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Aktuelles von den Pallottinern

Außergewöhnlich anders - Junge afrikanische Mitbrüder und erfahrene deutsche Missionare bereichern durch ihre große Vielfalt die Pastoral in Südafrika - Bischof de Gouveia: "Die Pallottiner haben hier viele Spuren hinterlassen"


Mehr als ein Jahrhundert Afrika-Erfahrung: P. Ludwig Brunner (l.) und Br. Alfons Groß (r.) zusammen mit Delegat P. Florent Eloundou auf der Pallotti-Farm.

Friedberg/16.04.2012 - Jahrzehntelange Apartheid, weltpolitische Isolation sowie der lange Weg zur Freiheit: Südafrika blickt auf eine bewegende Geschichte des 20. Jahrhunderts zurück. Weniger bekannt ist, dass zwei Diözesen des Landes am Kap  – Queenstown und Oudtshoorn – von deutschen Pallottinern gegründet worden sind. Deutsche Patres und Brüder prägten und beeinflussten mit ihren Ideen und ihrer Arbeit die Diözesen Kapstadt, Oudtshoorn und Queenstown über Jahrzehnte. Der heutige Bischof von Oudtshoorn, Frank de Gouveia, formuliert es so: „Ich bin zwar noch nicht lange im Amt, aber eines ist unverkennbar: Die Pallottiner haben hier viele Spuren hinterlassen.“

Zudem hat sich die Gemeinschaft vor Ort in den vergangenen Jahren vergrößert und ist internationaler geworden. Mitbrüder aus Deutschland, Südafrika, Malawi, Nigeria, Indien, Kamerun und Brasilien gehen bei ihren pastoralen Aufgaben und in der Begleitung der jungen Männer in George, Queenstown und Merrivale Hand in Hand.

Ausbildung in Südafrika auf Spenden aus Deutschland und Österreich angewiesen

Das Wachsen der Gemeinschaft wirft aber auch neue Probleme auf. Wenn Ökonom Pater Edward Tratsaert, der vor allem als Pfarrseelsorger tätig ist, auf die Studentenzahlen zu sprechen kommt, räuspert er sich kurz und macht deutlich, dass die Kosten auch in Südafrika explodiert sind und er auch weiterhin auf Spenden aus Deutschland und Österreich angewiesen ist, damit junge Studenten in Südafrika auch künftig zum Priester oder Bruder ausgebildet werden können.

P. Franz Baumann lebt da, wo sich Erfahrung und Jugend gegenseitig bereichern: im Noviziat der Gemeinschaft in George.

Heute arbeiten Pallottiner in vier Diözesen und unterstützen die Bischöfe in unterschiedlichen Seelsorgebereichen. In Kapstadt betreut Pater Otmar Behlich die Pallottinerinnen seelsorglich, die vor vielen Jahren das renommierte „Vinzenz-Pallotti-Hospital“ gründeten.
Von Kapstadt bis nach George sind es rund 450 Kilometer. Dort befindet sich das Noviziat der Gemeinschaft, bekannter unter dem Namen „Step-a-Side“. Hier prallen Erfahrung und Jugend aufeinander. Fünf junge Männer, die im Februar ihr Einführungsjahr begannen, leben hier mit Pater Franz Baumann und Bruder Hermann Michels zusammen.

Wer von dort aus aufbricht, erreicht nach einem Tag und knapp 600 Kilometern Autofahrt die Kleinstadt Queenstown. Bis vor kurzem der Bischofssitz von Bischof Herbert Nikolaus Lenhof, der hier gemeinsam mit den Patres Werner Maiworm und Johannes Rankel als Hirte und Seelsorger tätig war. Seit einiger Zeit sind diese Mitbrüder ebenso wie P. Wilhelm Ockenfels von der Südhalbkugel ins Missionshaus nach Limburg zurückgekehrt. Bischof Lenhofs Nachfolger in der Diözese Queenstown wurde Dabula Anthony Mpako als erster einheimischer Bischof.

Besonders froh ist der neue Oberhirte, dass ihn immer noch so viele Pallottiner in seiner Amtsführung unterstützen. Pater Heinz Josef Schöder leitet eine Pfarrei in Whittlesea – ebenso wie Pater Karl Frings in Cofimvaba – und ist zusätzlich mehrere Stunden pro Woche im bischöflichen Ordinariat tätig. Etwa zwölf Kilometer außerhalb von Queenstown führen sandige Pisten durch karge Landschaft zur Pallotti-Farm. Ein Schwerpunkt dort in den letzten Jahren: die Erwachsenenbildung. Religiöse Gruppen ziehen sich immer häufiger hierher zurück.

Erste Schritte in die Gemeinschaft hinein

Abseits von den Gebäuden wurde das Postulat eingerichtet und beherbergt zurzeit acht Postulanten, die ihre ersten Schritte in die Gemeinschaft hineingehen. Der Delegat Südafrikas, Pater Florent Eloundou, lebt hier und organisiert zusammen mit Pater Ludwig Brunner die Arbeit – auf der Farm und innerhalb der Delegatur. Bruder Alfons Groß, der bis vor kurzem auch noch auf der Farm arbeitete, ist wieder nach Ntaba Maria zurückgekehrt.

Von Queenstown nach Merrivale (Erzdiözese Durban) sind es erneut sechshundert Kilometer, bis man das große Studienheim (siehe Videoclip) erreicht. Hier leben rund dreißig Studenten aus Mosambik, Malawi, Nigeria und Südafrika zusammen, studieren im nahen Cedara an der theologischen Hochschule, unterstützen unter anderem soziale Projekte wie das Straßenkinder-Projekte in Howick (siehe Videoclip) und bereiten sich vor allem auf eines vor: die Zukunft der Pallottiner in diesem Teil Afrikas zu gestalten.

Am Tag des geweihten Lebens (2. Februar) haben zehn junge Männer aus der Regio Kamerun/Nigeria und der südafrikanischen Delegatur der deutsch-österreichischen Herz-Jesu-Provinz im Pallotti-Haus in Merrivale/Südafrika ihre erste Profess abgelegt.


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