Aktuelles von den Pallottinern
P. Werner Bock ist im Alter von 70 Jahren verstorben
Limburg/10.02.2010 - Am Vormittag des 10. Februar 2010 ist unser Mitbruder P. Werner J. Bock SAC nach längerem Leiden im Alter von 70 Jahren im St. Vincenz Krankenhaus in Limburg verstorben. Er war 45 Jahre Pallottiner und 42 Jahre Priester.
Werner Bock, Sohn des Arbeiters Josef Bock und seiner Frau Regina, geborene Jakob, wurde am 17.10.1939 während einer kriegsbedingten Evakuierung im Saarland in Thale im Harz (Kreis Quedlinburg) geboren. Das missfiel ihm sein Leben lang, denn er war mit Leib und Seele Saarländer. Mit seinen beiden Brüdern wuchs er in Merzig auf und besuchte dort von 1945 bis 1953 die Volksschule. Gerne war er Messdiener.
Und er verspürte den Wunsch, Priester zu werden. Ein Pallottiner besuchte während einer Zeitschriften-Tour die Familie und erzählte von Vinzenz Pallotti und seiner Gemeinschaft. Werner Bock bewarb sich um Aufnahme in das Bischof-Vieter-Kolleg in Limburg, das er von Ostern 1954 an besuchte. Am 3. März 1962 absolvierte er an der Tilemannschule das Abitur. Nach dem Noviziat in Olpe legte er dort am 25. April 1964 seine erste Profess ab. Nach dem Studium in Vallendar wurde er dort am 21. Juli 1968 vom Trierer Weihbischof Karl Schmidt zum Priester geweiht.
Nach seinem Pastoraljahr in Friedberg wurde ihm zu Ostern 1969 im Vinzenz-Pallotti-Kolleg in Rheinbach die Aufgabe eines Erziehers übertragen. Schon im August 1970 wurde er nach Limburg versetzt, um die gleiche Aufgabe am Bischof-Vieter-Kolleg zu übernehmen, das 1972 aufgelöst wurde. Neben seiner Erziehertätigkeit war P. Bock Religionslehrer an der Marienschule der Dernbacher Schwestern. 1973 wurde ihm außerdem für eine Übergangszeit, ehe das Noviziat für Priester- und Brüderkandidaten in Untermerzbach zusammen geschlossen wurde, das Amt des Novizenmeisters der Brüder und des Junioratsleiters im Missionshaus übertragen.
Im Sommer 1974 wechselte er an das Tilemanngymnasium und wirkte dort bis 1992 als Religionslehrer. 1982 wurde er zum Schulpfarrer des Bistums Limburg ernannt. Im gleichen Jahr reduzierte P. Bock seine Stundenzahl in der Schule und wurde Mitarbeiter im gemeinschaftseigenen Studio Union. Hier begleitete er verschiedene Produktionen, besonders jene von P. Heinz Perne, schrieb selbst Texte, veröffentlichte Publikationen, hielt Rundfunkansprachen, das Wort zum Sonntag und organisierte Konzertreisen.
Zur Überraschung seiner Schüler, Mitbrüder und seines großen Freundeskreises ging P. Bock auf den Wunsch seiner Oberen ein und sagte Ja zu einem Einsatz in Kamerun. Nach einem Sprachstudium in Paris ging er im Oktober 1993 nach Yaounde, um dort in der Pfarrpastoral mitzuhelfen, vor allem aber das Haus der Studenten, „Maison Pallotti" aufzubauen und zu leiten. Im Jahr 2000 übernahm er zudem die Seelsorge der Deutschen Gemeinde in Kamerun.
Auf Anraten seiner Ärzte verließ er Mitte 2002 schweren Herzens Afrika und sollte aufgrund seiner Erfahrungen im Missionssekretariat in Limburg mitarbeiten. Nach nur wenigen Monaten baten ihn die Obern, die Stelle des Flughafenseelsorgers in Frankfurt einzunehmen. So übernahm er am 1. August 2003 in der Flughafenkapelle aus der Hand von Bischof Franz Kamphaus die Ernennungsurkunde. Seine angeschlagene Gesundheit brachte es mit sich, diesen Dienst, der ihm anfangs nicht leicht gemacht wurde und den er sehr gerne tat, zu seinem 70. Geburtstag zu beenden. Er erklärte sich bereit, am 1. Dezember 2009 die weniger fordernde Stelle eines priesterlichen Mitarbeiters in der Pfarrei St. Marien in Limburg anzutreten.
