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Neues Feuer braucht das Land!

von P. Björn Schacknies SAC


Dass es einem allein schwerlich gelingen wird, die Welt zu verändern, das wusste der heilige Vinzenz Pallotti (1795-1850) nur zu gut. Klein und bescheiden hat alles begonnen mit seiner Vereinigung vom Katholischen Apostolat. So hat er es auch seinen Gemeinschaften ins Stammbuch geschrieben: Das Apostolat der Kirche ist nichts für Einzelkämpfer und schon gar nichts für Leute, die sich vor allem selbst verwirklichen wollen: „Vernunft und Erfahrung beweisen, dass das Gute, das vereinzelt getan wird, spärlich, unsicher und von kurzer Dauer ist, und dass selbst die hoch-herzigsten Bemühungen einzelner zu nichts Großem führen, wenn sie nicht vereint und auf ein gemeinsames Ziel hin geordnet sind.“ (Vinzenz Pallotti [OOCC, IV, 122f.])

Die Botschaft vom Gott der unendlichen Liebe werden wir also nur glaubwürdig und fruchtbringend verkünden können, wenn wir uns verbünden. Und wenn an uns selbst ablesbar wird, was Kirche in ihrem innersten Kern ist und immer mehr werden soll: Ein Leib mit vielen lebendigen Gliedern, deren Haupt Christus ist. Anders gesagt: Unverbrüchliche Einheit in bunter Vielfalt. Ein Ort, an dem alle Menschen zuhause sein können. Ein Raum, in dem gehört wird, was die Not des Einzelnen ist. Eine Gemeinschaft, die mit vereinten Kräften sichtbar, spürbar und erfahrbar macht, dass es einen gibt, der uns mehr liebt als wir uns selbst lieben könnten; einen, der uns besser kennt, als wir selbst uns je kennen werden; einen, der es besser mit uns meint, als wir für uns selbst sorgen könnten: Jesus Christus, der Apostel des ewigen Vaters.

Wir sind eben keine Produkte des Zufalls. Wir sind gewollt, gebraucht, bejaht (Benedikt XVI.). Diese Botschaft können wir Pallottiner nicht allein hinaustragen auf die Straßen dieser Welt – und wir wollen es auch gar nicht: Wie Vinzenz Pallotti so suchen auch wir Verbündete. Menschen, die uns dabei helfen, dass auch in Zukunft an vielen Orten unserer Erde Menschen daran erinnert werden, dass sie Geliebte sind. Mehr noch: Ebenbilder des unsichtbaren Gottes.

Wir glauben fest, dass es letztlich diese Botschaft ist, die die Welt verwandelt. Wer groß von Gott denkt, der verliert den Menschen nicht aus dem Blick. Und umgekehrt: Dienst am Menschen ist immer zugleich auch Dienst an Gott, ist Gottes-dienst. Unser Apostolat als Gemeinschaft ist zwar sehr vielfältig: Mission und Bildungsarbeit, Seelsorge in einer Pfarrei oder die Begleitung einzelner, letztlich aber geht es uns immer darum, dass die Menschen mehr und mehr ihre eigene Würde und Größe, letztlich ihre Berufung erkennen, und sich so der Glaube verlebendigt und sich überall ausbreitet.

Neues Feuer braucht das Land! Helfen Sie mit, viele Herzen zu entzünden?


Über P. Björn Schacknies SAC

Der Autor ist Schulseelsorger und Lehrer am Erzbischöflichen St. Joseph-Gymnasium in Rheinbach und Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Jugendpastoral der Orden (AGJPO).


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