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… dennoch heiter und trotzdem lachen!

von P. Heribert Niederschlag SAC


Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Das ist richtig, aber nicht alles. Es gibt auch das verächtliche und verletzende Lachen. Richtig ist jedoch: Ein humorvoller Mensch lacht gern. Was aber hat es mit dem „trotzdem“ auf sich? Humorvolle Menschen verstehen sich auf die Kunst, bei allem Schweren, Dunklen und bei allem Enttäuschenden die helle Seite, das, was an den Dingen schön ist und fröhlich sein lässt, zuerst wahrzunehmen. Sie stieren nicht nur auf den Schatten, sondern wissen um das Schatten spendende Licht. Und deshalb wirkt echter Humor so befreiend – im Unterschied zu Ironie und Sarkasmus. Ein humorvoller Mensch strahlt Güte aus, kann sogar ansteckend wirken. „Der Heitere ist Meister seiner Seele“ (Shakespeare).

Wer Humor hat, weiß, dass nichts selbstverständlich ist. Darum reagieren solche Menschen auf das Schöne und Gute mit Lachen, zumindest mit einem dankbaren Lächeln. Und dem Schlimmen wird ohne Verdrängung sein tödlicher Ernst genommen.

Der Humor versteht sich darauf, das Vorletzte das Vorletzte sein zu lassen – und es nicht für das Letzte zu nehmen.

Das „Letzte“ ist für den Christen der unerschütterliche Glaube, dass sich Gott uns Menschen gegenüber unendlich erbarmt. Seine schöpferische Barmherzigkeit wandelt unsere Sünde in Segen, unseren Tod in Leben. Weder die Schuld noch der Tod, die schlimmsten Feinde unseres Lebens, haben das letzte Wort - und das lässt hoffen. Durch Christi Auferstehung wird auch für uns der Tod zum Tor, das ins ewige Leben führt, in die himmlische Seligkeit, in die innigste Begegnung mit Gott, der die Liebe ist.

So erklärt sich auch, dass Humor nicht unbedingt immer schallendes Lachen oder ununterbrochenes Scherzen provoziert, sondern auch einmal sehr leise sein kann. Denn Humor ist eigentlich nichts anderes als die Ausdrucksform der christlichen Freude. Und die ist nicht zuerst eine heitere Stimmung, sondern das tiefe Gefühl und das unerschütterliche Vertrauen in den Gott, der mich, der jeden von uns unendlich liebt. Darum kann ich zu mir selbst sagen: Es ist gut, dass ich lebe – denn Gott ist gegenwärtig und lässt mich nicht mehr los. Er ist mein Leben und mein Hirte. Er geht alle Wege mit.

Wenn sich Humor mit Geduld paaren, ist vieles auszuhalten. „Humor und Geduld sind Kamele, mit denen wir durch jede Wüste kommen“ (Kalenderblatt).

Wer Humor hat, weiß, dass der liebe Gott alles weiß und dass er sich auch angesichts ganz strenger Regel gütig erweisen kann, etwa angesichts der strengen Vorschrift des täglichen Breviergebetes für die Priester. Das Vertrauen in das große Verstehen seines obersten Dienstherrn muss es wohl gewesen sein, die einen sauerländischen Pfarrer bewogen hat, nach einem arbeitsreichen Tag am späten Abend das Brevier aufzuschlagen, es nach oben zu halten und zu sagen: „Lieber Gott, heute gebe ich es Dir schriftlich!“


Über P. Heribert Niederschlag SAC

Der Autor ist Professor für Moraltheologie, leitet das Ethik-Institut und ist Rektor der Hausgemeinschaft an der PTHV.


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