Logo

Aktuelles von den Pallottinern

Pallottiner im Porträt: Von den „Vätern des Glaubens“ - P. Aloyse Essono macht die Kirchengeschichte seines Landes zum Thema seiner Doktorarbeit


Heiße Flughafen- und Pfarrseelsorger, heiße Doktor gar: P. Dr. Aloyse Essono aus Kamerun in der Flughafenkapelle in Frankfurt. (Foto: Dagmar Brunk)

Limburg/20.02.2012 - Das war ein schönes letztes Weihnachtsfest. Drei Wochen konnte P. Aloyse Essono in seiner Heimatstadt Yaoundé Ferien machen. Mal wieder mit den Mitbrüdern dort auf Französisch oder in seiner Muttersprache Eton Gottesdienste feiern. Mal wieder Familie und Freunde besuchen und Schulkameraden von früher. Hier in der Hauptstadt Kameruns besuchte er damals das Gymnasium, hier entstand in ihm der Wunsch, Priester zu werden.

Sein Vater verwies ihn auf die Pallottiner und ihre Arbeit auf dem Mvolyé, einem Stadtteil auf einem Hügel Yaoundés. Hier stellt sich die Gemeinschaft der Pfarr- und der Wallfahrtsseelsorge am großen Heiligtum „Maria, Königin der Apostel“. Hier hat sie ihr Ausbildungshaus und den Sitz der Delegatur Kamerun-Nigeria. Hier lernt der Schüler Aloyse den deutschen P. Peter Hillen kennen.

Und er beschließt, Priester und Mitglied jener Gemeinschaft zu werden, die 1890 als Missionare aus Deutschland kamen, um die Kirche im Land am Sanaga zu gründen. Die deutsche Kolonialzeit ist bis heute nicht vergessen, ja sie wird teilweise sogar glorifiziert. Die Pallottiner bekamen den Ehrentitel „Väter des Glaubens“ verliehen, die Pallottinerinnen, die 1897 nach Kamerun kamen, werden „Mütter des Glaubens“ genannt.

Aloyse Essonos Weg zu den Pallottinern und seine Ausbildungszeit hat ihn stark auch mit der Geschichte der Kirche seines Landes in Berührung gebracht. Diese „Missionsgeschichte“ hat ihn immer fasziniert. Er unterstreicht den Satz, den der Theologe und Historiker Josef Okala einmal gesagt hat: „Was Euch Deutschen Bonifatius ist, das ist uns Kamerunern Bischof Heinrich Vieter.“ Pater Vieter leitete die erste Gruppe von Missionaren, die 1890 nach Kamerun ging. 1905 wurde er im Dom zu Limburg zum ersten katholischen Bischof des Landes geweiht. Pallottiner und die Kameruner Kirche bemühen sich derzeit um die Seligsprechung des Missionars und „Kolpingsohnes“.

Zurück zu den Weihnachtsferien von P. Essono. Er hatte sich den Urlaub verdient. Denn hinter ihm lagen Monate und Jahre des Fleißes. Nach seiner Priesterweihe 2003 war er zunächst in der Pfarrseelsorge in drei verschiedenen Pfarreien Yaoundés tätig. 2006 kam er dann an die Hochschule nach Vallendar, studierte Kirchengeschichte und schloss mit dem Lizentiat ab. Dann wechselte er seinen Wohnort und zog in das Missionshaus nach Limburg, wo man ihn alsbald als Prediger im Sonntagshochamt zu schätzen lernte.

Doch das kam nicht häufig vor. Denn P. Essono hatte in der Bankenmetropole Frankfurt nun gleich zwei Arbeitsplätze. Mit einer halben Stelle wirkt er zusammen mit seinem Chef, P. Rolf Fuchs, in der Katholischen Flughafenseelsorge. Seine Freundlichkeit und seine Sprachkenntnisse machten ihm diese Arbeit leicht. Zugleich studierte er an der Goethe-Universität im Fachbereich Katholische Theologie weiter Kirchengeschichte und wurde mit einer Dissertation „Über die Arbeit der Pallottiner in Kamerun von 1890 bis 1916 und 1964 bis 2010“ bei Professor Claus Arnold promoviert. Fleiß und Aufregung spitzen sich zum 5. Dezember 2011 zu, denn da bestand er das Rigorosum in Frankfurt.

Jetzt gilt es noch die Drucklegung der Arbeit zu begleiten, die sich besonders auf die Art der Verkündigung der Pallottiner bezieht und ihre Einbeziehung der Laien in den Aufbau der Kirche von Anfang an. Ehe der frischgebackene Doktor in sein Heimatland zurückkehrt, um dort in der Ausbildung zu wirken, wird er noch eine Zeitlang seine Arbeit am Flughafen fortsetzen und zugleich in der Pfarrei St. Marien in Limburg mitwirken. Die Leute freuen sich schon, dass der gute Sonntagsprediger wieder an den Ambo tritt, jetzt eben als promovierter Kirchenhistoriker mit Doktorhut.


Weitere aktuelle Meldungen

15. Mai 2012 Lesekalender 2013 "Auf den Flügeln der Sehnsucht" ab sofort erhältlich
Der Titel des Pallottiner-Lesekalenders 2013 ist einer Notiz Vinzenz Pallottis (1795-1850) entnommen. Das hat seinen Grund. 1963, also vor genau fünfzig ...
lesen
15. Mai 2012 Neue Ausgabe von "Pallottis Werk" (02/2012) steht ab sofort online
Das Jubiläumsjahr 2013 - 50 Jahre Heiligsprechung Vinzenz Pallottis - steht vor der Tür. Und das schimmert auch bereits auf der einen oder anderen ...
lesen
14. Mai 2012 „Wege erwachsenen Glaubens“ sollen Menschen in Bewegung bringen
Die Fußspuren weisen den Weg zum Emmausweg, den Eugen Schwaderlapp mit seinen Zuhören beschreiten will. Gedanklich natürlich, dafür ist ...
lesen

Alle aktuellen Meldungen im Überblick

Weitere Aktionen