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Johannes der Täufer

Prophet, Märtyrer


Geboren:
1. v. Chr. in Kerem bei Jerusalem (?)

Gestorben:
27 n. Chr. in Jerusalem

Gedenktag:
24. Juni

Um den 24. Juni herum brennen vielerorts die Johannisfeuer. In dieser Zeit hat die Sonne ihren höchsten Stand. Nach dem 24. Juni, der als Tag der Sommersonnwende gilt, werden die Tage wieder kürzer. „Er [der Messias, Jesus Christus] muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“


Dieses Wort wird dem Täufer Johannes im vierten Evangelium (Joh 3, 30) in den Mund gelegt. „Vorläufer Jesu“ wird Johannes genannt – wie eindrücklich sich am Lauf der Sonne beobachten läßt, was damit gemeint ist! Mit dem 24. Juni, dem Geburtsfest Johannes des Täufers, nimmt das Sonnenlicht ab; am 25. Dezember, dem Geburtsfest Jesu, beginnt mit der Wintersonnwende die Sonne wieder höher zu steigen. Johannes der Wegbereiter, der „Zeuge für das Licht“ (Joh 1, 8) weist hin auf das Licht, das die Welt erleuchtet: Jesus Christus.


Johannes der Täufer erblickt etwa ein halbes Jahr vor Jesus das Licht der Welt. Lukas erzählt davon im ersten Kapitel seines Evangeliums. Und er stellt Verknüpfungen her zu den Ereignissen rund um die Empfängnis und Geburt Jesu: Dem Priester Zacharias wird durch den Engel Gabriel die Geburt eines Sohnes angekündigt. Wie bei Jesus wird der Name des Kindes – Johannes (hebr. „Gott ist gnädig“) – vorgegeben.


Auch die Geburt Johannes‘ hat etwas Wundersames, Gott-gewirktes, denn Zacharias und seine Frau Elisabeth, eine Verwandte Marias, sind schon in vorgerücktem Alter. Eindrucksvoll beschreibt der Evangelist die Begegnung der beiden schwangeren Frauen. Und er hält fest, „dass die Hand des Herrn mit ihm war“ (Lk 1, 66).


Einige Jahre vor dem öffentlichen Auftreten Jesu ist Johannes als asketischer und wortgewaltiger Bußprediger und -täufer in der Wüste am Jordan tätig. In markanten Zügen beschreiben die Evangelien seine kantige Persönlichkeit und seine kompromisslose Botschaft: Der ersehnte Messias kommt; unbedingte Umkehr zu Gott ist gefordert, um im kommenden Gericht zu bestehen. Die Menschen strömen, wie es heißt, in Scharen herbei, um Johannes zu hören und sich zur Vergebung der Sünden taufen zu lassen. Johannes sammelt Jünger um sich, von denen einige später Jesus nachfolgen. Jesus selbst läßt sich von Johannes im Jordan taufen.


Der religiösen und weltlichen Obrigkeit ist der Mahner Johannes ein Dorn im Auge. Als er den Lebenswandel des Königs Herodes Antipas und sein unerlaubtes Verhältnis mit seiner Schwägerin Heródias scharf angreift, wird er ins Gefängnis geworfen und auf Betreiben der Tochter Heródias‘ enthauptet.


Als den „Größten der von einer Frau Geborenen“ (vgl. Mt 11, 11) bezeichnet Jesus seinen Vorläufer und treuen Zeugen Johannes. Schon früh begannen die Christen, ihn zu verehren, der an der Schwelle vom Alten zum Neuen Testament als letzter großer Prophet der biblischen Tradition auf das in Jesus verbürgte Heil hinweist. Die immense Bedeutung Johannes des Täufers mag man daran erkennen, dass er neben Jesus und Maria der einzige ist, dessen Geburtstag die Kirche feiert – am 24. Juni zur Sommersonnwende, ein halbes Jahr vor dem Weihnachtsfest, dem Fest der Geburt Jesu, dem Aufgang des wahren Lichtes, dem Johannes der Täufer als „Zeuge für das Licht“ den Weg bereitete.




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