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Start und Ziel im Blick!?

von P. Christoph Lentz SAC


Ich bin viel auf Deutschlands Autobahnen unterwegs. Eine große Hilfe ist mir seit einiger Zeit mein „Navi“: Start und Zielpunkt werden eingegeben und schon berechnet mir das Navi die beste Route, die ich fahren soll und kann – und das muss nicht immer die schnellste sein.

Ich glaube im Blick auf mein Leben geht es auch darum die beste Route zu finden, die ich gehen soll. Und ich glaube auch hier gilt: nicht möglichst schnell durchs Leben zu gehen, sondern bewusst: vom Startpunkt zum Zielpunkt. Und da gibt es im Leben immer wieder verschiedene Start- und Zielpunkte: Schule, Ausbildung, Studium, Beziehung, Vertragslaufzeiten usw.

Die Startpunkte sind uns oft klar, die Zielpunkt liegen aber oftmals weit entfernt. Und wir wissen nicht, was am Ende rauskommt.

Mir ist diesbezüglich immer ein Vers aus den Psalmen eine Hilfe. Dort heißt es (Psalm 37,5): "Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm; er wird es fügen."

Eine wunderbare Zusage, die uns da gegeben ist. Und Start und Ziel sind inbegriffen. All unsere Wege von ihm begleitet, da kann ich doch jedem Ziel entspannt entgegen gehen.

Ich glaube auch der Apostel Paulus konnte in dieser Gelassenheit seinen Weg gehen. Denn er schreibt im Philipperbrief: So hoffe ich, auch zur Auferstehung von den Toten zu gelangen. Nicht dass ich es schon erreicht hätte oder dass ich schon vollendet wäre. Aber ich strebe danach, es zu ergreifen, weil auch ich von Christus Jesus ergriffen worden bin. Brüder, ich bilde mir nicht ein, dass ich es schon ergriffen hätte. Eines aber tue ich: Ich vergesse, was hinter mir liegt, und strecke mich nach dem aus, was vor mir ist. Das Ziel vor Augen, jage ich nach dem Siegespreis: der himmlischen Berufung, die Gott uns in Christus Jesus schenkt. (Phil. 3,12-14)

In diesem Text steckt eine unglaubliche Dynamik: Da ist Leben drin. Energie. Motivation.

Was ist der Grund, warum Paulus so motiviert ist? - Jesus. Paulus beschreibt in diesen Zeilen seine Beziehung zu Jesus. Er ging mit Jesus an den Start. Er schildert die Dynamik, die durch Jesus in sein Leben kam. Paulus läuft mit Jesus das Rennen. Er spricht vom Ziel, das ihn antreibt. Er will zu Jesus ans Ziel kommen.

Ich denke die Frage ist berechtigt, ob ich auch mit Jesus an den Start gehen will? Ob und wie ich mit Jesus mein Rennen laufen kann? Und ob ich das Ziel im Blick habe?

Mit Jesus an den Start zu gehen, heißt: Jesus soll der Herr in meinem Leben sein. Er ist mein Retter. Ich glaube, dass er es gut mit mir meint, darum vertraue ich ihm mein Leben an.

„Mit Jesus an den Start gehen“ heißt nicht, einen 100-Meter-Sprint zu laufen. Für kurze Zeit alles geben und dann ist’s ziemlich schnell vorbei. Nein – so beschreibt die Bibel das Leben eines Christen nicht. Es geht um einen Langstreckenlauf. Habe ich dabei das Ziel im Blick?

Paulus beschreibt den Preis, der uns im Ziel erwartet. Das Ziel vor Augen, jage ich nach dem Siegespreis: der himmlischen Berufung, die Gott uns in Christus Jesus schenkt.

Dieser Preis ist durch nichts zu toppen. Die Bibel versucht, diesen Preis zu beschreiben. Aber auch sie kann dies nur schemenhaft. Die größte Vorstellungskraft kann die Größe und den Wert dieses Preises nicht beschreiben. Die ewige Gemeinschaft mit Gott gibt unserem Leben die endgültige Erfüllung. Mir macht der Text des Apostels Paulus Mut und er motiviert mich auch nach vorne zu schauen, auf das eine große Ziel zu schauen, ohne dabei die vielen kleinen Ziele aus dem Auge zu verlieren.

So wünsche ich uns allen, dass wir immer wieder mit Jesus an den Start gehen, mit ihm im Rennen bleiben um dann letztendlich mit ihm auch ans Ziel zu kommen, getrau dem Motto des Psalms: Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm; er wird es fügen.

In dieser Woche erleben wir mit dem Aschermittwoch den Startpunkt in die Fastenzeit. Eine intensive Zeit um über Start und Ziel unseres Lebens nachzudenken! Dazu wünsche ich uns allen Gottes Segen.


Über P. Christoph Lentz SAC

Der Autor lebt im Provinzialat in Friedberg und arbeitet als Regionaljugendseelsorger und BDKJ-Diözesanpräses im Bistum Augsburg.


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