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Advent heißt warten…

von Sr. Irene Weber SAC


Kennen Sie das Gefühl, ein Leben lang zu warten? Jedes Kind wartet darauf, endlich ein Schulkind zu werden. Jugendliche warten wiederum auf den Schulabschluss, darauf volljährig zu werden, von zu Hause auszuziehen und schließlich auch einen Beruf zu haben, eigenes Geld zu verdienen.

Damit hört das Warten aber nicht auf. Auf irgendetwas warten wir immer - auf ein bestelltes Buch, auf einen lieben Besucher, auf das Ende des Winters. Warten gehört zum Leben, und damit meine ich nicht die Warteschlange bei der Post oder das Warten beim Arzt. Das Warten zeigt uns, dass etwas oder sogar vieles in unserem Leben und auf der ganzen Welt noch nicht vollkommen ist.

So warten wir auf Frieden in der ganzen Welt, auf das Ende des Terrorismus, auf Gerechtigkeit und Solidarität unter allen Menschen. Wir warten darauf, dass niemand mehr Hunger leiden muss und ohne Obdach ist. Wir warten darauf, dass alle jungen Mütter Hilfe bei der Versorgung ihrer Kinder bekommen. Wir warten…

Dieses Warten hat wenig zu tun mit dem vordergründigen Weihnachtsrummel, mit dem Warten auf die freien Tage, auf Weihnachtsstimmung und Weihnachtslieder. Es hat auch nichts zu tun mit dem Warten auf das Ende der Nikolaus- und Weihnachtsdekorations-Inflation oder das Ende des Weihnachtsgedudels in allen Geschäften.

Vielleicht hat es noch nicht einmal etwas zu tun mit dem Warten darauf, ein weihnachtliches Gefühl in uns selber wahrzunehmen. Hier geht es nicht in erster Linie um unser kleines Gefühl, sondern um eine brennende Sehnsucht nach dem Notwendenden für unsere Welt. Diese Sehnsucht am Leben zu erhalten, auch wenn es uns gerade gut geht, das bedeutet adventlich zu leben.

Gott regt sich vermutlich nicht auf über Weihnachtsliedergedudel und Weihnachtsmanninflation, aber auch er wartet. Er selbst wartet auf Frieden in der ganzen Welt, auf das Ende des Terrorismus. Er wartet auf Gerechtigkeit und Solidarität unter allen Menschen. Er wartet darauf, dass niemand mehr Hunger leiden muss und ohne Obdach ist. Er wartet darauf, dass alle jungen Mütter Hilfe bei der Versorgung ihrer Kinder bekommen. ER wartet…

Warum noch warten? Gott sagt: „Tu es! Fang an!“

Das wünsche ich auch uns allen, natürlich neben ein paar friedlichen Weihnachtstagen ...


Über Sr. Irene Weber SAC

Die Autorin ist Theologin und Sozialpädagogin und leitet das MaZ-Programm der Pallottinerinnen.


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