Aktuelles von den Pallottinern
Zurück zu den Wurzeln: Pallottiner gründen deutschsprachiges Pallotti-Institut - Das geistige Erbe Vinzenz Pallottis erforschen und vermitteln
(hintere Reihe v.l.): Dr. Alois Wittmann UAC, P. Paul Rheinbay, P. Ulrich Scherer, Sr. Adelheid Scheloske (vorne v.l.): P. Hans-Peter Becker, P. Martin Manus.
Vallendar/20.04.2010 - Zurück zu den Wurzeln: Die Pallottiner in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben gemeinsam mit den Pallottinerinnen und pallottinischen Laiengruppierungen am gestrigen Montag im Rahmen eines Studientags an der Philosophisch-Theologischen Hochschule (PTHV) in Vallendar das deutschsprachige Pallotti-Institut gegründet. Angegliedert an die theologische Fakultät der Hochschule gehört es künftig zu dessen Aufgabe, das geistige Erbe des heiligen Vinzenz Pallottis (1795-1850) zu erforschen und zu vermitteln. Direktor des neuen Instituts ist der Pallotti-Experte und Pallottinerpater Ulrich Scherer.
Schon lange gab es Überlegungen in diese Richtung, doch erst der „bewegende" Brief des Generalrektors aus Rom Ende 2008 gab den letzten Impuls, resümierte der neu ernannte Direktor die Vorgeschichte bis zur Errichtung: Wie in Polen, Indien und Brasilien gibt es jetzt auch für den deutschen Sprachraum ein Institut, das sich nach dem Modell des römischen Mutter-Instituts der Verbreitung des pallottinischen Charismas widmet. Von Anfang an wurden Vertreter der UAC (Unio) in den Prozess mit eingebunden. So stehen P. Scherer, der seine Hauptaufgabe darin sieht, wichtige Pallotti-Texte aus dem Italienischen ins Deutsche zu übersetzen und diese digital zugänglich zu machen, als Berater zur Seite: Sr. Adelheid Scheloske, Präsidentin der deutschen Unio, Arzt und Unio-Mitglied Dr. Alois Wittmann und P. Martin Manus.
Provizial P. Hans-Peter Becker überreichte ihnen während des Studientages die Ernennungsurkunden. Strukturell eingebunden ist das Institut als „Arbeitskreis pallottinische Forschung" in das an der Hochschule schon exisitierende „Institut für Geschichte und Spiritualität religiöser Gemeinschaften". Dessen Direktor P. Joachim Schmiedl ISch, Dekan der theologischen Fakultät, begrüßte Mitbrüder und -schwestern, Lehrende und Studierende der Hochschule und interessierte Gäste. Wegen des Flugverbots konnte die aus Rom erwartete Delegation um den Direktor des römischen Instituts P. Jan Kupka leider nicht anreisen.
Als Leitthema stand das Thema "Zusammenarbeit" im Mittelpunkt des Studientages. P. Paul Rheinbay, der Rektor der Hochschule, sprach in diesem Zusammenhang von Kooperation als göttlicher Gabe. Der dreifaltige Gott in sich sei bereits Zusammenwirken und lasse den Menschen, der nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen ist, daran teilnehmen. Für den Menschen kommt es darauf an, so mit Gott verbunden zu sein, dass Kontemplation und Aktion, Gebet und Tun immer mehr eins werden, so P. Rheinbay. Wie faszinierend dieses Charisma sein kann, unterstrich im Anschluss P. Edward Fröhling. Er ermutigte die Anwesenden "unserere Art, Kirche zu sein" im Hier und Jetzt immer mehr zu verwirklichen.
Die Spiritualität Vinzenz Pallottis fruchtbar machen
Der römische Priester und Gründer der pallottinischen Gemeinschaften, Vinzenz Pallotti, förderte bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Zusammenarbeit von Laien und Priestern innerhalb der Kirche. „Dem Institut eröffnet sich somit innerkirchlich aber auch darüber hinaus ein breites Arbeitsfeld", erklärte P. Scherer. Ziel sei es, die Spiritualität Pallottis für die heutige Pastoral fruchtbar zu machen. „Dazu möchten wir hier einen entscheidenden Beitrag leisten", so der neue Direktor.
P. Johannes Kopp zeigte anschließend, wie „Eucharistie als Lebensform" für Pallotti die konkrete Art war, Gottes Gegenwart in allem und allen zu entdecken und sich dieser voll und ganz hinzugeben. Die Dynamik der liebenden Hingabe Gottes an seine Schöpfung, in die er den Menschen hinein nimmt, sei die eigentliche Bedeutungsfülle des "universalen Apostolates". Dies konkret zu verwirklichen, kann nicht nur menschliches Tun und Planen sein, sondern ist vielmehr Frucht der Aufforderung Pallottis, immer wieder darum zu beten, dass die unendliche Liebe Gottes in allem erkannt werde.
P. Scherer stellte in Abwesenheit des römischen Institutsleiters P. Kupka das römische Institut vor, das seit 1943 daran arbeitet, den umfangreichen Nachlass des Gründungsdirektors P. Ansgar Faller aufzuarbeiten. Viel Material sei laut P. Scherer bereits systematisiert und online zugänglich. Für die Zukunft sei auch eine enge weltweite Vernetzung und Kooperation mit den Schwester-Instituten in Polen, Indien und Brasilien geplant. In der abschließenden Eucharistiefeier kam die Zuversicht zum Ausdruck, dass schon bald die nächsten Schritte zu einem tieferen Verständnis der gemeinsamen pallottinischen Identität und Sendung folgen.
Weitere Informationen rund um die Hochschule finden Sie unter: www.pthv.de
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