Aktuelles von den Pallottinern
Ein spirituelles Angebot, das trägt - Wallfahren nach Herrgottsruh
Mit Gebet und Gesang: P. Wilfried Kunz, Wallfahrtsdirektor von Herrgottsruh, zieht gemeinsam mit einer Gruppe Fußwallfahrer zum Gottesdienst in die Kirche ein.
Friedberg/16.05.2010 - Die Gedanken sortieren, draußen in der Natur sein, seine Anliegen vor Gott tragen, Gemeinschaft erleben oder einfach nur zur Ruhe kommen. Die Gründe für Wallfahrer - zu Fuß oder motorisiert - in Richtung Friedberg aufzubrechen, sind so unterschiedlich wie zeitlos. Nur das Ziel ist das Gleiche: Umgeben von Grabsteinen ragt das Schmuckstück hinter einer drei Meter hohen Friedhofsmauer hervor. Die barocke Wallfahrtskirche zu „Unseres Herrn Ruh". Ein Werk des Eichstätter Baumeisters Johann Benedikt Ettl aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Selbst P. Wilfried Kunz fällt es nach rund zehn Jahren als Wallfahrtsdirektor schwer, den typischen Wallfahrer zu beschreiben. Aber das ist für ihn auch gar nicht das Entscheidende. Viel wichtiger ist für ihn, „dass es den Leuten guttut und sie hier Ruhe und Frieden finden". Und schon hat er den Bogen zum Gnadenbild der Wallfahrt aus dem 15. Jahrhundert geschlagen. Das Bild im linken, nördlichen Seitenschiff zeigt eine Darstellung des leidenden Heilands, die außergewöhnlich ist. Nicht von Soldaten und einer aufgebrachten Menschenmenge gehetzt, sondern ruhend am Wegesrand, den Kopf auf die linke Hand gestützt.
Wenn sich früh morgens die Fußwallfahrer aus Mering, Rehling oder Paar mit einem „Gegrüßet seist Du Maria" auf den Lippen in Bewegung setzen, dann hat er gemeinsam mit seinen beiden Mitbrüdern, P. Berthold Kratzel und Br. Norbert Kempf, längst die Voraussetzungen für den reibungslosen Ablauf vor Ort geschaffen.
Seelsorge an der Pforte: Von Aufnahmen in die Bruderschaft bis hin zu Messstipendien
Gemeinsam wohnen die drei Pallottiner im Priesterhaus, das für viele Gläubige oft die erste Anlaufstelle ist. „Was hier an der Pforte geschieht, ist bereits Seelsorge", erklärt P. Kunz. Von Aufnahmen in die Bruderschaft, deren Mitglieder das Wallfahrtsleben tragen, bis hin zu Messstipendien.
Mehr als vierzig angemeldete Wallfahrten kommen Jahr für Jahr hierher, um es ihren Vorgänger-Generationen gleichzutun. Das Procedere bei der Ankunft vor dem Torbogen verläuft stets nach dem gleichen Muster: P. Kunz empfängt jede Gruppe persönlich, begrüßt sie, spendet den Segen und zieht betend unter Glockengeläut zum Gottesdienst in die Kirche ein. Ob jung oder alt: Rosenkranz und Kirchenlieder gehen hier nicht nur dem Wallfahrtsdirektor wie selbstverständlich über die Lippen.
„Das gehört einfach zum Wallfahrtsgeschehen dazu", erläutert der Pallottinerpater. Genauso wie die Lourdes-Grotte. Seit 1888 liegt dieses „religiöse Biotop" (P. Kunz) mit seiner sternengekrönten Madonnendarstellung zwischen dem Priesterhaus und dem Haupteingang zur Kirche. „Es vergehen kaum fünf Minuten, dass jemand zur Grotte kommt, eine Kerze anzündet und betet", so P. Kunz. Keine Frage: Ein geschickter Schachzug des damaligen Wallfahrtsdirektors Alois Melcher. Fügte er der traditionell-bayerischen Christuswallfahrt eine marianische Note hinzu. Ein spirituelles Angebot, das bis heute trägt - vor allem im Marienmonat Mai.
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