Aktuelles von den Pallottinern
Keine katholische Spezialität, sondern Menschheitsphänomen - Akademietag der Pallottiner in Vallendar beschäftigt sich mit der „Faszination Pilgern“
Beim Thema Pilgern ist er in seinem Element: Dr. Georg Bätzing, Wallfahrtsleiter der diesjährigen Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier.
Vallendar/16.01.2012 - Was Menschen dazu treibt, heutzutage auf Pilgerwegen unterwegs zu sein, damit hat sich die Auftaktveranstaltung der 36. Akademietage der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar (PTHV) am 14. Januar beschäftigt. „Pilgern ist keine katholische Spezialität“, erklärte dabei der Wallfahrtsleiter der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012, Dr. Georg Bätzing. Es sei ein „Menschheitsphänomen“. Denn zu allen Zeiten und in allen Religionen hätten sich Menschen auf den Weg gemacht, für einige Zeit ihren Alltag verlassen und seien auf ein Ziel zugegangen. Unterwegs hätten sie neue Erfahrungen gemacht, das wertvolle Geschenk menschlicher Gemeinschaft entdeckt und ihren Glauben vertieft und ihren Horizont erweitert.
Die Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 verstehe sich als Chance für jeden Christen, sagte Bätzing: „Wer sich aufmerksam der Herrenreliquie zuwendet, der wird entdecken: Nicht wir machen die Kirche, Christus macht uns zur Kirche“.
Bei seiner Wallfahrt auf dem Jakobsweg habe der Komiker Hape Kerkeling viel Buddhistisches, jedenfalls eine Nähe zu Gott entdeckt, zitierte Prof. Klaus Herbers von der Universität Erlangen den Künstler, der seine Erfahrungen in dem Besteller-Buch „Ich bin dann mal weg“ festgehalten hatte. Ein Pilgerführer aus dem 12. Jahrhundert schwärme dagegen von den Erfahrungen am Heiligen Ort, davon dass „Kranken Gesundheit geschenkt, Blinden das Augenlicht wiedergegeben, den Stummen die Zunge gelöst und Tauben das Ohr geöffnet wird.“ Pilgerfahrten im 13. und 14 Jahrhundert seien unternommen worden „aus freiem Willen, aufgrund eines Gelöbnisses oder aus Buße“, erklärte Herbers.
Ganz unumstritten seien Pilgerfahrten zu heiligen Orten aber nie gewesen, denn Christus habe ja keine Orte sondern Menschen erlöst. Aber schon Kirchenvater Hieronymus habe im fünften Jahrhundert bemerkt, dass man die Bibel besser verstehen könne, wenn man die Orte gesehen habe. „Ob Pilger auf Wunder versessen, auf Reliquien aus oder Ablassjäger und Bußpilger waren – sie alle waren auch aus spirituellen Gründen unterwegs. Sie glaubten oder hofften, Gott näher zu kommen.“
In seiner Silvesterpredigt habe Bischof Stephan Ackermann das Bild des Pilgers als Leitmotiv für den gemeinsamen Weg des Christwerdens- und -seins vorgeschlagen“, sagte Bätzing. „Als Pilger werden wir gemeinsam unterwegs sei, aber nicht ziellos, ins Blaue hinein, sondern auf Jesus Christus zu. Der Heilige Rock bietet uns dazu den sichtbaren Kristallisationspunkt – nicht mehr, aber auch nicht weniger“.
Vom 13. April bis 13. Mai 2012 lädt das Bistum Trier zur Heilig-Rock-Wallfahrt nach Trier ein. Dann wird erstmals seit 1996 der Heilige Rock wieder im Trierer Dom zu sehen sein. Die Wallfahrt steht unter dem Leitwort „und führe zusammen, was getrennt ist“. Der Heilige Rock, die Tunika Jesu Christi, ist die bedeutendste Reliquie des Trierer Doms. Dort wird er verschlossen und nicht sichtbar aufbewahrt. Die Geschichte des Heiligen Rocks ist ein Gewebe aus Legenden und Überlieferungen. Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, soll ihn im 4. Jahrhundert nach Trier gebracht haben. Bereits am 6. Mai ist das Bistum Trier in ein Jahr der geistlichen Vorbereitung gestartet. Informationen rund um die Heilig-Rock-Wallfahrt gibt es im Internet unter www.heilig-rock-wallfahrt.de oder im Wallfahrtsbüro (Tel.: 0651-7105-8012).
Die Akademietage der Pallottiner in Vallendar werden in gemeinsamer Trägerschaft mit der Katholischen Erwachsenenbildung Fachstelle Koblenz und der Katholischen Erwachsenenbildung – Bildungswerk Westerwald-Rhein-Lahn veranstaltet.
Am 21. Januar heißt das Thema „Heute glauben?!- Christ sein in säkularisierter Gesellschaft“. Der dritte und letzte Akademietag in diesem Jahr findet statt am 28. Januar zum Thema: „Jahr des aktiven Alterns“. Veranstaltungsort ist die PTHV, Pallottistraße 3, Vallendar. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 14 Uhr; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten. Weitere Informationen: PTHV, Telefon 0261-6402-290, Internet www.pthv.de.
Quelle: vgl. Bistum Trier
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