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Aktuelles von den Pallottinern

Pallottiner im Porträt (Teil VII): P. Bruno Bayer nimmt Abschied von Rom, doch arbeitsmüde ist er noch lange nicht


Rom/Friedberg/24.02.2010 - Wenn P. Bruno Bayer am Donnerstag (25.02.2010) nach fast fünfzig Jahren seinen Hauptwohnsitz in Rom aufgibt und ins Provinzialat nach Friedberg wechselt, geht eine Ära zu Ende. Doch arbeitsmüde ist der 88-jährige Pallottinerpater noch lange nicht. Denn eines ist für ihn schon jetzt klar: Im Provinzialat will er sich nicht zur Ruhe setzen, sondern die wichtigsten Briefe des heiligen Vinzenz Pallotti ins Deutsche übersetzen.

Pater Bayer hat sich seit vielen Jahren im Generalat in Rom den Studien über den hl. Vinzenz Pallotti verschrieben und kümmerte sich bis zuletzt um die kritische Edition der Briefe des Gründers. Der achte und letzte Band ist inzwischen veröffentlicht.

Während die eine Hausgemeinschaft durch einen neuen Mitbruder bereichert wird, hinterlässt er bei der anderen eine Lücke. Das kam beim Abschiedsgottesdienst in der Kirche San Salvatore in Onda Ende Januar, bei der sich die Mitbrüder und einige Unio-Mitglieder versammelten - deutlich zum Ausdruck. Generalrektor P. Friedrich Kretz, der der Hl. Messe vorstand, unterstrich in seiner Predigt die außergewöhnliche Hingabe P. Bayers, sein geduldiges und ausdauerndes Arbeiten. Er dankte ihm im Namen der gesamten pallottinischen Familie, weil durch die Briefe das wahre Gesicht des hl. Vinzenz als Mensch und Priester noch besser verständlich wird.

P. Bayer ist 1921 in Offenburg am Rande des Schwarzwaldes geboren und machte im Hause Burda eine kaufmännische Lehre, ehe er seinem Wunsch, Priester zu werden, folgte, und die pallottinische Spätberufenenschule St. Joseph Hersberg besuchte. Nach seiner Priesterweihe 1955 studierte er in Freiburg und München Sprachwissenschaften und Theologie, um dann selbst auf dem Hersberg zu unterrichten.

Seine zweite große Passion: Die Spiritualität des heiligen Vinzenz Pallotti

Die Sprachbegabung - besonders sein gutes Latein und Französisch - unterstützte die zweite große Passion von P. Bayer: sein Interesse an der Spiritualität Vinzenz Pallottis. So übersetzte er die Schrift des französischen Pallotti-Gefährten Paul de Geslin und veröffentlichte sie 1973 im Pallotti-Verlag (Friedberg).

Immer mehr wuchs P. Bayer auch in die Exerzitienarbeit hinein und erhielt vom Generalat in Rom Forschungsaufträge. 1985 gab er zusammen mit P. Josef Zweifel, einem Pallottiner aus der Schweiz, ein bis heute gültiges Standardwerk mit Schriften und Dokumenten Pallottis heraus, das dessen Gründung tiefer verstehen lässt.

Im Dezember 1996 erhielt P. Bayer aufgrund seiner Pallotti-Studien die Ehrendoktorwürde der Theologischen Hochschule Vallendar. Der damalige Rektor, P. Franz Courth, würdigte den „unauffälligen und disziplinierten Dienst am Wort Vinzenz Pallottis", den der geistliche und theologische Schriftsteller und Übersetzer mit größter philologischer und historischer Genauigkeit leiste. Anlässlich seines Goldenen Priesterjubiläums 2005 sagte P. Bayer über sein Leben als Pallottiner und Seelsorger, als Forscher und Übersetzer, dass er „in keinem anderen Beruf eine solche Erfüllung gefunden hätte."

Seit 1995 hat P. Bayer, der sich durch regelmäßiges Schwimmen fit hält, sämtliche erhaltenen Briefe Vinzenz Pallottis ediert und sie damit für die weitere Pallotti-Forschung zugänglich gemacht. Daneben teilte er sein Pallotti-Wissen in Artikeln, Vorträgen, Predigten und Gesprächen mit. Auf soviel Schaffenskraft hofft man jetzt auch in Friedberg.


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