Dorothea
Märtyrerin, Nothelferin
Geboren:
290 in Cäsarea in Kappadokkien
Gestorben:
304 (?) in Cäsarea in Kappadokkien
Gedenktag:
6. Februar
Dorothea gehört mit den Heiligen Barbara, Margareta und Katharina zu den sogenannten „Virgines Capitales” (heilige Jungfrauen), wird verehrt als Nothelferin und ist in der mittelalterlichen Kunst eine der beliebtesten Heiligenfiguren. Zum ersten Mal genannt wurde sie im Hieronymus zugeschriebenen Martyrologium. Seit dem 14. Jahrhundert wurde die Leidensgeschichte auch in zahlreichen deutschen Vers- und Prosafassungen überliefert. In England sind Legenden aus dem 15. Jahrhundert überliefert.
Der Legende nach flüchtete die christliche Familie des Dorus und der Thea aus einer altrömischen Senatorenfamilie mit ihren zwei Töchtern vor der Zeit der Christenverfolgung unter Diokletian und siedelte nach Cäsarea in Kappadokien - dem heutigen Kayseri - über, wo die dritte Tochter, Dorothea, geboren wurde. Der Statthalter der Provinz, Fabricius, wünschte die Herangewachsene zu heiraten. Doch als sie ihm offenbarte, dass sie Christin sei und nur Christus angehören wolle, ließ Fabricius sie vor Gericht bringen.
Die erste Marter mit „wallendem Öl” konnte Dorothea nichts anhaben; sie entstieg dem Kessel „als wie mit edlem Balsam gesalbt”. Nach neuer Bedrohung wurde sie neun Tage und Nächte ohne Nahrung in einen lichtlosen Kerker gesperrt; schöner als je zuvor sei sie aus ihm herausgetreten. Noch schrecklicher bedroht, bat sie ihren himmlischen Gemahl um ein Zeichen: Ein Götterbild auf hoher Säule wurde daraufhin von Engeln gestürzt und zerbrochen, viele Menschen sahen die Engel, hörten Teufel in der Luft schreien und bekehrten sich. Doch die Folterszenen wurden immer grausamer.
Als sie mit dem Tod bedroht wurde, erwiderte Dorothea, den wolle sie gerne erleiden aus Liebe zu ihrem Herrn, in dessen Garten sie sich ewiglich erfreuen, Rosen und Äpfel brechen werde. Das hörte der Schreiber Theophilus und rief Dorothea höhnisch zu: „Wenn du zu deinem Gemahl in den Garten kommst, so schicke mir doch von den schönen Rosen und süßen Äpfeln welche zu!” Hinausgeführt betete Dorothea an der Richtstätte, als ein goldlockiger Knabe in sternbesticktem Kleidchen mit einem Korb voller Rosen und Äpfeln erschien.
Dorothea schickte ihn zu Theophilus, neigte sich und wurde enthauptet. Das Kind brachte Rosen und Äpfel zu Theophilus und wurde vor seinen Augen entrückt. Dieses, und die Gabe mitten im Winter empfangen zu haben, bekehrte Theophilus; er bekannte sich mit lauter Stimme, wurde ergriffen, vielfältig gemartert, nach erbetener Frist getauft, schließlich enthauptet und sein Leichnam zerstückelt den Tieren vorgeworfen.
Reliquien von ihr werden heute noch in Rom und Bologna verehrt. Die Dorotheen-Kirche in Breslau wurde ursprünlich für Augustiner-Eremiten erbaut und ist bis heute Pfarrkirche. In der Breslauer Ratskapelle wurde ab 1445 eine Kopfreliquie aufbewahrt.
















