Logo

Aktuelles von den Pallottinern

In entchristlichter Gesellschaft heute glauben - 2. Akademietag an der PTHV über „Verlust der Kirchlickeit in Deutschland“


Prof. Klaus Vellguth (PTHV) referierte bei den 2. Akademietagen in Vallendar zum Thema "Heute glauben?!"

Vallendar/22.01.2012 - Welche Bedeutung haben Christen noch in einer verweltlichten Gesellschaft? Mit dieser Frage setzte sich der zweite Akademietag der Philsophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar (PTHV) auseinander. Am Samstag, 21. Januar 2012, referierten dazu der Bonner Journalist und Politikwissenschaftler Dr. Andreas Püttmann und der Theologe und Missionswissenschaftler Prof. Dr. Klaus Vellguth von der PTHV zum Thema „Heute glauben?!“

„Eine Gesellschaft ohne Gott gibt es nicht“, sagte Püttmann. Zahlreiche Befragungen und Untersuchungen hätten ergeben, dass zwar immer weniger Deutsche Mitglied der evangelischen oder katholischen Kirche seien. Aber immer noch besuchten rund drei Millionen Katholiken sonntags einen Gottesdienst: „Das sind mehr als der Deutsche Fußball-Bund anlockt!“ (Püttmann). An Weihnachten gehe immer noch fast jeder zweite Deutsche in die Kirche. Die Zahl der Kirchenaustritte liege auch trotz der schlimmen Missbrauchskandale in der Kirche immer noch bei „nur“ einem Prozent im Jahr.

Das sei für Püttmann ein Zeichen, dass die Kirche immer noch eine „hohe Bindungskraft“ habe. Viele Menschen legten auf Taufe, Kommunion, Hochzeit und kirchliche Beerdigung viel Wert. Es gebe eine Scheu vor einer„Totaldistanzierung“ zur Kirche. „Eine Ethik ohne religiöse Fundierung scheint in der westlichen Gesellschaft nicht aufzugehen“, sagte Püttmann. In mehreren Thesen zeigte er die Bedeutung von Christen für die Gesellschaft auf: So betrachteten sie etwa den Menschen als Geschöpf und Ebenbild Gottes, deshalb wirke das Religiöse zum Schutz alles Lebendigen.

Weiter seien Hilfsbereitschaft und Solidarität wegen des Gebotes der Nächstenliebe verpflichtend für jeden Christen, „obwohl man mit dem anderen nichts gleich hat, außer Kind Gottes zu sein“. Christen seien weniger intolerant oder fremdenfeindlich als andere gesellschaftliche Gruppen, sagte Püttmann. Um das alles zu vermitteln, gelte es allerdings„geistig aufzurüsten“, mit dem Stuttgarter Schuldbekenntnis der Evangelischen Kirche in Deutschland von 1945 gesprochen: „mutiger zu bekennen, treuer zu beten, fröhlicher zu glauben und brennender zu lieben!“

Blick auf die Weltkirche kann helfen

Die Öffentlichkeit behandle die Kirche mit Nachsicht, gleichmütig, aber freundlich, „wie den senilen Alten, dessen Gebrabbel am Tisch niemanden erschreckt, aber auch nur selten amüsiert“, sagte Prof. Vellguth. Religion werde nicht mehr erlebt, sondern nur noch verstandesmäßig definiert. Um ihrem eigentlichen Auftrag zu genügen, müsse „Kirche sich von ihrer Verweltlichung lösen und wieder offen auf Gott hin werden“, sagte Vellguth. Dabei sei ein Blick auf die Weltkirche hilfreich.

Sogenannte „Kleine Christliche Gemeinschaften“ in Afrika, Asien und Lateinamerika hätten einen Weg gefunden auf eine neue Art Kirche zu sein. „Sie treffen sich regelmäßig um miteinander in der Bibel zu lesen, die Texte meditativ zu durchdringen, und das eigene Leben für den Geist der Bibel zu öffnen“. Das könne auch eine Bereicherung für Christen und die Kirche in Deutschland darstellen. Zudem müssten Kindern und Jugendlichen spirituelle Erfahrungen ermöglicht sowie Glaubenswissen vermittelt werden. „Sie müssen Gottes Spuren im eigenen Leben entdecken und Gemeinschaft erfahren“, sagte Vellguth.

Weiter müssten Christen mit einfachen Worten und überzeugt von ihrem Glauben sprechen. Denn dieser sei in den „Bereich der Initimität abgedrängt worden.“ Wenn es der Kirche in Deutschgland gelänge, fasste Vellguth zusammen,„stärker aus dem missionarischen Selbstverständnis heraus zu leben und den eigenen Glauben neu zur Sprache zu bringen, wird sie der Entchristlichung der Gesellschaft erfolgreich entgegentreten.“

Die Akademietage der Pallottiner in Vallendar werden in gemeinsamer Trägerschaft mit der Katholischen Erwachsenenbildung Fachstelle Koblenz und der Katholischen Erwachsenenbildung – Bildungswerk Westerwald-Rhein-Lahn veranstaltet. Der diesjährige Auftakt war am 14. Januar. Der dritte und letzte Akademietag in diesem Jahr findet statt am 28. Januar zum Thema: „Jahr des aktiven Alterns“.Veranstaltungsort ist die PTHV, Pallottistraße 3, Vallendar. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen unter Tel. 0261-6402-290 und im Internet: www.pthv.de.

Quelle: Pressestelle Bistum Trier


Weitere aktuelle Meldungen

15. Mai 2012 Lesekalender 2013 "Auf den Flügeln der Sehnsucht" ab sofort erhältlich
Der Titel des Pallottiner-Lesekalenders 2013 ist einer Notiz Vinzenz Pallottis (1795-1850) entnommen. Das hat seinen Grund. 1963, also vor genau fünfzig ...
lesen
15. Mai 2012 Neue Ausgabe von "Pallottis Werk" (02/2012) steht ab sofort online
Das Jubiläumsjahr 2013 - 50 Jahre Heiligsprechung Vinzenz Pallottis - steht vor der Tür. Und das schimmert auch bereits auf der einen oder anderen ...
lesen
14. Mai 2012 „Wege erwachsenen Glaubens“ sollen Menschen in Bewegung bringen
Die Fußspuren weisen den Weg zum Emmausweg, den Eugen Schwaderlapp mit seinen Zuhören beschreiten will. Gedanklich natürlich, dafür ist ...
lesen

Alle aktuellen Meldungen im Überblick

Weitere Aktionen