeth der Katholischen Jugendfürsorge in Augsburg führte den Teilnehmern die Situation Jugendlicher in schwierigen Lebenslagen eindrucksvoll vor Augen.

Der Lärmpegel stieg, vergessen war die Disziplin

"Augen zu und durch" wird sich anfangs wohl der eine oder andere gedacht haben, als Referent Hillebrand im Park des Provinzialats der Pallottiner zur Methodenbörse Erlebnispädagogik einlud. Aktionsreiche Spiele rückten die Welt der Jugendlichen plötzlich greifbar nah. Schnell stieg der Lärmpegel und vergessen war die Disziplin, die während der zwangsläufig theorielastigen Vorträge herrschte. 

Während der zehn Kurstage wurde ein breites Spektrum kirchlicher Jugendarbeit abgedeckt. Daran ließ der Referent aus Benediktbeuern ebenso wenig Zweifel aufkommen, wie daran, dass dies heutzutage auch nötig sei. Schließlich verfügt jeder einzelne Teilnehmer, so der Referent, über einen ganz unterschiedlichen Erfahrungshorizont. Und um diesen zu erweitern, war der Intensivkurs in Friedberg wie geschaffen.


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