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Aktuelles von den Pallottinern

Presseerklärung des Provinzials der Pallottiner, P. Hans-Peter Becker, zu den Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs in den 60er Jahren in den Konvikten in Rheinbach und Rheinberg


Provinzial P. Hans-Peter Becker.

Friedberg/19.02.2010 - Im Laufe der aktuellen Debatte um sexuellen Missbrauch an katholischen Ordensschulen sind in der Öffentlichkeit auch Fälle bekannt geworden, die sich in den 60er Jahren im Konvikt St. Albert in Rheinbach ereignet haben. Das Konvikt wurde zwischen 1946 und 1967 von den Pallottinern geleitet. Soweit wir wissen, gab es dort drei Missbrauchsfälle. Nachdem die Konviktsleitung durch einen nicht betroffenen Jugendlichen von den Vorfällen Kenntnis erhielt, wurde der Betreuer sofort vom Dienst suspendiert. Nach einer längeren Zeit der Therapie verließ er unsere Gemeinschaft.

Im Jahr 2008 hat sich eines der Opfer von damals per Email an die Gemeinschaft gewandt. Aufgrund der Schilderung der damaligen Ereignisse beschloss die Leitung der Pallottiner, alle Opfer ausfindig zu machen. Bisher konnte jedoch nur ein weiterer Betroffener gefunden werden. Zu beiden Betroffenen ist Kontakt aufgenommen worden, um die Missbrauchsfälle aufzuarbeiten. Wir sind stets allen Verdachtsäußerungen, Hinweisen und Gerüchten nachgegangen und haben den Kontakt zu den Opfern - soweit dies erwünscht war -, gesucht und Hilfe angeboten.

In dieser Woche ist uns ein weiterer Fall aus dieser Zeit aus dem Konvikt in Rheinberg (Niederrhein) zugetragen worden. Das Internat, das ebenfalls die Pallottiner führten, ist seit 1970 geschlossen. Wir haben unverzüglich versucht, mit dem Opfer Kontakt aufzunehmen. Nach unseren Nachforschungen wurde der Beschuldigte sofort aus dem Dienst genommen, therapeutisch behandelt und arbeitete später in der Altenarbeit im Ausland.   

Bei den betroffenen Schülern, denen damals dieses verabscheuungswürdige Unrecht angetan wurde und die heute noch darunter leiden, entschuldige ich mich im Namen aller Pallottiner. Uns ist sehr daran gelegen, die Vorgänge aufzuklären und den Opfern zu helfen. 

Unser Handeln orientierte sich stets an den von der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) erarbeiteten Leitlinien „Zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch". So haben wir bereits 2003 einen Beauftragten für sexuellen Missbrauch eingesetzt. Dessen Aufgabe war und ist es, den eingegangenen Hinweisen nachzugehen, die Tat aufzuklären und als Kontaktperson für die staatlichen Strafverfolgungsbehörden zu fungieren.

Den Betroffenen zu helfen, ist unser vorrangiges Anliegen. Deshalb ermutige ich an dieser Stelle uns bisher nicht bekannte Opfer dazu, sich mit uns in Verbindung zu setzen.

P. Hans-Peter Becker SAC
Provinzial

Mehr zum Thema "Sexueller Missbrauch und Misshandlung" und die Kontaktdaten der externen Ansprechpartner.


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