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Aktuelles von den Pallottinern

Konzentration der Kräfte - Delegaturversammlung in Spanien – Provinzrat P. Michael Pfenning überbringt den Dank der Provinzleitung


Gemeinsam nach vorne blicken: Acht Mitbrüder aus Spanien trafen sich für einige Tage zu Austausch und Zukunftsplanung.

Carranza/17.01.2012 - Was wird aus Spanien? Das ist nicht allein eine Frage des Euro und seiner Zukunft. Das einstmals durch und durch katholische Land erlebt derzeit wie Mitteleuropa auch ein Abbrechen der kirchlichen Traditionen. „Viele lassen ihre Kinder nicht mehr taufen“, bedauert P. Manuel Vega, Pfarrer in Santurce nahe Bilbao am Golf von Biskaya. Seit ein paar Monaten hat er eine zweite Pfarrei und wie es weiter geht, weiß niemand. Die Strukturen der Kirche interessieren P. Manuel aber wenig. Vielmehr spürt man seine tiefe Sorge, mehr noch seine Frage: Wie muss die Pastoral der Kirche aussehen, um dem zunehmenden Desinteresse der Menschen am Glauben zu begegnen.

Acht Pallottiner-Patres sitzen Mitte Januar in der Casa San Vicente Pallotti in Carranza zusammen. Jedes Jahr zur selben Zeit findet die Delegatur-Versammlung statt. Die spanischen Pallottiner, quasi ein „pallottinischer Ableger“ aus Deutschland, treffen sich, um ihre Belange zu besprechen. Fünfzehn spanische Pallottiner gibt es; fünf davon arbeiten im Ausland, etwa in der Spanier-Seelsorge in den USA oder in Deutschland.

Es gibt hitzige Debatten darüber, dass die Arbeitsfelder der Mitbrüder zu weit auseinander liegen. Dies schwäche das Gemeinschaftsgefühl und das Bild der Pallottiner in der kirchlichen Öffentlichkeit, meint einer. Der Delegat  selbst, P. Miguel Angel Perez Vega, eröffnet durch seinen Jahresbericht die Diskussion, ob man nicht Niederlassungen schließen solle, um konzentrierter und effektiver arbeiten zu können.

Zusammen mit P. Alberto Fernandez Merrayo arbeitet er in Ponferrada, einer Stadt am klassischen Pilgerweg nach Santiago. Hier betreuen die beiden Patres ein Pilgerhospiz, helfen in der Krankenhaus- und Pfarrseelsorge. Auch Teneriffa kommt ins Gespräch. Soll man sich dort aus der Pfarrei zurückziehen, in der auch P. Peter Speidel tätig ist, der lange Jahre als Lehrer in der Pallottiner-Schule in Castrillo wirkte.

Hier ist heute nur noch P. Gaspar Vega Fidalgo als Pfarrseelsorger tätig. Sehr nachdenklich spricht P. Gaspar über die Situation des Glaubens auf dem Land und den Problemen der Glaubensweitergabe. Eine Lösung hat niemand, aber ein tiefer Ernst ist zu spüren, als die acht Pallottiner über das Papier zur Situation der Gemeinschaft und ihrer Mission in heutiger Zeit diskutieren, das auf dem letzten Generalkapitel verabschiedet worden ist.

Immer wieder fällt das Wort von der Konzentration der Kräfte. Auch bei P. Manfred Völker. Der Heidelberger hatte in Bruchsal sein Abitur gemacht und wollte nach seiner Priesterweihe 1966 gerne in die Pastoral nach Uruguay. Doch er blieb nach seinem Sprachstudium in Spanien hängen und leistet seit vielen Jahren einen treuen Dienst als Ökonom der Delegatur und des Hauses in Carranza. Mit dem Rektor, P. Santiago Esteban Juárez Fuertes, freut er sich, dass das „Mutterhaus“ nicht zur Debatte steht. Es ist eben nicht allein Heimat der Pallottiner, sondern auch beliebter Ort der Erholung für viele Menschen.

Gerade diese sind der Gemeinschaft eine Ermutigung auf ihrem Weg in die Zukunft. Besonders hervorgehoben werden die „ehemaligen Schüler“, die Gruppe der „Freunde von Carranza“ und die „Laiengruppe auf Teneriffa“.

P. Michael Pfenning dankte als Vertreter der Provinzleitung den Patres in Spanien für ihre Arbeit und ihre Sorge für das pallottinische Profil ihrer Seelsorge. In seiner Predigt im Abschlussgottesdienst sagte er: „Manchmal ist Loslassen der erste Schritt in die Zukunft mit Gott und im Dienst an den Menschen.“

Feinabstimmung ist wichtig: Delegat P. Miguel Angel (links) und Verwalter P. Manfred Völker am Rande der Sitzungen in Carranza.


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