Die Menschen empfingen ihn mit offenen Armen. Und er ging mit großer Freude diese Arbeit an, die auch alte Kontakte aufleben ließ. Doch seine angeschlagene Gesundheit schwächte ihn zusehends, so dass er sich am Pallotti-Tag in stationäre Behandlung begeben musste. Er wusste um den Ernst der Lage. Seine inneren Organe versagten zusehends ihren Dienst. Am Morgen des 10. Februar (Tag der hl. Scholastika), an dem die Kirche betet „Gewähre uns in deiner Güte einst einen seligen Heimgang zu dir", erlöste ihn der Herr von seinen Leiden.
In P. Werner Bock verlieren wir einen Mitbruder mit gewinnender Ausstrahlung. Immer auf sein Äußeres bedacht, konnte er gut mit Menschen umgehen. Er liebte das Gespräch in geselliger Runde. Großartig konnte er andere imitieren. Vielen Menschen, die er besonders aus seiner Zeit als Religionslehrer kannte, war „der Pater" zeitlebens ein Freund und Seelsorger. Dabei war er immer neugierig und offen. So pflegte er stets neben seinen Hauptbeschäftigungen zusätzliche Einsätze. Über Jahre begleitete er den ND (Bund Neudeutschland), als fester Aushilfspriester in Bad Camberg bereicherte er die partnerschaftlichen Kontakte dieser Stadt nach Frankreich.
Der Saarländer war so sehr in Hessen verwurzelt, dass sein plötzlicher Entschluss, alles aufzugeben und nach Kamerun zu gehen, überraschte. Viele unterstützten nun seine Tätigkeiten dort. Und er kam, wie er schreibt, bereichert, zurück. „Ich kehre zurück reich an Erfahrungen und Erlebnissen, an Begegnungen, mit geschenktem Wohlwollen und Vertrauen, mit Enthusiasmus und verstärktem Engagement für die Mission." In der Tat lag ihm die Entwicklung der Pallottiner in Kamerun nun stark am Herzen.
Als Bao, wie man ihn dort nannte, im Dezember 2008 noch einmal in Kamerun weilte, um an der Erhebung der pallottinischen Einheit dort zur Regio teilzunehmen, war es ihm eine Genugtuung, dass im „Maison Pallotti" seine Traditionen noch lebendig waren; es erfreute ihn tief, als im Sonntagsgottesdienst in der Wallfahrtsbasilika „Maria, Königin der Apostel" fast 2000 Mitfeiernde begeistert applaudierten, als ihr ehemaliger Seelsorger begrüßt wurde.
Treffend schilderte Weihbischof Thomas Löhr bei der Verabschiedung in Frankfurt unseren Mitbruder: „P. Bock ist ein Seelsorger, der unvoreingenommen und herzlich auf Menschen zugehen kann. So verkündete er auch in diesem Kosmos Flughafen den Menschen die Botschaft von Jesus Christus." Diese Haltung spricht auch aus dem Psalm 105, den P. Bock auf die Einladung zu seinem 40jährigen Priesterjubiläum setzte. Diese Haltung begleitete den Pallottiner und Priester, der nach außen unangepasst und modern wirkte, der im Herzen ein Leben lang seine saarländische „Rosenkranzfrömmigkeit" und seine Verehrung der seligen Blandine Merten bewahrte.
Wir Pallottiner sind traurig über den Verlust unseres Mitbruders, wir sind dankbar, dass wir ihn hatten und wir danken allen, die ihn in den Zeiten der Krankheit begleiteten. Wir feiern in österlicher Hoffnung Eucharistie für P. Werner Bock am Montag, dem 15. Februar um 10.30 Uhr in der Pallottiner- und Pfarrkirche St. Marien in Limburg, Wiesbadener Str. 1. Anschließend findet die Beisetzung auf dem gemeinschaftseigenen Friedhof statt
Friedberg, den 10. Februar 2010
P. Hans-Peter Becker SAC
Provinzial
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