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Aktuelles von den Pallottinern

„Gott ist Feuer und Flamme für uns alle“ – Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg spendet zwei Pallottinern die Priesterweihe


Die beiden Pallottiner, Roman Fries (l.) und Rainer Autsch, möchten sich von nun an noch bewusster in den Dienst an Gott und den Menschen stellen.

Vallendar/05.06.2010 - Nicht nur die Sonne strahlte, sondern alle Frauen, Männer und Kinder, die am 5. Juni 2010 zur Priesterweihe von Rainer Autsch aus Rübenach (Bistum Trier) und Roman Fries aus Herschbach (Bistum Limburg) nach Vallendar reisten (das Video dazu finden Sie hier). Grund zur Freude gab es reichlich. Denn „Gott ist Feuer und Flamme für uns alle", sagte Bambergs Erzbischof Ludwig Schick, als er am Hochfest des hl. Bonifatius die beiden Pallottiner in der Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus zu Priestern weihte. Und ergänzt: "Wer sich von Christus geführt weiß, der kann die Freuden des Lebens ganz als Gottes Geschenk erfahren und in den Schwierigkeiten des Alltags durchhalten."

Dabei verstand es der Erzbischof, die beiden ausgewählten Lesungen vom „brennenden Dornbusch" (Ex 3,1-6.9-15) und vom guten Hirten (Joh 10,11-16) vor allem in ihrer lebensbejahenden und frohmachenden Dimension auszulegen. „Nicht Mahnung und Forderung, sondern Zuspruch und Verheißung" steckt für ihn im Evangelium vom guten Hirten. Jesus trage nicht irgendjemandem irgendetwas auf, sondern er spreche von sich und seiner Selbsthingabe für uns Menschen, so der Bamberger Oberhirte. „Wenn wir also aus dieser guten Beziehung zum guten Hirten Jesus leben, dann kann unser Leben gelingen", ermutigte der Erzbischof die Anwesenden.

Zwei völlig unterschiedliche Berufungs- und Lebenswege

Ein Leben, das für die beiden Neupriester ganz unterschiedlich verlief. Während der 27-jährige Rainer Autsch auf direktem Weg seiner Berufung zum Priester folgte („Wunsch, Priester zu werden, bestand von Kindheit an"), liegen beim 39-jährigen Roman Fries zwischen Schulabschluss und Weihetag, zwei Ausbildungen zum Elektroinstallateur und Krankenpfleger und eine Weiterbildung zum Krankenhausseelsorger.

Der Rübenacher Autsch, der nur einen Steinwurf von PTHV, Haus Wasserburg und Pfarrei entfernt im nahen Koblenz geboren wurde, lernte die Pallottiner trotz allem erst relativ spät kennen. Der damalige Regionaljugendseelsorger P. Rainer Schneiders war es dann, der den hochgewachsenen Abiturienten mit der Gemeinschaft in Kontakt brachte. Dann aber ging alles recht schnell. Noviziat mit Praktika in Berlin, Bensberg und Neunkirchen, Studienbeginn, Auslandssemester in Rom und das Diplom in Vallendar.

Erzbischof Ludwig Schick legt Roman Fries die Hände auf - als Zeichen für die Beauftragung und Bevollmächtigung.

Nach einem "begeisternden Gespräch" Eintritt bei den Pallottinern

Roman Fries' Berufungsgeschichte liest sich ganz anders. In Duisburg geboren, in Oberhausen aufgewachsen, zog er im Alter von 13 Jahren in den Westerwald. Hier kam er erst als junger Erwachsener mit kirchlichem Leben in Berührung. Da er in Herschbach Jugendarbeit in den Räumlichkeiten der Kirchengemeinde organisierte, führte ihn „sein schlechtes Gewissen" dann eines Tages doch einmal in den Gottesdienst. Daraus sei dann sehr schnell mehr geworden, so Fries. Über das Seminar St. Lambert in Lantershofen, in dem er als Priesteramtskandidat für das Bistum Limburg studierte, kam er nach einem "begeisternden Gespräch" mit Pater Possmann über Umwege zu den Pallottinern.

Neben vielen Mitbrüdern - darunter Provinzial Hans-Peter Becker -, Ordensleuten aus anderen Gemeinschaften und Diözesanpriestern füllten zahlreiche Verwandte und Freunde aus der alten wie aus der neuen Heimat der beiden Neupriester die Kirchenbänke der zweitgrößten Kirche im Bistum Trier. Die zwei Praktikumspfarreien, St. Konrad in Augsburg-Bärenkeller und die Pfarreiengemeinschaft Neusäß, in denen die Neupriester noch bis zum Jahresende tätig sein werden, waren mit ihren Pfarrern, Msgr. Karl Mair, Wolfgang Kretschmer und Engelbert Birkle ebenso vertreten, wie Fahnenabordnungen der Georgs-Pfadfinder und der katholischen Studentenverbindung aus Koblenz.

Zu Beginn der Feier stellte Provinzial P. Hans-Peter Becker die beiden Weihekandidaten vor und bat sie, vor den Erzbischof zu treten. Die Diakone bekundeten ihre Bereitschaft mit den Worten: „Hier bin ich." Vor der Erteilung der Priesterweihe versprachen die beiden Diakone, ihren Dienst in Ehrfurcht und Gehorsam zu tun. Dabei erklärten sie unter anderem, in ungeteilter Liebe zu Christus zu leben und ihm in den Menschen treu zu dienen.

Im Weihegebet bat der Erzbischof um den Geist Gottes

Während der Allerheiligenlitanei lagen die Weihekandidaten ausgestreckt am Boden und zeigten damit ihre Bereitschaft, sich Christus ganz hinzugeben. Dann legten ihnen Erzbischof Schick sowie rund 50 Priester aus der Gemeinschaft der Pallottiner und Weltpriester aus verschiedenen deutschen Diözesen die Hände auf - seit urchristlicher Zeit Zeichen für die Beauftragung und Bevollmächtigung. Im Weihegebet bat der Erzbischof schließlich um den Geist Gottes für die Neupriester. Als „ausdeutende Zeichen" in der Weihehandlung zogen die Pfarrer der beiden Pallottiner die priesterlichen Gewänder an, salbte ihnen der Erzbischof die Hände, überreichte Kelch und Hostienschale und umarmte sie zum Friedensgruß.

Vor dem feierlichen Primizsegen dankte Provinzial Pater Hans-Peter Becker Erzbischof Schick für dessen Bereitschaft, die Weihe zu spenden und dass er den Anwesenden den Zuspruch Gottes und die je eigene Berufung und Würde in Erinnerung rief; P. Beckers Dank richtete sich aber auch an die beiden neugeweihten Mitbrüder, die sich von nun an noch mehr in den Dienst für Gott und die Menschen stellen. Aber auch die Eltern, Verwandte, Mitbrüder und Freunde, die ihren Teil zum Wachsen der Berufung beitrugen, schloss er in seine Worte ein. Im Anschluss versammelte sich die Festgemeinde zu einem kurzen Stehempfang in der Aula der nahegelegenen Hochschule (PTHV).

Aus den Händen des Erzbischofs empfängt P. Rainer Autsch Kelch und Hostienschale.


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