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Aktuelles von den Pallottinern

Erstes Internationales pallottinisches Schulcamp in Indien: Bruchsaler und Rheinbacher Schüler tauchen ein in eine fremde Welt


Dongargarh/03.02.2010 - Zehn Schüler aus Bruchsal (St. Paulusheim) und Rheinbach (Vinzenz-Pallotti-Kolleg) brachen Anfang Januar zu einem zweiwöchigen Schulausflug der besonderen Art auf. Begleitet von den Lehrerinnen Beate Schott und Elizabeth Weckes sowie den Patres Martin Manus und Christian Stumpf startete die Reise für die vierzehnköpfige Gruppe am Frankfurter Flughafen. Ziel war das erste Internationale pallottinische Schulcamp in Dongargarh/Indien. 

Erschöpft und mit eineinhalb Tagen Verspätung landeten sie im kalten, vernebelten Delhi. Die freundliche Begrüßung durch die „Reisebegleiterin" Frau Seth hellte die anfangs trübe Stimmung jedoch schnell wieder auf. Von Minute zu Minute wurde der Gruppe immer bewusster, dass sie eine neue Welt betreten hat: Autohupen, die den Verkehr regeln, Kühe, die gemütlich mitten auf der Straße traben und Gehwege, die Obdachlosen zur Wohnung geworden sind.

Weiter nach Raipur: Mit den Temperaturen stieg auch die Laune

Nach einer durchfrorenen Nacht und einem dürftigen Frühstück ging es für die Gruppe weiter nach Raipur. Mit den Temperaturen stieg gleichzeitig die Laune. Am nächsten Tag stand ein Besuch in der Holy-Cross-School, die von Frau Seth geleitet wird, und weiterer pallottinischer Einrichtungen auf dem Programm. Besonders beeindruckt waren die Schüler aus Deutschland vom Heim für Kinder, deren Eltern an Lepra erkrankt sind. Die Freude und Neugier der Kinder war zum Greifen nah. Danach wurde die Reise in Richtung Dongargarh fortgesetzt.

Die unzähligen Schlaglöcher auf der sechsstündigen Fahrt verzögerten die Ankunft zwar, doch als das Ziel erreicht war, waren die Reisetrapazen schnell vergessen. Der Empfang, der den Bruchsaler und Rheinbacher Schülerinnen und Schülern von ihren Altersgenossen an der Vincent Pallotti International Residential School in Dongargarh bereitet wurde, war überwältigend. Die indischen Gesänge und Tänze machten Lust auf mehr.

Bei einer festlichen Zeremonie wurden die Gäste aus Deutschland, Polen, Argentinien und von den zwei indischen Gastschulen vom Schulleiter in Dongargarh, P. Arogyadas Kottana SAC, offiziell begrüßt. Früh wurde allen das internationale Flair dieser Veranstaltung bewusst. Auf das erste Kennenlernen folgten Diskussionen in Kleingruppen über globale Themen wie den Klimawandel und Kulturell-religiöses, das sich mit Extremsport paarte: Denn um den hinduistischen Bamleshwari-Tempel zu besichtigen, galt es zuvor 2000 Stufen zu erklimmen.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch bei verschiedenen Familien, um den deren Alltag näher kennenzulernen. Die Eindrücke waren einerseits vielfältig, unterschiedlich und fremd, aber andererseits schön, beeindruckend und nachhaltig. Aber auch am Schulbankdrücken kamen die Schüler aus Deutschland nicht vorbei.

Beim Sonntagsgottesdienst in der katholischen Pfarrgemeinde in Dongargarh trauten die Schüler - vor allem die aus Bruchsal - ihren Ohren nicht, als sie einen bekannten Dialekt vernahmen. Denn mit dem Generalrektor der Pallottiner, Pater Fritz Kretz, der sich gerade zu einer Visitation in Indien aufhielt, stand plötzlich ein waschechter Kraichgauer vor ihnen. Doch in Gedanken waren viele schon bei der abendlichen Feier des Parents-Days.  

Lichtermeer, landestypische Saris und festliche Anzüge

Das Schulgelände war mit tausenden von Lichtern geschmückt, die Schüler warfen sich in landestypische Saris und festliche Anzüge. Zahlreiche Eltern und selbst der in diesem Bundesstaat für religiöse Minderheiten zuständige Minister hatten ihren Besuch angekündigt, um die kreativen Darbietungen der indischen Schülerinnen und Schüler zu sehen. Tänze, Theaterstücke, Bühnenshows.

Der letzte Tag im Schulcamp wurde genauso feierlich beendet wie der erste begonnen hatte. Nach vielen Fotos, dem Austausch von zahlreichen Adressen und herzlichem Abschied stieg die deutsche Gruppe wieder in den Bus und fuhr zurück nach Raipur, von wo es nach Delhi weiterging. Nachdem die letzten indischen Rupien ausgegeben waren, ging es via Flugzeug zurück nach Frankfurt - mit vielen schönen Erinnerungen und Souvenirs im Gepäck. Glücklich und traurig zugleich blieb den Rheinbacher und Bruchsaler Schülern nur eines: die Hoffnung auf ein Wiedersehen.


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