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Aktuelles von den Pallottinern

Im Gedenken an P. Richard Henkes (1900-1945) - Gottesdienste, Gräbergang und Gebet erinnern an seine Botschaft, sein Vermächtnis und den laufenden Seligsprechungsprozess


Dieses Ölgemälde von Beate Heinen hängt vor dem Richard-Henkes-Saal des Forums Vinzenz Pallotti in Vallendar.

Limburg/Vallendar/22.02.2012 - Die Pallottiner in Limburg, Vallendar und andernorts gedenken in diesen Tagen des heute vor 67 Jahren (22. Februar 1945) im KZ Dachau verstorbenen Paters Richard Henkes. Der Pallottinerpater aus Ruppach im Westerwald hatte freiwillig ausländische Typhuskranke gepflegt und sich dabei selbst angesteckt.

Am heutigen Abend findet um 18 Uhr eine Hl. Messe (mit Aschenkreuz-Spendung) in der Kirche St. Marien im Missionshaus in Limburg statt. Anschließend zieht die Gottesdienstgemeinde zum Friedhof, auf dem Pater Henkes seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Am kommenden ersten Fastensonntag, 26. Februar 2012 - ebenfalls um 18 Uhr - lädt die Gemeinschaft zu einer Gedenkvesper in der Kapelle der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar (PTHV) ein. Die Predigt an diesem Tag zum Thema "Der Glaube eines Märtyrers" hält Vizepostulator P. Manfred Probst.

Pater Henkes Botschaft

In einem Brief aus dem KZ schrieb Pater Richard Henkes an seine Mutter: „Der Herrgott hat das letzte Wort.“ Dieser Satz bezeugt seinen tiefen Glauben und gibt Aufschluss, wie er sein Leiden ertragen und gleichzeitig in der Hölle von Dachau für andere zum Samariter werden konnte. Der „Märtyrer der Nächstenliebe“ lebte und bezeugte, dass das Leid, die Macht einer unmenschlichen Diktatur, selbst der Tod, nicht das Letzte im Leben eines Menschen ist. Für ihn war es zeitlebens Gott, der dieses letzte Wort spricht, das „ewiges Leben“ heißt.

Sein Vermächtnis

Als „Brückenbauer zwischen unseren Völkern“ bezeichnete der Bischof von Pilsen (Tschechien), Frantisek Radkovský, Pater Henkes anlässlich des Gedenkgottesdienstes zu dessen 50. Todestag an der Hochschule in Vallendar. Aber auch für die Versöhnungsarbeit von Deutschen und Polen ebenso wie von Polen und Tschechen kann das Leben dieses Pallottiners bis in unsere heutige Zeit ein ständiges Zeichen der Erinnerung und Mahnung sein. Eine Frucht seines Wirkens: Henkes Heimatort – heute Ruppach-Goldhausen – und die tschechische Gemeinde Strahovice, in der er einst Pfarrer war, verbindet seit vielen Jahren eine enge Partnerschaft.

Sein Seligsprechungsprozess

1985 richteten erstmals „Häftlingspriester“, die das KZ Dachau überlebten, an den Bischof von Limburg und an den Provinzial der Pallottiner ein schriftliches Gesuch, für Pater Henkes ein Seligsprechungsverfahren einzuleiten. Auch aus Tschechien kam Unterstützung. Nachdem sich Bischof Radkovský positiv dazu äußerte, schloss sich im Jahr 2000 auch die tschechische Bischofskonferenz seinem befürwortenden Votum an.

Am 24. Mai 2003 eröffnete Bischof Franz Kamphaus von Limburg das diözesane Erhebungsverfahren zur Seligsprechung, das am 23. Januar 2007 mit einem feierlichen Pontifikalamt in der Pallottinerkirche St. Marien (Limburg) seinen Abschluss fand. Fünf Tage später übergab P. Manfred Probst die versiegelte Truhe mit sämtlichen Akten an die Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen in Rom. Das diözesane Verfahren ist von der Kongregation im März 2009 anerkannt worden.

Sein Lieblingsgebet

Herr, wie Du willst, soll mir gescheh’n.
Und wie Du willst, so will ich geh’n.
Hilf deinen Willen nur versteh’n.

Herr, wann Du willst, dann ist es Zeit;
Und wann Du willst, bin ich bereit,
Heut und in alle Ewigkeit.

Herr, was Du willst, das nehm’ ich hin,
und was Du willst, ist mir Gewinn.
Genug, dass ich Dein eigen bin.

Text: Sel. Pater Rupert Mayer SJ (1876-1945)

Literatur:

- Manfred Probst: Glaubenszeuge im KZ Dachau. Das Leben und Sterben des Pallottinerpaters Richard Henkes (1900-1945). Pallotti Verlag, Friedberg 2007.
- Alexander Holzbach: P. Richard Henkes: Ein Lebensbild. Pallotti Verlag, Friedberg 2005.


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